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Was ist ein ETF?Exchange-Traded Funds einfach erklärt

Börseninvestments sind nur etwas für Marktexperten? Nicht unbedingt. Mit ETFs kann jeder an der Börse aktiv werden. Aber was sind ETFs überhaupt? Ein Überblick.Anabel Schröter 07.10.2025 - 10:20 Uhr

Lohnt sich ein Investment in ETFs für Anleger?

Foto: imago images

Sparbuch oder doch lieber Aktien? Wie sorge ich am besten für das Alter vor, ohne ein großes Risiko einzugehen? ETFs könnten dafür eine Lösung sein. Aber ist das Risiko wirklich überschaubar? Welche Arten von ETFs gibt es überhaupt? Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und ihre Antworten.

Die Grundlagen:

Erklärung: Was ist ein ETF?

ETFs, Exchange-Traded Funds (zu Deutsch: börsengehandelte Indexfonds), bilden eins zu eins einen Index ab – etwa einen Aktien- oder Anleiheindex. Bekannte Indizes sind der deutsche Leitindex Dax und der Dow Jones. Der Dax umfasst die Papiere der 40 größten börsennotierten deutschen Unternehmen – der amerikanische Dow Jones enthält 30 US-Industriefirmen. ETFs gelten als unkompliziertes Investment mit geringen Kosten bei vergleichsweise niedrigem Risiko. Denn der Wert des ETFs entwickelt sich wie der Wert des Index, den er kopiert.

Ein ETF verfolgt das Ziel, genau die gleiche Rendite wie der Index zu erwirtschaften. Gegenüber Fonds haben ETFs einen großen Vorteil: Sie kosten weniger, da kein Fondsmanager Aktien einzeln aussucht.

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ETFs können sich danach unterscheiden, wie sie gebaut werden und wie sie mit Gewinnausschüttungen der Unternehmen (Dividenden) umgehen. Es gibt zwei Bauarten:

  1. Physischer ETF: Der ETF kauft entsprechend dem jeweiligen Index die Wertpapiere, die im Index enthalten sind. Für Anleger wirkt ein physischer ETF verständlich und transparent. Da die Anleger genau wissen, in welche Wertpapiere sie investiert haben. Bei großen Indizes kann diese Art der Nachbildung aber komplex werden. Daher beschränken sich physische ETFs hier oft auf eine optimierte Auswahl an Aktien. Sie kaufen dann nur die wichtigsten Aktien, die den Index maßgeblich beeinflussen. Das soll reichen, um den Indexverlauf nachbilden zu können.
  2. Synthetischer ETF: Bei synthetischen ETFs kaufen die Anbieter nicht die Aktien des jeweiligen Index. Stattdessen sichert ein Vertragspartner, meist eine Bank, ihnen in einer Art Tauschgeschäft nur zu, die jeweilige Wertentwicklung des Index auszugleichen. Dieses Tauschgeschäft muss besichert werden, dafür werden andere Wertpapiere vorgehalten. Das klingt kompliziert, führt aber meist zu deutlich niedrigeren Kosten.

Auch beim Umgang mit Dividenden gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Ausschüttender ETF: Wenn eine Investorin Aktien von einem Unternehmen kauft und das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet, dann werden regelmäßig sogenannte Dividenden an sie ausgeschüttet. Bei Aktien-ETFs fließen diese Dividenden an den Fonds. Ausschüttende ETFs geben diese gebündelt an die Anleger weiter. Dadurch wird der Wert des Fonds allerdings verringert. Anleger können dafür mit der Dividendenausschüttung machen, was sie möchten.
  2. Wiederanlegender ETF: Alternativ besteht die Möglichkeit, dass die Dividenden dem Fondsvermögen gutgeschrieben werden – dies wird wiederanlegender oder thesaurierender ETF genannt. Diese Art der ETFs eignet sich besonders für Anleger, die langfristig Vermögen aufbauen möchten. Denn so bleiben die Dividenden im Fonds und profitieren dann im Anschluss auch von dessen Wertentwicklung – ähnlich wie beim Zinseszinseffekt.
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Welcher ETF ist 2025 der Beste?

Den besten ETF gibt es nicht. Wie alle Geldanlagen können äußere Einflüsse zu Schwankungen im Kurs führen. Dennoch gilt: Je mehr Aktien in einem ETF enthalten sind, desto geringer fallen im Normalfall die Schwankungen aus. Mittlerweile gibt es knapp über 10000 verschiedene ETFs. Die Auswahl kann überfordernd wirken. Deshalb setzen viele auf den wohl bekanntesten Index, MSCI World. Dafür gibt es naheliegende Gründe.

Die Gründe für den MSCI World:

  • Der MSCI World hat eine breite Streuung – spiegelt die Wertentwicklung von rund 1300 Unternehmen aus 23 Industrieländern wider.
  • Unterschiedliche Branchen sind vertreten. So können sich gut und schlecht laufende Branchen im Idealfall ausgleichen.

Dennoch weist der MSCI World einige Nachteile auf. Mit aktuell 72 Prozent (Stand: 31. August 2025) machen US-Werte den Löwenanteil des Index aus. Unternehmen aus China sind gar nicht vertreten. Auch Schwellenländer sind nicht vertreten, sodass Anleger nicht vom Wachstum aufstrebender Volkswirtschaften profitieren können.

Einige Anlageexperten empfehlen aus diesen Gründen den Index MSCI All Country World als Alternative. Dieser enthält mehr Aktien als der MSCI World und deckt zusätzlich Schwellenländer ab. Allerdings ist der Anteil von US-Wertpapieren mit rund 65 Prozent auch hier hoch (Stand: 31. August 2025).

Vor- und Nachteile:

Welche Vorteile hat ein ETF?

Mit ETFs können Anleger breit gestreut am Aktienmarkt investieren und so die damit verbundenen Risiken reduzieren. Ein weiterer Punkt ist, dass ETFs keinen Fondsmanager benötigen, da sie eine festgelegte Zusammensetzung besitzen. Dadurch fallen die Kosten deutlich geringer aus als bei einem aktiv gemanagten Investmentfonds. Zudem sind ETFs sehr transparent. Da ihre Zusammensetzung bekannten Indizes nachempfunden ist, wissen die Anleger, welche Aktienkurse ihre Wertentwicklung beeinflussen.

Welche Nachteile hat ein ETF?

Wegen ihrer passiven Indexnachbildung haben ETFs keinen nennenswerten Mehrertrag gegenüber dem Markt.  Zudem ist die Risikostreuung nicht immer optimal – das zeigt auch der MSCI World. Denn rund 72 Prozent der vom Index berücksichtigten Aktien stammen von US-Unternehmen. Sollte das Land beispielsweise in eine Rezession fallen, gibt es nur eine geringe Chance, das aufzufangen. Zuletzt sorgte die Verkündung weltweiter Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump jedoch dafür, dass der MSCI World einen Dämpfer erlebte, von dem er sich nur langsam erholt. Auch die Branchengewichtung gilt nicht als perfekt. Knapp ein Fünftel der Unternehmen sind Tech-Unternehmen.

Wo kann ich ETFs kaufen?

Um in ETFs investieren zu können, benötigen Anleger ein Wertpapier-Depot. Das gibt es bei Banken und bei Online-Brokern. Viele Banken bieten direkt zum Girokonto Depots an.

Depots gibt es mittlerweile auch bei der neuen Broker-Generation – den Neobrokern. Sie bieten gute Konditionen und eine große Auswahl an ETFs an. Viele davon sind über das Handy abrufbar. Zu den bekanntesten Online-Brokern gehören Scalable Capital, Trade Republic und der S Broker der Sparkassen. Hier gibt es nicht nur die Möglichkeit, einmalig zu investieren, sondern auch Sparpläne zu erstellen. Das eignet sich besonders für einen langfristigen Vermögensaufbau. Die dargestellte Tabelle zeigt die Gebühren bei den gängigsten Banken und bei den drei bekanntesten Neobrokern:

Trade Republic, DKB Bank & Co.: Die Gebühren der gängigsten Banken 2025

Das Investment:

Welcher ETF für Anfänger?

Viele Neueinsteiger in der Investment-Welt fragen sich, wie sie am besten ihr Geld gewinnbringend anlegen können. Denn das gute alte Sparbuch bringt kaum Zinsen. Der Börse hingegen stehen noch viele skeptisch gegenüber. Allerdings sind ETFs ein vergleichsweise risikoarmes Mittel, um an der Börse zu investieren.

Einen richtigen Anfänger-ETF gibt es nicht – viele setzen auf den bewährten Index MSCI World. Statt sich nur um den ETF Gedanken zu machen, sollten Einsteiger sich mit weiteren Punkten beschäftigen. Unter anderem mit der Frage nach dem idealen Broker. Dafür sollten Anleger die Gebühren (wie etwa Transaktions- und Depotführungskosten) sowie die Leistungen vergleichen.

Für den Einstieg ins ETF-Sparen eignen sich ETF-Sparpläne: Bei einem Sparplan investiert der Anleger regelmäßig in einen ETF. Ein Beispiel: Würde ein Einsteiger jeden Monat 50 Euro investieren, dann hätte er nach fünf Jahren 3000 Euro gespart. Bei einer jährlichen Rendite von fünf Prozent kämen nach 0,5 Prozent Kosten pro Jahr rund 360 Euro Ertrag obendrauf. Deutlich mehr als bei einem Sparbuch zuletzt üblich.

Sind ETFs sinnvoll?

ETFs sind so beliebt, weil sie günstig und unkompliziert zu kaufen sind. Dennoch sollten sich Anleger vor einem Investment klarmachen, in welche ETFs sie investieren und welche Vor- und Nachteile es gibt. Grundsätzlich gilt, dass ETFs ein passives Investment sind, denn der ETF folgt eins zu eins dem jeweiligen Basisindex, wählt also nicht besonders aussichtsreiche Wertpapiere daraus aus. Schon daraus folgt: ETFs sind nur so gut, wie der jeweilige Basisindex. Ein Investment in ETFs ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Geld langfristig angelegt wird.

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Steuern:

Sind ETFs steuerfrei?

Nein. Grundsätzlich gilt, dass die Kapitalerträge aus ETFs abgeltungsteuerpflichtig sind. Das betrifft sowohl die Ausschüttungen als auch einen eventuellen Gewinn beim Verkauf. Wie bei jeder abgeltungsteuerpflichtigen Kapitalanlage fällt damit der pauschale Steuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Ohne Kirchensteuer sind es knapp 26,4 Prozent Steuerabzug.

Kapitalerträge bis 1000 Euro pro Jahr können aber über den Sparerpauschbetrag steuerfrei bleiben. Davon können Sparer entweder über einen entsprechenden Freistellungsauftrag oder über ihre Steuererklärung profitieren. Bei Ehepartnern oder eingetragenen Lebenspartnern mit gemeinsamer Steuererklärung liegt der Sparerpauschbetrag bei in Summe 2000 Euro.

Eine Besonderheit gibt es bei thesaurierenden Fonds, auch entsprechenden ETFs: Hier muss auch ohne Ausschüttungen womöglich schon Steuer bezahlt werden. Damit sollen sie ausschüttenden ETFs steuerlich näherkommen. Besteuert wird aber nicht der reale Ertrag, sondern ein fiktiver Ertrag – genannt Vorabpauschale. In den vergangenen Jahren war dies ohne praktische Relevanz, weil der fiktive Ertrag aufgrund der Niedrigzinsen gering oder sogar gleich null war. Jetzt aber greift die Regel wieder.

Wie sind ETFs zu versteuern?

Anleger kommen grundsätzlich nicht mehr um eine jährliche Besteuerung der Erträge herum. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Erträge ausgeschüttet werden oder in einem thesaurierenden ETF verbleiben. Bei thesaurierenden ETFs greift die Vorabpauschale, hier wird ein fiktiver Ertrag besteuert.
Mit der Vorabpauschale soll verhindert werden, dass Anleger ETFs und Fonds als Steuerstundungsmodell nutzen können. Die Höhe der Vorabpauschale wird immer im Januar festgelegt, die daraus abgeleitete Steuerlast wird aber erst zu Beginn des Folgejahres berechnet. Die fällige Steuer wird vom Verrechnungskonto einbehalten, teilweise werden auch Fondsanteile verkauft, um sie zu begleichen.

Die Regeln zur Berechnung der Vorabpauschale sind recht komplex: Für die Vorabpauschale wird der Wert des Fondsanteiles mit dem Basiszins und bei reinen Aktienfonds mit dem Wert 0,7 multipliziert. Der Faktor 0,7 wird genutzt, weil die Erträge von Aktienfonds nur zu 70 Prozent steuerpflichtig sind. Dieser Steuernachlass soll ein Ausgleich für bereits auf Fondsebene erhobene Steuern sein.

Hat der jeweilige ETF in einem Jahr an Wert verloren, dann muss nichts versteuert werden. Auch die Vorabpauschale fällt dann nicht an.

Beim späteren Verkauf von ETF-Anteilen wird die Abgeltungsteuer auf den Gewinn berechnet. Die bereits laufend einbehaltene Vorabpauschale wird angerechnet, verringert also den zu versteuernden Betrag. Mit dieser Methodik will der Gesetzgeber sicherstellen, dass thesaurierende und ausschüttende ETFs steuerlich möglichst gleichbehandelt werden.

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Werden ETFs automatisch versteuert?

Seit 2018 ziehen die Bank oder die depotführende Stelle die Steuer direkt vom Konto ab. Anleger müssen sich daher nicht mehr um die Besteuerung ihrer Kapitalerträge kümmern. Zuvor mussten Anleger ihre Erträge aus thesaurierenden ETFs bei der Steuererklärung angeben.

Prognose:

Wie viel Geld erhalte ich, wenn ich 10 Jahre einen ETF halte?

Das kann nicht genau vorhergesagt werden. Allerdings sollten sich Anleger bewusst sein, dass ein Investment in ETFs immer ein langfristiges sein sollte. Da ETFs wie der Aktienmarkt selbst Wertschwankungen ausgesetzt sind, sind Verluste möglich.

Wer 2012 in den globalen Aktienindex MSCI World investiert hatte, konnte bis 2020 eine durchschnittliche Rendite von rund zehn Prozent erzielen. Je nach Kauf- und Verkaufszeitpunkt schwankt die Rendite allerdings deutlich. Durch ein langes Investment können Kursschwankungen im Laufe der Zeit ausgeglichen werden. Einige Langzeitstudien zeigten zudem, dass bei einem Zeitraum von 100 Jahren Aktien eine durchschnittliche Rendite von etwa sieben Prozent pro Jahr bringen könnten.

Auch wer Anfang 2020 sein Geld in einen weltweit gestreuten Aktienindex angelegt hatte und es drei Jahre dort ließ, konnte sich anschließend über eine Rendite von 20 Prozent freuen – trotz Coronacrash und Zinswende, welche die Kurse belastet hatten.

Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im Februar 2023 bei der WirtschaftsWoche. Wir haben ihn aktualisiert und zeigen ihn aufgrund des anhaltenden Leserinteresses erneut.

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