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FachkräftemangelZahl der Pflege-Azubis sinkt deutlich

Fachleute sprechen von einem bedrückenden Zeichen: Trotz zahlreicher Bemühungen steigt die Attraktivität von Pflegeberufen nicht, im Gegenteil: Die Zahl der Auszubildenden geht weiter deutlich zurück. 04.04.2023 - 13:06 Uhr Quelle: dpa

Eine Pflegefachkraft legt in der ambulanten Pflege einen Kompressionsverband an.

Foto: dpa

Im vergangenen Jahr haben rund 4000 Menschen weniger als im Jahr 2021 einen Ausbildungsvertrag in der Pflege abgeschlossen. Das sei nach allerdings vorläufigen Zahlen ein Rückgang um sieben Prozent, berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag.

Während im Jahr 2021 noch 56.300 neue Ausbildungsverträge in der Pflege abgeschlossen wurden, waren es 2022 nur 52.300. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 146.500 Menschen in der Ausbildung zum Beruf der Pflegefachfrau beziehungsweise des Pflegefachmanns.

Der Frauenanteil der Auszubildenden lag den Angaben zufolge bei 76 Prozent. Unter den neuen Auszubildenden des vergangenen Jahres waren 13.500 Männer und 38.800 Frauen.

Es gebe allerdings noch Datenlücken, die vollständigen Zahlen liegen voraussichtlich im Sommer vor, hieß es. Während unter anderem Bremen, Rheinland-Pfalz und Sachsen davon ausgingen, dass es zu keinen größeren Abweichungen zwischen vorläufigen und endgültigen Ergebnissen kommt, gebe es bei den Ergebnissen in einigen anderen Bundesländern derzeit noch erhebliche Unsicherheiten.

Gute Löhne allein reichen nicht

Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, sprach angesichts des Rückgangs der Ausbildungsverträge von einem bedrückenden Zeichen, dass die bisherigen Bemühungen nicht ausgereicht hätten, um den Pflegeberuf attraktiv zu machen. „Auch ist fraglich, wie viele Ausgelernte sich für die Altenpflege entscheiden. Schließlich ist der Verdienst in Krankenhäusern deutlich besser“, sagte er am Dienstag. Zudem müsse alles getan werden, um den Nachwuchs langfristig im Job zu halten. „Angemessene Löhne reichen hier nicht aus. Neben verlässlichen Arbeitszeiten und einer guten Work-Life-Balance, müssen Berufsanfänger auch mehr Verantwortung übertragen bekommen“, sagte Brysch.

Der Bedarf an Pflegekräften wird in den kommenden Jahren deutlich steigen: Ende März war das Statistische Bundesamt in einer Berechnung davon ausgegangen, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland allein durch zunehmende Alterung bis 2055 um 37 Prozent zunehmen werde.

Lesen Sie auch: Warum die Zahl der Kliniken und Gesundheitsprofis wenig über gute Medizin aussagt

dpa
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