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SuperzoomDiese Kameras holen Fernes ganz nah ran

Superzoom-Kameras bieten gigantische Teleobjektive und üppige Ausstattung zum kleinen Preis - haben jedoch auch Nachteile. Was die Geräte können und wie man spannende Bilder mit ihnen macht.Mehmet Toprak 30.09.2015 - 19:54 Uhr

Die Digitalkameras mit dem besten Zoom.

Foto: PR

Man sieht sie auf großen Sportveranstaltungen. Tierfotografen und Fotoreporter nutzen sie. Paparazzi kommen ohne sie nicht aus: Spiegelreflex-Kameras mit großem Teleobjektiv. Mit extremen Brennweiten von 500 Millimetern und mehr holen professionelle Fotografen auch weit entfernte Objekte ganz nah ran. Doch eine solche Ausrüstung ist für viele Hobbyfotografen unerschwinglich. Schon für ein Teleobjektiv allein sind schnell viele tausend Euro fällig - die Kamera noch gar nicht mit eingerechnet.

Es geht auch billiger. Aktuelle Superzoom-Kameras kosten nur einen Bruchteil des Profi-Equipments. Schon für deutlich unter 500 Euro erhält man eine passable Digicam mit starkem Zoomobjektiv. Kameras, die über ein Objektiv mit 21 mm Weitwinkel und bis zu 1000 mm Tele verfügen, sind keine Seltenheit.

Tipps: So nutzen Sie die Superzoom-Kamera
Achten Sie beim Kauf nicht nur auf die Telebrennweite, sondern auch auf die maximale Weitwinkelposition.
Im Telebereich ist der Einsatz eines Stativs sinnvoll. Man kann damit auch dann noch Fotos schießen, wenn schlechte Lichtverhältnisse das Fotografieren aus der Hand unmöglich machen und auch der Bildstabilisator überfordert ist.
Reisestative sind leicht und lassen sich so zusammenklappen, dass sie auch in den kleinen Rucksack passen. Gute Stativ sind aus Aluminium oder sogar Carbon, diese Modelle sind leicht und stabil zugleich.
Nutzen Sie die Superzoom-Kamera auch für Videos? Dann ist ein Stativ unverzichtbar, vor allem bei Tele. Kaufen Sie ein Modell mit Führungsgriff.
Auf dem Stativ sollte der Bildstabilisator deaktiviert sein.
Ist die Verschlusszeit zu lang? Durch Öffnen der Blende (je kleiner die Zahl, desto offener die Blende) und Hochsetzen des ISO-Werts verkürzt sich die Belichtungszeit.
So halten Sie das Bild auch bei längerer Verschlusszeit ruhig: Einatmen, ausatmen, Pause, knipsen.
Mit etwas Geschick lässt sich die Kamera auch durch die richtige Körperhaltung stabilisieren. Manche Fotografen nehmen die Digicam in beide Hände und stützen die Ellbogen an der Brust ab. Ausprobieren.
Der Zoom-Motor im Teleobjektiv benötigt viel Strom. Dies lässt sich teilweise ausgleichen, wenn Sie das Display ausschalten und dafür den elektronischen Sucher nutzen – sofern die Kamera über einen solchen verfügt.

Der aktuelle Brennweiten-Spitzenreiter ist die Coolpix P900 von Nikon: Für rund 600 Euro bietet sie eine Brennweite von 2000 mm. So stellen die Superzoomkameras sogar die extremsten Teleobjektive für Spiegelreflexkameras in den Schatten.

Abstriche bei der Bildqualität

Natürlich geht das nicht ohne Abstriche bei der Lichtstärke und in der Bildqualität. Das Objektiv einer Digicam für 500 Euro kann bei Linse, Qualität des Materials und Fertigungspräzision natürlich nicht mit einem Spitzenobjektiv von Nikon oder Canon konkurrieren. Ambitionierte Fotografen rümpfen deshalb die Nase über die "Plastikbomber".

Der geringere Preis macht sich auch bei der Größe des Bildsensors sowie bei Belichtungsmessung und Autofokus bemerkbar. So schnell und zuverlässig wie bei System- oder Spiegelreflexkameras sind die Superzoom-Modelle nicht.

Nikon Coolpix P600

Highlight der Coolpix P600 ist das 60fach-Zoomobjektiv (24 - 1.440 mm, Kleinbild). Der Monitor ist nach allen Seiten dreh- und schwenkbar. WLAN zur Fernsteuerung der Kamera via Smartphone ist ebenfalls dabei. Die Kamera ist in Rot oder Schwarz erhältlich. 

Preis: circa 350 Euro

Foto: PR

Sony DSC-H400

Preiswerte Superzoom-Kamera mit einfacher Bedienung, 63fach-Zoomobjektiv und starkem Steadyshot-Bildstabilisator. Einen ausführlichen Testbericht finden Sie hier.

Preis: 299 Euro

Foto: PR

Canon Powershot G3X

Canons neue Powershot ist eine hochwertige Kompaktkamera mit vergleichsweise großem Bildsensor (1,0 Zoll, 12,8 x 9,3 mm) und starkem Zoomobjektiv (25fach). Einen ausführlichen Testbericht finden Sie hier.

Preis: 899 Euro

Foto: PR

Canon Powershot SX60 HS

Gute Hobbykamera mit mächtigem 65fach-Zoomobjektiv, frei schwenkbarem Display und WLAN. Die Brennweite reicht von 21 bis 1365 mm. Trotz des relativ kleinen Sensors (1/2,3 Zoll, 5,6 x 4,2 mm) bringt die SX 60 HS im Verbund mit dem Digic-6-Bildprozessor gute Bildqualität. Auch ein elektronischer Sucher ist integriert.

Preis: 499 Euro

Foto: PR

Nikon Coolpix P900

Üppig ausgestatteter Digicam-Bolide mit sagenhaftem 83fach-Zoomobjektiv (24 bis 2000 Millimeter (Kleinbild)). Viele Einstellmöglichkeiten, ein frei schwenkbares Display sowie WLAN und GPS überzeugen. Einen ausführlichen Testbericht finden Sie hier.

Preis: 619 Euro

Foto: PR

Canon Powershot SX710 HS

Sehr kompakte Digicam mit 30fach-Zoom (25 - 750 mm, Kleinbild) und 5-Achsen-Bildstabilisator. Filmt Full-HD-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde und lässt sich dank WLAN-Modul auch via Smartphone steuern. In Rot oder Schwarz erhältlich.

Preis: 329 Euro

Foto: PR

Nikon Coolpix L830

Preiswerte Digicam für Einsteiger mit 34fach-Zoom (22,5 - 765 mm, Kleinbild) und 5-Achsen-Bildstabilisator. Das Display ist nach oben und unten schwenkbar. Der CMOS-Bildsensor ist mit 1/2,3 Zoll (5,6 x 4,2 mm) ziemlich klein. In Onlineshops ist die Nikon schon für weniger als 200 Euro zu haben. Die L830 dreht auch Full-HD-Videos mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde.

Preis: ab 150 Euro

Foto: PR

Fujifilm Finepix S9900W

50fach-Zoom mit einer Brennweite von 24 - 1.200 mm (Kleinbild), 5-Achsen-Bildstabilisator, 1/2,3-Zoll CMOS-Sensor (5,6 x 4,2 mm) und WLAN-Modul – das sind die wichtigsten Daten der Finepix S9900W. Eine preisgünstige und dabei gut ausgestattete Bridgekamera.

Preis: 329 Euro

Foto: PR

Sony Cybershot DSC-HX50

Die DSC-HX50 ist trotz des 30fach-Zoomobjektivs sehr kompakt (108 x 63 x 38 Millimeter) und wiegt auch nur 272 Gramm. Das Objektiv deckt eine Brennweite von 24 - 720 Millimeter ab (Kleinbild). Die Digicam ist in Schwarz oder Silber erhältlich. Wer die Kamera auf Reisen benutzt, für den ist die Variante mit GPS-Modul interessant, die kostet nur 20 Euro mehr.

Preis: 439 Euro

Foto: PR

Fujifilm Finepix S1

Die Finepix S1 bietet nicht nur ein starkes 50fach-Zoomobjektiv mit einer Brennweite von 24 - 1.200 mm (Kleinbild), sie ist auch wetterfest. Ein paar Wasserspritzer oder ein kurzer Regenschauer machen ihr nichts aus. Daneben ist sie mit dem frei dreh- und schwenkbaren Display, dem elektronischen Sucher und dem Wi-Fi-Modul auch sehr gut ausgestattet.

Preis: 449 Euro

Foto: PR

Sony Cybershot DSC-H300

Auch Sony kann billig sein. Die DSC-H300 kostet nur 199 Euro. Dafür bekommt man eine formschöne Kamera mit optischem 35fach-Zoom, 20,1-Megapixel-Sensor und Sonys Steadyshot-Bildstabilisator.

Preis: 199 Euro

Foto: PR

Pentax XG-1

Die Pentax XG-1 von Ricoh Imaging präsentiert sich als Allrounder mit gutem Zoomobjektiv (32fach, 24 - 1.248 mm) und 16-Megapixel-Sensor. Das Display lässt sich nicht bewegen, dafür bietet die Kamera einen elektronischen Sucher.

Preis: 249 Euro

Foto: PR

Olympus Stylus Traveller SP-100EE

Bei der SP-100EE haben sich die Olympus-Entwickler etwas Besonderes einfallen lassen. Ein Punktvisier soll beim Zoomen helfen, dass das angepeilte Objekt immer schön in der Bildmitte bleibt. Das Visier ist in den ausklappbaren Blitz integriert. Neben dem 50fach-Zoom (24 - 1.200 mm, Kleinbild) bietet die Olympus auch Features wie schnelle Serienbilder, Zeitlupenfunktion, elektronischen Sucher und viele Einstellmöglichkeiten für Hobbyfotografen.

Preis: 299 Euro

Foto: PR

Olympus Stylus Traveller SH-2

Kompakte Allroundkamera für Reise und Familie mit einfacher Bedienung und 24fach-Zoom. Die Brennweite entspricht auf Kleinbild gerechnet 24 - 600 mm. Ein 5-Achsen-Bildstabilisator soll Wackler ausgleichen.

Preis: 299 Euro

Foto: PR

Panasonic Lumix DMC-FZ72

Panasonics Digicam bietet ein 60fach-Zoomobjektiv. Die Brennweite reicht dabei von 20 - 1200 mm (Kleinbild). Eine Bridgekamera also, die auch extremes Weitwinkel liefert. Der Bildsensor ist 1/2,3 Zoll groß (5,6 x 4,2 mm, Kleinbild). Die Lumix produziert daneben auch Full-HD-Videos mit 50 Bildern pro Sekunde. Wi-Fi und GPS sind nicht an Bord, dafür ein elektronischer Sucher.

Preis: 399 Euro

Foto: PR

Tamron SP AF 200-500mm

Das Supertele von Tamron (SP AF 200-500mm F/5-6.3 Di LD) bietet einen Brennweitenbereich von 200 bis 500 mm. Geeignet für Spiegelreflexkameras mit APS-C- oder Vollformatsensor.

Preis: circa 800 Euro

Foto: PR

Rollei Powerflex 260

Schlichte und kompakte Digicam mit 26fach-Zoom (22 – 580 mm, Kleinbild), optischem Bildstabilisator und 16-Megapixel-Sensor. Filmt in Full HD. 39 Motivprogramme und flexibel einstellbarer Autofokus. In Onlineshops ist die Powerflex schon für weniger als 130 Euro zu haben, ein unschlagbarer Preis.

Preis: 160 Euro

Foto: PR

Sigma Zoomobjektiv 50-500mm

Das Objektiv (50-500 mm F4,5-6,3 DG OS HSM) von Sigma arbeitet mit 22 Linsen in sechs Gruppen und verfügt auch einen eingebauten Bildstabilisator sowie einen schnellen Ultraschallmotor (USM) für die Bewegung der Linsen beim Scharfstellen. Für alle großen Kameramodelle erhältlich.

Preis: 2.099 Euro

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Canon Zoomobjektiv EF 100-400mm

Kompaktes Zoomobjektiv (EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM), die Brennweite entspricht 160 - 640 mm bei Kleinbild. Geeignet für Sport-, Action oder Naturfotos. Der Bildstabilisator ist integriert.

Preis: 2.199 Euro

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Nikon AF-S Nikkor 800 mm

Eine Festbrennweite von Nikon (AF-S Nikkor 800 mm 1:5,6E FL ED VR) für Profifotografen mit Vollformatspiegelreflexkamera. Insgesamt sind 20 Linsen in 13 Gruppen verbaut. Das Gewicht liegt bei knapp 4,6 Kilo.

Preis: circa 17.000 Euro

Foto: PR

Nikon AF-S DX Nikkor AF-S 18–300 mm

Nikons Zoomobjektiv (DX Nikkor 18–300 mm 1:3,5–6,3G ED VR) für Spiegelreflexkameras im DX-Format ist ein hochwertiges Allround-Tele. Die Brennweite entspricht 27 bis 450 mm bei Vollformat-Sensoren.

Preis: circa 780 Euro

Foto: PR

Canon Supertele EF 800mm 1:5,6 L IS USM

Sicher eines der besten Teleobjektive für die digitale Spiegelreflexkamera. Canons Supertele für Profifotografen eignet sich ideal für Tier- und Sportfotografie. Für beste Bildqualität setzt Canon auf Festbrennweite. Ein Bildstabilisator ist im 4,5 Kilo schweren Objektiv integriert.

Preis: 13.099 Euro

Foto: PR

Pentax Tele HD Pentax-DA 560 mm

Das Tele von Ricoh Imaging (HD Pentax-DA 560 mmF5,6 ED AW) bietet auf Kleinbild gerechnet eine Brennweite von 860 mm. 29 Dichtungen gegen Staub und Spritzwasser machen das Supertele wetterfest.

Preis: 5.499 Euro

Foto: PR

Rollei Stativ T-63 C

Profistativ von Rollei, das auch schwere Spiegelreflexkameras mit großem Tele hält. Die maximale Traglast liegt bei 20 Kilo. Die Stativrohre sind aus Carbon, deshalb wiegt das T-63 C nur etwa 1,6 Kilo.

Preis: 550 Euro

Foto: PR

Cullmann Stativ Magnesit X400

Preisgünstiges Aluminium-Stativ für Foto und Video. Ausreichend stabil für Kompaktkameras und kleine Spiegelreflexkameras. Die Stativhöhe beträgt 145 cm, zusammengeklappt ist es nur 42 cm lang. Kugelkopf mit zwei Wasserwaagen. Gewicht: 1470 Gramm.

Preis: 99 Euro

Foto: PR

Auch wenn man Abstriche in Kauf nehmen muss, für Einsteiger und Hobbyfotografen taugt die Superzoom-Klasse durchaus. Wer nicht gerade Galerien beschickt, an Fotowettbewerben teilnimmt oder sehr hohe Ansprüche hat, kommt damit klar. Für die kleinen Displays von Smartphones und Tablets reichen Auflösung, Schärfe und Kontrast ohnehin locker aus.

Mit den Verkaufszahlen scheinen die Hersteller jedenfalls zufrieden zu sein. Laut Photoindustrie-Verband sinkt zwar der Absatz von Kompaktkameras insgesamt, aber neben den hochwertigen Systemkameras mit Wechselobjektiv sind auch die Kameras "mit hohem optischen Zoom (größer als 20-fach) beliebt".

Das Geheimnis der Bildstabilisatoren

Die enormen Telebrennweiten der Superzoom-Kameras wären in der Praxis kaum einsetzbar, wenn nicht die Technik Fortschritte gemacht hätte. Jeder, der schon mal durch ein Fernglas geschaut hat, weiß wie wackelig das Bild in der Vergrößerung ist. Beim Fotografieren mit Teleobjektiven wird es schwierig, die Kamera so ruhig zu halten, dass das Foto nicht verwackelt.

Nikon, Canon, Sony

Superzoom-Kameras im Praxistest

Fast unmöglich wird es, wenn schlechte Lichtverhältnisse lange Verschlusszeiten erforderlich machen. Hier kommen die weiterentwickelten Bildstabilisatoren ins Spiel. Ursprünglich für hochwertige Kameras entwickelt, sind sie inzwischen auch in preiswerten Kompaktkameras zu finden.

Die neue Generation der Bildstabilisatoren arbeitet mit fünf Achsen. Egal, ob die Kamera beim Fotografieren nach vorne oder hinten gekippt, nach links oder rechts geneigt oder um die eigene Achse gedreht wird, der Stabilisator gleicht innerhalb gewisser Grenzen jede Bewegung aus. So werden längere Verschlusszeiten ohne Bewegungsunschärfen möglich.

Die Technik hinter der Bildstabilisierung basiert auf der Idee, dass Gyrosensoren die Bewegungen der Kamera erkennen und einen Motor ansteuern, der diese Bewegungen wieder ausgleicht. Der Motor bewegt dazu entweder eine Linse im Objektiv oder den Bildsensor im Kameragehäuse.

Bei einigen Modellen, beispielsweise von Olympus, schwebt der Bildsensor in einem elektromagnetischen Feld, und kann damit sehr schnell und feinfühlig auf Kamerabewegungen reagieren. Die Wechselobjektive für Spiegelreflexkameras haben den Bildstabilisator in der Regel schon eingebaut.

Die neue Technik setzt eine alte Faustregel für Fotografen außer Kraft. Diese besagt, dass die Verschlusszeit höchstens so lang sein darf wie der Kehrwert der Brennweite. Bei einer Telebrennweite von 300 mm sollte die Verschlusszeit also 1/300 Sekunde oder kürzer sein. Durch den Stabilisator verlängert sich diese Zeit ganz erheblich.

Wer für bestimmte Aufnahmen dennoch eine längere Verschlusszeit benötigt - oder mit der Kamera gar filmen will, muss auf ein Stativ zurückgreifen. Die werden mittlweile in allen Preisklassen angeboten.

Bildgestaltung mit dem Superzoom

Die Kameraklasse der Superzooms hat auch fotografisch ihren Wert. Denn das Teleobjektiv holt nicht nur entfernte Objekte heran, es schafft auch neue Möglichkeiten bei der Bildgestaltung.

Da ist zum einen die Verdichtung der Bildperspektive. Bei touristischen Motiven nutzen Fotografen diese verdichtende Wirkung, um beispielsweise Denkmäler und Häuserfassaden gleichsam in einem Bild zu verschmelzen, obwohl sie weit voneinander entfernt sind. TV-Journalisten nutzen den Effekt, wenn sie auf Straßen oder in Fußgängerzonen drehen. Das wirkt dann so, als ob eine Menschenmasse durch die Fußgängerzone wogt und die Menschen dicht hintereinander und nebeneinander gehen.

Zum anderen gibt die geringere Tiefenschärfe den Aufnahmen eine besondere Wirkung. Kompakte Digicams haben fast immer einen sehr kleinen Bildsensor, entweder einen mit 1/1,7 Zoll (7,5 x 5,5 mm) oder einen mit 1/2,3 Zoll (5,6 x 4,2 mm). Im Gegensatz zur Spiegelreflexkamera mit großem APS-C- (23,5 x 15,6 mm) oder Vollformatsensor (36 x 24 mm) liefert der Mini-Sensor bei gleicher Blende und Brennweite eine größere Tiefenschärfe. Das wiederum macht es dem Fotografen schwer, ein bestimmtes Motiv aus einer Szenerie herauszulösen und den Hintergrund unscharf zu lassen. So entsteht der typisch langweilige Digitalfoto-Look, bei dem von vorne bis hinten alles gleich scharf ist.

Aber durch die lange Brennweite der Teleobjektive wird die Tiefenschärfe wirksam begrenzt. Fotografiert man mit einer Superzoomkamera beispielsweise auf einer Feier, kann das Tele einzelne Personen oder Szenen aus dem Getümmel herauslösen. Die anvisierte Person erscheint scharf, die Personen im Vorder- oder Hintergrund versinken in der Unschärfe.

Auch für Porträts empfehlen sich moderate Telebrennweiten. So wird die Konzentration ganz auf Gesicht und Augen gelenkt, während Ohren und Nasenspitze schon wieder leicht unscharf sind.

Fazit: Spannende Technik, interessante Fotos

Die Superzoom-Kameras sind also mehr als nur eine Billigvariante der Profikameras. Durch die Begrenzung der Tiefenschärfe erweitern sie den Gestaltungsspielraum des Fotografen und ermöglichen so interessante Bilder im Look der klassischen Spiegelreflexkamera. Einziger Nachteil: Gewisse Abstriche bei Bildqualität sind bei der preiswerten Technik unvermeidlich.

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