Audi A8: Wie das Audi-Flaggschiff aussieht - und was es kann
Der neue A8 ist das erste Modell, das vollständig die Linien von Marc Lichte trägt. Sportlichere Proportionen, starke Schultern und keine zu enge Ähnlichkeit zum Vorgänger. (Zur Analyse der Weltpremiere).
Doch damit nicht genug. Gleichzeitig galt es, dem Aushängschild der Marke Status und Präsenz mit auf den Weg zu geben. Das ist wichtig für China und die USA. Sie sind die größten Absatzmärkte.
Mit 5,17 Metern wuchs der neue A8 um vier Zentimeter gegenüber dem Vorgänger. Der Radstand blieb mit drei Metern gleich. Die Langversion ist erneut 13 Zentimeter länger, erreicht jetzt stolze 5,30 Meter.
Im Cockpit dominieren Flachbildschirme und digitale Animationen. Mechanische Knöpfe und Schalter wurden weitestgehend verbannt. So gut wie sämtliche Bedienungen laufen über Touch-Funktionen auf den Bildschirmen.
Die Liste der Extras führt diverse Annehmlichkeiten wie Massage, Klimatisierung und Schlafstellung.
So gut wie sämtliche Bedienungen laufen über Touch-Funktionen auf den Bildschirmen.
Hinter den Fahrgästen bleibt Platz für 505 Liter Gepäck, ein paar Liter weniger als zuvor, doch bei besserer Beladbarkeit.
Zum Marktstart im November hat der A8-Kunde die Wahl zwischen zwei Sechszylindern. Der Dreiliter-Diesel leistet 210 kW/286 PS, der gleichgroße Benziner kommt auf 257 kW/350 PS. Nächstes Jahr kommen die V8-Aggregate mit vier Liter Hubraum hinzu. Sie leisten als TDI 320 kW/435 PS und als TFSI 338 kW/460 PS.
Alle Motoren sind mit der bekannten Achtgang-Automatik von ZF kombiniert und mit einem 48-Volt-Starter-Generator versehen. Letzterer macht den A8 stets zum Mild-Hybrid. Die E-Maschine hilft beim Beschleunigen und lässt den A8 bis zu einem Tempo von 160 km/h emissionsfrei „segeln“. Alle Modelle haben zudem serienmäßig Allradantrieb.
Erst im Herbst 2018 will Audi einen Plug-in-Hybrid nachreichen. Unter der Haube stecken dann ein V6-Benziner und ein Elektromotor, die zusammen eine Systemleistung von 331 kW/450 PS ins Getriebe schicken. Die elektrische Reichweite soll bei über 50 Kilometern liegen und das Laden kabellos funktionieren. Auch den neuen A8 wird es wieder mit 6,0-Liter-W12. Das Topmodell mit 430 kW/585 PS ist vor allem für Asien und Amerika gedacht.
Die höhere Spannung von 48 Volt nutzt Audi nicht nur für die Elektromaschine sondern auch für ein vollaktives, elektromechanisches Federungssystem. Eine Kamera erkennt Löcher und Fugen im Asphalt und steuert das Fahrwerk vorausschauend an. Unebenheiten werden so nicht weggefedert, sondern aktiv ausgeglichen.
Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal ist jedoch ein neues Sicherheits-Feature. Droht ein Seitenaufprall, kann der A8 die der Kollision zugewandte Seite innerhalb einer halben Sekunde um bis zu acht Zentimeter anheben. Dadurch trifft das gegnerische Auto nicht die relativ weichen Türen, sondern die besonders steifen Seitenschweller und den Unterboden.
Ebenso proklamiert Audi beim autonomen Fahren Führungsanspruch. Der neue A8 ist weltweit das erste Serienfahrzeug, das das sogenannte Level 3 beherrscht. Level 3 bedeutet, die Hände können das Lenkrad loslassen, der Fahrer kann sich um andere Dinge kümmern. Das funktioniert bislang allerdings nur bis Tempo 60, daher nennt Audi dieses Extra „Traffic Jam Pilot“ (Staupilot).
Und noch eine Restriktion gibt es: Der A8 kann zwar alleine fahren, darf es aber nicht. Es fehlt derzeit die gesetzliche Grundlage.