Fahrbericht: Porsche Macan T – der Letzte seiner Art
Porsche ist noch weit davon entfernt, Verbrenner auf den Schrottplatz der Geschichte zu werfen. Zu viele wichtige Märkte sind in Sachen Elektromobilität noch Entwicklungsländer. Zwar investiert der Sportwagenbauer nicht mehr viel in die Weiterentwicklung der Benzinmotoren, holt aber immer mal wieder schnelle Pfeile aus dem Köcher der eigenen Historie. Diesmal reisen wir zurück ins Jahr 1968 zum Porsche 911 T. Das T stand für Touring und schmückte einst den neuen Basis-Elfer, der mit 110 PS und einem Listenpreis von rund 19.000 Mark zum Verkaufsschlager wurde. Während der T damals allerdings ausstattungsmäßig und technisch abgemagert wurde, steht der Buchstabe heute für sportlich aufgewertete Basismodelle.
Jetzt folgt mit dem Macan T der erste Viertürer mit dem historischen Kürzel am Heck. Mit einem Anteil von 29 Prozent ist der bereits 2014 eingeführte Macan noch immer Porsches wichtigstes Modell, dabei entscheiden sich weltweit 70 Prozent aller Kunden für das Grundmodell. Wahrlich eine gute Basis für den „T”. Unterhalb des S soll er der neue Bestseller im Macan-Kosmos werden.
Dabei ist er technisch weitgehend im Basislager zu Hause. Heißt: Zweiliter-Vierzylinder-Turbo mit 195 kW/265 PS, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK), Allradantrieb. Was die Optik angeht, lackiert Porsche viele Teile wie Bug, Außenspiegel, Sideblades, Dachspoiler oder Schriftzüge in Achatgraumetallic. Die Karosserie ist um 1,5 Zentimeter tiefer gelegt, die 20 Zoll-Räder des Macan S in Titandunkel sind serienmäßig. Was der grauen SUV-Eminenz wirklich super steht. Kaum zu glauben, dass dieses Modell – mit zwischenzeitlichen Facelifts – schon seit 2014 unterwegs ist.
Auch innen fährt das neue Modell im Sportmodus. So ist das GT-Lenkrad ebenso Standard, wie die achtfach elektrisch verstellbaren Sportsitze oder das Sport-Chrono-Paket. Mit frischem Styling alleine gibt sich der Macan T allerdings nicht zufrieden. Er will allen gefallen, die Spaß an der sportlichen Bewegung haben. Sein Konzept entspricht dabei der GTS-Philosophie. Wir ahnen es: da geht ein bisschen mehr.
Im Vergleich zum Sechszylinder hat der T rund 60 Kilo weniger Gewicht auf der Vorderachse und das Allradsystem PTM (Porsche Traction Management) ist heckbetonter ausgelegt. Beim Herausbeschleunigen aus Kurven leitet es mehr Kraft nach hinten. Bedeutet: Weniger Tendenz zum Untersteuern, das Heck lässt sich ein bisschen mehr auf einen leichten Tanz ein.
Womit wir schon im Auto und in voller Fahrt sind. Die Testtour führte uns über hunderte wilder Haarnadelkurven hoch zum legendären „Col de Turini” in den französischen Seealpen, fester Bestandteil jeder Rallye Monte Carlo. Serienmäßig rollt der Macan T auf einem Stahlfeder-Fahrwerk, das ideal zu seiner Mission passt und sich zumindest für den Mann, der heute hinterm Steuer sitzt, irgendwie authentischer anfühlt, als die optionale Luftfederung. Die senkt die Karosserie noch einmal um einen Zentimeter ab und filtert Straßenschäden souveräner heraus. Kostet aber 1476 Euro Aufpreis.
Mit 69.462 Euro liegt der T zwar rund 5000 Euro über dem Basis-Macan, bringt aber auch für rund 10.000 Euro mehr an Ausstattung mit. Man muss nur Schönrechnen können. Bleiben wir auf dem Teppich: Ein Schnäppchen ist der Macan T nicht. Ein begehrenswertes Auto aber auf jeden Fall. Vielleicht sogar der Letzte seiner Art.
Porsche Macan T – Technische Daten:
Fünftüriges, fünfsitziges SUV der Mittelklasse
Länge: 4,73 Meter, Breite: 1,93 Meter (Breite mit Außenspiegeln: 2,10 Meter), Höhe: 1,62 Meter, Radstand: 2,81 Meter
Kofferraumvolumen: 458 bis 1503 Liter
2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner-Turbomotor, 195 kW/265 PS
maximales Drehmoment 400 Nm bei 1800 - 4500 U/min
7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, permanenter Allradantrieb mit variabler Momentenverteilung, 0-100 km/h: 6,2 s, Vmax: 232 km/h
Verbrauch 10,1 - 10,7 l Super/100 km (WLTP)
CO2-Emissionen 200 g/km (WLTP)
Effizienzklasse D
Preis: 69.462 Euro