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Atomabkommen mit dem IranÖlpreise fallen auf tiefsten Stand seit Ende 2003

Die Aufhebung der Handelssanktionen gegen den Iran hat den Ölpreis stark sinken lassen. Der Iran kündigte an, seine Rohölausfuhren hochzufahren. 18.01.2016 - 08:01 Uhr

Ölpumpen auf einem Ölfeld in den USA.

Foto: dpa

Nach der Aufhebung von Handelssanktionen gegen den Iran sind die Ölpreise stark gesunken. Europäisches Rohöl der Sorte Brent kostet im Tief 27,70 US-Dollar und damit so wenig wie seit November 2003 nicht mehr. Amerikanisches Rohöl fiel bis auf 28,36 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Oktober 2003. Zuletzt erholten sich die Preise etwas, lagen aber immer noch fast einen Dollar tiefer als am Freitag.

Platz 20: Stahl

Kein anderer Rohstoff hat seit Jahresanfang so stark nachgegeben wie Stahl. Die Verluste belaufen sich auf fast 40 Prozent. Verantwortlich für den Preisverfall ist die absackende Nachfrage aus China. Zudem etabliert sich das Reich der Mitte immer mehr als Stahlanbieter, denn -nachfrager. Der Preis für eine Tonne des Rohstoffs nähert sich daher dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Eine Stabilisierung der Preise ist dennoch nicht in Sicht. Die Stahlhersteller rechnen auch im kommenden Jahr mit fallenden Preisen.

Preisentwicklung (seit Jahresanfang): - 38,5 Prozent

Foto: dapd

Platz 19: Erdgas

Der bisher milde Winter sorgt für einen Nachfragerückgang beim Erdgas. Industriegaseunternehmen leiden darunter. In Deutschland kommt Linde ins Straucheln. Die Aktien verzeichneten am Dienstag mit einem Verlust von über 13 Prozent den stärksten Kursrückgang seit über 14 Jahren.

Preisentwicklung: - 33,4 Prozent

Foto: dpa

Platz 18: Platin

Die hohen Fördermengen südafrikanischer Minen drücken den Platinpreis. Im laufenden Jahr hat sich das Edelmetall um über 30 Prozent verbilligt. Rohstoffexperten erwarten jedoch im kommenden Jahr eine Preiserholung. Denn die Nachfrage nach Platin aus dem Automobil- und Industriesektor wird 2016 aller Voraussicht nach steigen.

Preisentwicklung: - 32,4 Prozent

Foto: CLARK/obs

Platz 17: Palladium

Nach dem VW-Abgasskandal erlebte Palladium eine kurzfristige Hausse. Denn Palladium ist einer der Bestandteile, die die Autohersteller in ihre Dieselkatalysatoren verbauen. Die Kurserholung hielt allerdings nicht lange an. Denn wie Platin leidet auch Palladium unter einem Überangebot. Doch im Gegensatz zu Platin rechnen Analysten im kommenden Jahr nicht mit einer Erholung der Palladiumpreise, da die Nachfrage in China wahrscheinlich zurückgehen wird.

Preisentwicklung: - 31,7 Prozent

Foto: CLARK/obs

Platz 16: Eisenerz

Der Nachfragerückgang bei Stahl wirkt sich unmittelbar auf die Eisenerzpreise aus. Denn Eisenerz ist ein elementarer Bestandteil bei der Stahlproduktion. Der Preis rutschte daher mit 39,28 Dollar pro Tonne auf den tiefsten Stand aller Zeiten. „Die Stabilisierung der chinesischen Stahlpreise sind der Schlüssel für einen Stimmungsumschwung am Eisenerz-Markt“, schrieben die Analysten der ANZ Bank in einem Kommentar. „Um dies zu erreichen, muss die Branche aber ihren Ausstoß verringern.“ Doch genau das tut sich nicht. Dahinter steckt ein Verdrängungswettbewerb. Das Kalkül: Die größeren Rohstoffunternehmen wollen kleine Rivalen entweder aus dem Markt drängen oder einverleiben.

Preisentwicklung: - 29,8 Prozent

Foto: dpa

Platz 15: Kaffee

Die Baisse an den Rohstoffmärkten macht auch vor Kaffee nicht halt. Doch die Zeichen stehen gut, dass sich der Preis künftig erholen könnte. Denn aufgrund des Wetterphänomens El Niño wird die Produktion in Kolumbien zurückgehen. Die weltweite Nachfrage hingegen geht kaum zurück und dürfte in den Wintermonaten noch steigen, da der Kaffeekonsum in der kalten Jahreszeit in der Regel zunimmt.

Preisentwicklung: - 28,7 Prozent

Foto: dpa

Platz 14: Kupfer

China fragt nicht nur weniger Stahl nach. Auch Kupfer ist bei chinesischen Unternehmen nicht mehr so begehrt. Das liegt vor allem am Wachstumsrückgang im Reich der Mitte. Selbst chinesische Kupferunternehmen drosseln bereits ihre Kupferproduktion, weil sie im eigenen Land immer weniger Abnehmer finden. 200.000 Tonnen wollen die Konzerne im kommenden Jahr weniger produzieren. Aus diesem Grund ist 2016 allenfalls mit einer Stabilisierung des Preises zu rechnen.

Preisentwicklung: - 27,6 Prozent

Foto: dpa

Platz 13: Heizöl

Wie beim Erdgas trifft auch Heizöl der wegen des El Niños sehr milde Winter. In Europa ist der Heizölverbrauch dementsprechend niedrig. Viele Haushalte dürfte das freuen. Der Preis ist seit Jahresanfang um knapp 30 Prozent gesunken.

Preisentwicklung: - 27,4 Prozent

Foto: dpa

Platz 12: Magerschwein

Den größten Teil ihrer Preisverluste erlebten Magerschweine Anfang des Jahres. Lag der am 1. Januar noch bei 75,30 Cent pro Pfund notierte er Anfang Februar bereits mit 56,89 Cent pro Pfund auf dem derzeitigen Niveau. Seitdem konnte sich der Preis nicht mehr nennenswert erholen.

Preisentwicklung: - 23,4 Prozent

Foto: dpa

Platz 11: Weizen

Europas Landwirte ernten 2015 so viel Weizen wie nie zuvor. Die Rekordernte trifft allerdings auf volle Weizenlager. Der Preis gerät daher ins Purzeln.

Preisentwicklung: - 23,1 Prozent

Foto: dpa

Platz 10: Rohöl

Über fallende Rohölpreise wird häufig berichtet. Doch im Vergleich zu den anderen Rohstoffen hält sich Rohöl im laufenden Jahr vergleichsweise wacker. Mit einem Preisrückgang der Sorte Brent von knapp 23 Prozent auf 44,50 Dollar pro Barrel, belegt Rohöl einen Platz im Mittelfeld. Rohöl der Sorte WTI hat es in diesem Jahr mit 26,4 Prozent noch stärker ins Minus gedrückt. Verantwortlich für den Preisrückgang sind zu einen der zurückgehende Verbrauch aus China und den Schwellenländern und zum anderen die anhaltend hohe Fördermenge aus den arabischen Staaten und den frackenden USA.

Preisentwicklung: - 22,6 Prozent

Foto: dapd

Platz 9: Aluminium

Industriemetalle wie Aluminium leiden besonders stark am Rückgang der Nachfrage aus China. Dennoch wird die Produktion nicht zurückgefahren. Im Oktober ist die globale Aluminiumproduktion laut dem International Aluminium Institute um 7,8 Prozent auf 4,91 Millionen Tonnen gestiegen.

Preisentwicklung: - 22,1 Prozent

Foto: dpa

Platz 8: Bauholz

Der Markt für Bauholz ist gesättigt und in den Sägewerken kämpfen die Unternehmer mit Überkapazitäten. Außer einem Zwischen hoch im Mai entwickelte sich der Holzpreis kontinuierlich negativ.

Preisentwicklung: - 20,4 Prozent

Foto: dpa

Platz 7: Mais

Mais kämpft wie viele andere Agrarrohstoffe mit einem Nachfragerückgang. Eine Scheffel Mais kostet nur noch 365 US-Cents. Das sind über 15 Prozent weniger als noch zu Jahresanfang. Das US-Landwirtschaftsministerium hat Anfang November enttäuschende Exportzahlen veröffentlicht. Seit Saisonbeginn sind die Bestellungen in den USA um satte 32 Prozent zurückgegangen.

Preisentwicklung: - 15,2 Prozent

Foto: dpa

Platz 6: Palmöl

Malaysia flutet die Märkte mit Palmöl. Das Überangebot hat zur Folge, dass der Preis des als Biokraftstoff verwendeten Pflanzenfetts seit Jahresanfang fast 14 Prozent nachgegeben hat. Der El Niño, der in der Region um Malaysia für einen stärkeren als sonst üblichen Monsun gesorgt hat, dürfte die Ernteerträge nochmals steigern.

Preisentwicklung: - 13,9 Prozent

Foto: dpa

Platz 5: Silber

Seit seinem Allzeithoch von 49,83 Dollar je Feinunze im Jahre 2011 hat sich Silber kontinuierlich verbilligt. Zuletzt kostet die Feinunze lediglich 14,17 Dollar. Verantwortlich für den Preisrutsch ist die geringere Nachfrage aus der Elektronikbranche und die schwache Konjunktur in China und anderen Schwellenländern.

Preisentwicklung: - 11,3 Prozent

Foto: CLARK/obs

Platz 4: Gold

Gold ist nach Meinung vieler Experten keine Krisenwährung mehr. Doch diese These ist mit Vorsicht zu genießen. Denn in Anbetracht der Entwicklung anderer Rohstoffe und der positiven Kursentwicklung zahlreicher Börsen in Europa, hält sich das Edelmetall vergleichsweise wacker. Auf Jahressicht hat Gold weniger als neun Prozent verloren. In Euro gezeichnetes Gold hat im Vergleich zu Jahresanfang sogar drei Prozent hinzugewonnen.

Preisentwicklung: - 8,9 Prozent

Foto: CLARK/obs

Platz 3: Lebenrind

Rindfleisch wird überall auf der Welt immer beliebter. Vor allem in Asien greifen immer mehr Menschen zu dem roten Fleisch. Es gilt als gesünder und fettärmer als Schweinefleisch. Der Preisrückgang fällt dementsprechend geringer aus als bei Magerschweinen.

Preisentwicklung: - 6,4 Prozent

Foto: dpa

Platz 2: Sojabohnen

Die wachsende Nachfrage in China bewahrt Sojabohnen vor einem starken Preisrückgang. Allerdings wachsen vor allem in den USA die Ernten rapide an. Experten gehen davon aus, dass der Preis für Sojabohnen daher im kommenden Jahr stärker sinken könnte.

Preisentwicklung: - 5,7 Prozent

Foto: dpa

Platz 1: Reis

Reis braucht viel Wasser. Doch aufgrund des El Ninos sind große Regenfälle in diesem Jahr weitestgehend ausgeblieben. Darauf haben die Preise bereits im laufenden Jahr reagiert. Seit Juni ist der Preis um fast 22 Prozent gestiegen. Damit bewegt sich der Reispreis nur knapp unterhalb seine Jahresanfangsniveaus. Glaubt man den Analysten könnte der Preis im kommenden Jahr weiter steigen. Denn in Indien sinkt die Ernte 2015/2016 wahrscheinlich unter 90 Millionen Tonnen. Zwei Jahre zuvor waren es noch 91,5 Millionen Tonnen.

Preisentwicklung: - 3,2 Prozent

Foto: dpa

Außer Konkurrenz: Uran

In manchen Staaten wird die Energiewende etwas anders verstanden als in Deutschland. Auch sie wollen saubere beziehungsweise CO2-lose Energie. Doch anstatt Erneuerbaren Energien zu fördern setzen Staaten wie China, Frankreich und die USA lieber auf Atomkraftwerke. Und auch Japan wendet sich nach dem Fukushima-Unglück langsam aber sicher wieder der Kernkraft zu. Uran ist deswegen das einzige Industriemetall, dessen Preis seit Jahresanfang gestiegen ist.

Preisentwicklung: + 1,2 Prozent

Foto: AP

Am Wochenende waren zahlreiche Sanktionen gegen Iran aufgehoben worden, nachdem die Internationale Atomenergiebehörde IAEA dem Land bescheinigt hatte, seinen Verpflichtungen aus dem Atomabkommen nachgekommen zu sein.

Für den Ölmarkt hat der Schritt große Relevanz, weil das ölreiche Iran bereits angekündigt hat, seine Rohölausfuhren um etwa 500.000 Barrel pro Tag hochzufahren. Damit dürfte das ohnehin hohe Weltangebot - Hauptgrund für den Ölpreisverfall - noch größer werden.

dpa
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