Finanzinstitut der Sparkassen-Gruppe: Die Deka untersucht noch einmal ihre Cum-ex-Historie
Die zur Sparkassen-Gruppe gehörende Deka Bank ist in illegale Cum-ex-Geschäfte verstrickt – jetzt lässt sie diese Deals erneut aufarbeiten.
Foto: dpaTraut die Deka-Bank eigenen Erkenntnissen zu ihrer Rolle bei illegalen Cum-ex-Geschäften nicht? Diese Frage werfen Informationen der WirtschaftsWoche auf. Nach Angaben aus Finanzkreisen lässt das zur Sparkassen-Gruppe gehörende Institut abermals ergründen, welche Rolle das Unternehmen und seine Manager bei den Steuerdeals gespielt haben. Dafür ist eigens die Wirtschaftskanzlei Dentons angeheuert worden, deren Anwälte bereits Banker befragt haben sollen.
Potenziell brisant ist: Die erneute Cum-ex-Untersuchung hat nicht der Vorstand veranlasst, sondern der Aufsichtsrat der Deka, der bei dem Institut den Namen Verwaltungsrat trägt. Das wirft die Frage auf, inwiefern die Untersuchung früheren oder aktuellen Vorständen des Instituts gefährlich werden könnte.
Ermittlungen gegen frühere und ehemalige Vorstände
Insidern zufolge soll der Verwaltungsrat die erneute Untersuchung veranlasst haben, weil die Kölner Staatsanwaltschaft das Institut im vergangenen Sommer im Zusammenhang mit den Cum-ex-Geschäften durchsucht hat. Damit stellt sich auch die Frage, ob der Verwaltungsrat im Zuge der Durchsuchung neue Informationen zu den Cum-ex-Deals erhalten hat. Anderenfalls hätte sich der Verwaltungsrat wohl mit früheren Analysen zufriedengeben können.
Bei der Razzia im Juni 2022 setzte die Kölner Staatsanwaltschaft mehr als 100 Ermittler ein, die neben der Deka auch Wohnungen von Verdächtigen durchkämmten. Besonders unangenehm für die Deka: Zu den Verdächtigen zählen auch frühere und aktuelle Vorstände des Instituts.
Bei der Deka handelt es sich um eines der wichtigsten hiesigen Finanzinstitute: Sie legt für die Sparkassen Fonds und Zertifikate auf. Die regionalen Geldhäuser haben diese Finanzprodukte an Millionen Kunden verkauft. Zuletzt kümmerte sich die Deka um Kundenvermögen von mehr als 350 Milliarden Euro.
Investoren ließen sich nie gezahlte Steuern erstatten
Ein Deka-Sprecher nahm zu der laufenden Untersuchung keine Stellung. Er äußerte sich nur zu vergangenen Überprüfungen und erklärte: Die Deka-Bank habe freiwillige Untersuchungen durchgeführt, um zu beurteilen, ob sie Dritten Cum-ex-Geschäfte ermöglicht habe „oder ob sie anderweitig in solche Gestaltungen involviert war“.
Bei Cum-ex-Geschäften ließen sich Investoren Steuern vom Staat erstatten, die sie nie gezahlt hatten. Dazu handelten sie untereinander Aktien um den Tag, an dem börsennotierte Unternehmen Dividenden auszahlen. Zwar mussten Investoren auf die Dividenden Steuern zahlen, sie konnten sich diese aber später vom Staat erstatten lassen. Indem die Investoren die Aktien geschickt hin und her handelten, täuschten sie vor, dass zwei Investoren die Aktie zur selben Zeit besaßen – mit der Folge, dass der Fiskus mehrfach Steuern erstattete.
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