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StudieIW: Jeder Vierte muss mehr als zehn Prozent des Einkommens für Energie aufwenden

Steigende Energiepreise machen deutschen Haushalten zu schaffen. Zwei Drittel der unteren Einkommensgruppen müssen etwa zehn Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für Energie verwenden. 04.07.2022 - 07:16 Uhr

Viele Familien haben Probleme, die gestiegenen Energiekosten zu bezahlen.

Foto: dpa

Jede und jeder Vierte in Deutschland musste nach Berechnungen eines Forschungsinstituts im Mai mehr als zehn Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für Energie aufwenden. Im vergangenen Jahr waren es nur 14,5 Prozent der Haushalte, wie aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts IW hervorgeht. Zuvor hatte die „Welt am Sonntag“ berichtet.

„Die Gefahr für Energiearmut ist enorm gestiegen“, sagte der IW-Ökonom Ralph Henger der Zeitung. „Galoppierende Energiepreise setzen private Haushalte zunehmend unter finanziellen Druck.“ Laut IW-Berechnungen sind speziell Geringverdiener und Haushalte betroffen, die sich in schwierigen Übergangsphasen befinden. Dazu zählen Arbeitslose, Personen zum Zeitpunkt des Renteneintritts oder Alleinerziehende.

In der untersten Einkommensgruppe mussten den Berechnungen zufolge im Mai dieses Jahres fast zwei von drei Personen (65 Prozent) mehr als zehn Prozent ihres Einkommens für Energie aufwenden. In dieser Gruppe sind laut Statistik ohnehin viele Menschen von Armut bedroht, erzielen also ein Einkommen von unter 60 Prozent des mittleren Haushaltsnettoeinkommens.

Energie-Krise

Warnung vor Folgen eines möglichen Gasmangels

„Der Unterschied zwischen den Einkommensgruppen ist aber geringer als in der öffentlichen Debatte suggeriert wird“, sagt IW-Ökonom Henger. „Die Gefahr für Energiearmut geht auch weit in die Mittelschicht hinein.“ Als von Energiearmut bedroht gelten demnach Personen, die mehr als zehn Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für Heizen, Warmwasseraufbereitung, Kochen und Strom aufwenden müssen.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am Samstagabend bei einer Veranstaltung der „Zeit“ vor einer möglichen „Preisexplosion“ bei einigen Stadtwerken gewarnt. So weit kann es nach Habecks Angaben kommen, wenn Russland kein Gas mehr über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 liefert und der Bund es großen Versorgern wie Uniper erlaubt, die Preise an ihre Kunden weiterzugeben, etwa Stadtwerken.

Vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Gaskrise treffen sich ab diesem Montag Spitzenvertreter der Sozialpartner, der Bundesbank sowie Wissenschaftler mit der Regierung, um über die Inflation zu beraten. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte so einen Dialogprozess als Konzertierte Aktion initiiert.

Lesen Sie auch: Deutschlands Gas-Trauma

dpa
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