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US-ÖkonomRichard Thaler bekommt Nobelpreis für Wirtschaft

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft geht in diesem Jahr an den US-Forscher Richard Thaler für seine Beiträge zur Verhaltensökonomik. 10.10.2017 - 11:58 Uhr

2001

George Arthur Akerlof (geboren am 17. Juni 1940 in New Haven, Connecticut) lehrt als Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of California, Berkeley. 2001 erhielt er zusammen mit Joseph E. Stiglitz und Michael Spence den Nobelpreis für seine Arbeiten über das Verhältnis von Information und Märkten. Ende Oktober 2009 gründete Akerlof mit anderen das Institute for New Economic Thinking (INET) mit dem Ziel, neue Denkansätze für die Volkswirtschaftslehre zu entwickeln.

Foto: AP

2001

Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Joseph E. Stiglitz, geboren am 9. Februar 1943 in Gary, Indiana, wurde einer breiteren Öffentlichkeit durch sein Buch "Die Schatten der Globalisierung" bekannt. Stiglitz gilt als scharfer Kritiker der Politik der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und des Finanzministeriums der Vereinigten Staaten.

Foto: dapd

2001

Preisträger Andrew Michael Spence ist der Vater der sogenannten „Job Market Signaling“-Theorie, die sich allgemein mit dem Problem der asymmetrischen Information auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt. Der Ökonom wurde am 7. November 1943 in Montclair, New Jersey, geboren und ist Professor an der Harvard University, lehrt aber auch an der Business School der New York University.

Foto: AP

2002

Daniel Kahneman (geboren am 5. März 1934 in Tel-Aviv) ist ein israelisch-US-amerikanischer Psychologe. Er erhielt 2002 zusammen mit Vernon L. Smith den Wirtschafts-Nobelpreis. Die zugrundeliegende Theorie – die „Prospect Theory“ – entwickelte der Wissenschaftler zusammen mit Amos Tversky. Die Theorie erlaubt es, die Entscheidungsfindung in Situationen der Unsicherheit zu beschreiben. Bekannt wurden vor allem Kahnemanns Arbeiten zu Urteilsheuristiken und kognitiven Verzerrungen. Er ist emeritierter Professor der Princeton University.

Foto: REUTERS

2002

Der US-Amerikaner Vernon L. Smith gilt als der bedeutendste Vertreter der experimentellen Kapitalmarktforschung. Der 1927 in Wichita (Kansas) geborene Smith ist Professor für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften und forscht unter anderem an der George Mason University in Arlington (Virginia).

Foto: AP

2003

Sir Clive William John Granger (1934-2009) wurde für seine Arbeit an "Methoden zur Analyse ökonomischer Zeitreihen mit gemeinsam veränderlichen Trends (Kointegration)" ausgezeichnet. Beispiele hierfür sind der Zusammenhang zwischen Vermögen und Konsum, Wechselkursen und Preisniveau oder kurzfristigen und langfristigen Zinssätzen. Der Brite war zuletzt emeritierter Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of California, San Diego, und lehrte in Nottingham.

Foto: REUTERS

2003

Robert F. Engle III ist Professor für Management von Finanzdienstleistungen an der New York University. Engle wurde am 10. November 1942 in Syracuse/New York geboren. Geehrt wurde er für seine Verdienste hinsichtlich der Entwicklung von Methoden zur Analyse ökonomischer Zeitreihen mit zeitlich variabler Volatilität. Den Preis teilt er sich mit dem 2009 verstorbenen Clive W. J. Granger.

Foto: dpa

2004

Den Preis in diesem Jahr teilen sich Finn E. Kydland aus Norwegen (links) und Edward Prescott aus den USA. Der 1943 geborene Kyland und der US-Amerikaner Prescott (Jahrgang 1940) erhielten die Auszeichnung für ihre gemeinsamen Beiträge zur dynamischen Makroökonomie. Die Wissenschaftler untersuchten, warum sich Wirtschaft nicht gleichmäßig entwickelt, sondern Phasen des Aufschwungs immer wieder von Phasen der Rezession abgelöst werden.

Foto: REUTERS

2005

Robert John Aumann (geboren 8. Juni 1930 in Frankfurt am Main) ist ein Mathematiker deutscher Abstammung mit israelischer und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft. 2005 durfte er den Nobelpreis für seine grundlegenden Beiträge zur Spieltheorie und zum besseren Verständnis von Konflikt und Kooperation entgegennehmen. Dei Auszeichnung teilt sich der Mathematiker mit Thomas Schelling.

Foto: REUTERS

2005

Thomas C. Schelling ist emeritierter Professor für auswärtige Politik, nationale Sicherheit, nukleare Strategie und Rüstungskontrolle an der Fakultät für Öffentliche Politik (School of Public Policy) der University of Maryland, College Park. Wie Aumann erhielt der 1921 geborene Wissenschaftler den Nobelpreis für seine Arbeiten im Rahmen der spieltheoretischen Analyse. Schelling arbeitete am Marshall-Plan in Europa und im Weißen Haus.

Foto: AP

2006

Als alleiniger Preisträger wurde der US-Ökonom Edmund S. Phelps im Jahr 2006 „für seine Analyse intertemporaler Zielkonflikte in makroökonomischer Politik“ ausgezeichnet. Phelps, Jahrgang 1933, arbeitet an der Columbia University.

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2007

Leonid Hurwicz (1917-2008) war ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler. Der Emeritus der University of Minnesota galt als Begründer der „Mechanism-Design“-Theorie, die später von Eric S. Maskin und Roger B. Myerson wesentlich weiterentwickelt wurde. Die Theorie dient dazu, bestimmte wirtschaftspolitische Ziele wie privaten Gewinn oder sozialen Wohlstand zu erreichen.

Foto: AP

2007

Harvard- und Cambridge-Absolvent Eric S. Maskin (Mitte, geboren 1950 in New York City) und Harvard-Absolvent Roger B. Myerson (geboren 1951 in Boston) entwickelten Hurwicz' Theorie wesentlich weiter.

Foto: dpa

2008

Auch 2008 ging der Nobelpreis für Wirtschaft an einen US-amerikanischen Wissenschaftler: Paul Krugman, Jahrgang 1953, wurde für die Analysen der Handelsmuster und Räume wirtschaftlicher Aktivität ausgezeichnet. Der Begründer der "Neuen Ökonomischen Geographie" ist auch durch seine wöchentlichen Kolumnen in der New York Times über Fachkreise hinaus bekannt geworden.

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2009

Elinor Ostrom erhielt als erste Frau den Wirtschaftsnobelpreis. Die 1933 in Los Angeles geborene Politikwissenschaftlerin starb im Juni 2012. Sie habe gezeigt, „wie gemeinschaftliches Eigentum von Nutzerorganisationen erfolgreich verwaltet werden kann“, hieß es in der Würdigung des Nobelpreiskomitees. Im Bereich der Umweltökonomie ist Ostrom weltweit als eine führende Forscherin angesehen. Sie teilte sich den Preis mit Oliver E. Williamson.

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2009

„Für seine Analyse ökonomischen Handelns im firmeninternen Bereich“ wurde Oliver Eaton Williamson im Jahr 2007 ausgezeichnet. Bekannt wurde der 1932 geborene US-Amerikaner als Institutionenökonom, der sich vor allem mit der Transaktionskostenökonomie beschäftigt.

Foto: dpa

2010

Im Jahr 2010 gab es gleich drei Wirtschafts-Nobelpreisträger: den US-Amerikaner Dale Mortensen (links), den zyprisch-britischen Ökonomen Christopher Pissarides (Mitte) und den US-Amerikaner Peter A. Diamond. Alle drei sind Wirtschaftswissenschaftler und wurden für ihre „Analyse von Märkten mit Friktion“ ausgezeichnet. Friktion beschreibt Reibungen, die auf theoretisch reibungslos verlaufenden Märkten auftreten - etwa Probleme bei der Besetzung freier Arbeitsplätze.

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2011

Der Wirtschafts-Nobelpreis 2011 ging an die US-Forscher Christopher Sims (links) und Thomas Sargent. Die beiden Wissenschaftler wurden ausgezeichnet für ihre empirische Forschung zu „Ursache und Wirkung in der Volkswirtschaft“. Sargent, Jahrgang 1943, ist Berkley Professor of Economics and Business an der New York University. Der 1942 geborene Sims ist Professor of Economics and Banking in Princeton.

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2012

Alvin E. Roth (geboren 1951) lehrt an der Stanford University und ist emeritierter Professor der Harvard Business School in Boston im Bundesstaat Massachusetts, Lloyd Shapley (geboren 1923) ist emeritierter Mathematikprofessor an der Universität von Kalifornien. Ausgezeichnet wurden sie für ihre "Theorie stabiler Verteilungen und die Praxis des Marktdesigns", teilte die Jury mit. Die beiden Forscher hätten die Wirtschaftswissenschaft bei einem zentralen Problem entscheidend vorangebracht – wie verschiedene Akteure auf bestmögliche Weise zusammengebracht werden können.

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2013

In diesem Jahr ging der Wirtschaftsnobelpreis an drei amerikanische Ökonomen: Die Preisträger sind Eugene Fama (74), Lars Peter Hansen (60) und Robert J. Shiller (67 / Foto). Vor allem Shiller galt seit vielen Jahren als Kandidat. Er hatte in seinen Publikationen vor einem Zusammenbruch der US-Immobilienblase gewarnt, die Auslöser der globalen Finanzkrise ab dem Jahr 2008 war. Einer der wichtigsten Preisindikatoren für den US-Immobilienmarkt trägt auch seinen Namen.

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2014

„Für seine Analyse der Macht und der Regulierung der Märkte“ erhielt der französische Ökonom Jean Tirole 2014 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Tirole sei "einer der einflussreichsten Ökonomen unserer Zeit", lobte ihn die Jury. Mit dem mathematischen Ansatz der Spieltheorie hatte Tirole Lösungen zu Monopolen gesucht, die den Missbrauch von Marktmacht verhindern und Anreize für mehr Wettbewerb schaffen.

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2015

Im Jahr 2015 wurde mit Angus Deaton ein Professor der Princeton-University mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet. Das Nobelpreiskomittee zeichnete ihn „für seine Analyse von Konsum, Armut und Sozialstaat“ aus. Der gebürtige Schotte beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Entwicklungs-, Wohlfahrts- und Gesundheitsökonomie. „Der diesjährige Preis handelt von Konsum im Großen und Kleinen", sagte Göran Hansson, Generalsekretär der Akademie.

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2017

Für seine Erforschung der Psychologie hinter wirtschaftlichen Entscheidungen wählte die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie im Oktober 2017 den US-Wissenschaftler Richard H. Thaler für den Nobelpreis für Wirtschaft. Thaler (72) lehrt an der Universität Chicago. Der Verhaltensökonom habe gezeigt, dass begrenzte Rationalität, soziale Präferenzen und ein Mangel an Selbstbeherrschung systematisch Entscheidungen und Marktergebnisse beeinflussten, hieß es in der Begründung

Foto: REUTERS

2017

Für seine Erforschung der Psychologie hinter wirtschaftlichen Entscheidungen wählte die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie im Oktober 2017 den US-Wissenschaftler Richard H. Thaler für den Nobelpreis für Wirtschaft. Thaler (72) lehrt an der Universität Chicago. Der Verhaltensökonom habe gezeigt, dass begrenzte Rationalität, soziale Präferenzen und ein Mangel an Selbstbeherrschung systematisch Entscheidungen und Marktergebnisse beeinflussten, hieß es in der Begründung

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Für seinen Beitrag zur Verhaltensökonomie bekommt der Amerikaner Richard H. Thaler in diesem Jahr den Wirtschaftsnobelpreis. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften erklärte am Montag, der Professor von der Universität von Chicago sei ein Pionier auf seinem Gebiet und habe zum Verständnis der Psychologie der Ökonomie beigetragen.

Der 72-jährige Thaler habe gezeigt, dass begrenzte Rationalität, Wahrnehmungen von Fairness und ein Mangel an Selbstbeherrschung systematisch Entscheidungen und Marktergebnisse beeinflussten, hieß es in der Begründung. In der Verhaltensökonomie würden Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung auf wirtschaftliche Entscheidungsfindungen angewandt. So seien realistischere Analysen möglich, wie Menschen denken und wie sie ökonomische Entscheidungen treffen. Der Geehrte erklärte in einer Pressekonferenz, am wichtigsten an seiner Arbeit sei die Erkenntnis, dass die ökonomischen Akteure Menschen seien und Entscheidungen nicht immer rational träfen.

Seit der ersten Preisvergabe 1969 hatte die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie vor allem US-Ökonomen mit der Auszeichnung bedacht. Im vergangenen Jahr wurden der Amerikaner Oliver Hart und der Finne Bengt Holmström, die beide in den USA lehren, für Forschungen zu Vertrags-Konstruktionen etwa von Top-Managern geehrt.

Nach Deutschland ging der Preis erst einmal. 1994 zeichnete das Nobelkomitee den Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten aus. Zudem wurde die Ehre bislang nur einer Frau zuteil: 2006 bekam die US-Umweltökonomin Elinor Ostrom den Wirtschafts-Nobelpreis.

Der Wirtschaftspreis ist wie die traditionellen Nobelpreise auch mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 940.000 Euro) dotiert. Er wird am 10. Dezember - Nobels Todestag - in Stockholm überreicht.

Streng genommen ist der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft gar kein Nobelpreis. Er geht zumindest nicht auf den letzten Willen von Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896) zurück. Der Schwede hatte in seinem Testament nur Preise für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden genannt. Den Wirtschaftspreis stiftete die schwedische Reichsbank in Erinnerung an ihn 1968.

Ökonomie

Bessere Nobelpreisträger verzweifelt gesucht

Die höchste wissenschaftliche Auszeichnung für Ökonomen gerät unter Reformdruck: Statt ständig mathematische Spezialisten zu küren, sollte sich das Nobelpreiskomitee endlich für benachbarte Disziplinen öffnen.

von Malte Fischer und Bert Losse

dpa, AP
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