Der Ursprung meiner Karriere: Christoph Vilanek: „Mit der Rolle als Chef sollte man demütig umgehen“
„Anderen Freude zu bereiten und ihnen ein Glücksgefühl zu vermitteln – das ist mir als Tiroler scheinbar in die Wiege gelegt.“
Foto: PR, Privat1. Glaube
Meine Eltern haben mich und meine zwei älteren Schwestern kultur- und glaubensverbunden erzogen. Meine heile Welt lag zwischen und auf den Tiroler Bergen, und die Fixtermine im Jahr entsprachen den katholischen Feiertagen. Ich fand das schön und ganz normal. Ministrant zu sein oder den Palmesel durch das Dorf zu tragen gab mir das Gefühl, dazuzugehören.
2. Ehrgeiz
Das Jesuitengymnasium zu besuchen, obwohl ich aus einfachen Verhältnissen stammte, hat mich stolz gemacht. Es fühlte sich gut an, aus eigener Kraft zu einer „Elite“ zu gehören. Ich verwandte Energie darauf, die Führung zu übernehmen. Den gefühlt privilegierten Schulkameraden nicht nur gleich zu sein, sondern sie punktuell zu übertreffen. Alles geht, wenn man sich geschickt anstellt.
3. Demut
Als Student habe ich über 50 Sport- und Kulturreisen geleitet und mich damit finanziert. Unter meinen Gästen waren viele reiche Leute – ich bin denen ohne Angst, aber mit Respekt begegnet. Und ich habe festgestellt: Die akzeptieren, dass ich für die Reise der Chef bin. Ich habe auch gelernt, wie demütig man damit umgehen sollte – weil es nur eine geliehene Rolle ist.