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Dow Jones, S&P 500, NasdaqWall Street schließt deutlich im Plus – Starke Apple-Zahlen stützen Handel

Kursgewinne beim kalifornischen Tech-Konzern sorgen für ein Plus an der amerikanischen Börse. Und auch die kriselnden Regionalbanken können vorerst aufatmen. 06.05.2023 - 17:16 Uhr

Ein Straßenschild an der New York Stock Exchange.

Foto: Reuters

Überraschend starke Quartalszahlen von Apple haben die Wall Street am Freitag gestützt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,7 Prozent höher bei 33.674 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 kletterte um 1,8 Prozent auf 4136 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,3 Prozent auf 12.178 Stellen. Für den Dow Jones-Index war es der größte prozentuale Anstieg innerhalb eines Handelstages seit Anfang Januar. In der Gesamtwoche konnte der Leitindex damit seinen Verlust auf 1,2 Prozent eingrenzen, der S&P verlor 0,8 Prozent. Die Nasdaq blieb weitgehend unverändert zur Vorwoche.

Vor allem starke Quartalszahlen von Apple stützen die New Yorker Börse am Freitag. Zwar verbuchte der US-Tech-Konzern den zweiten Rückgang des Quartalsumsatzes in Folge. Das Minus fiel aber nur etwas mehr als halb so hoch aus wie befürchtet. Die Erlöse mit iPhones wuchsen sogar überraschend um 1,5 Prozent auf 51,33 Milliarden Dollar. Die Apple-Aktie gewann 4,7 Prozent. „Es war eine schwierige Woche für den Aktienmarkt und die Probleme bei den US-Regionalbanken haben den Angstfaktor erhöht, aber die Apple-Zahlen waren wirklich stark“, sagte Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei Spartan Capital Securities.

Durchatmen bei US-Regionalbanken nach Turbulenzen

Einen Erholungskurs schlugen auch die Titel der US-Regionalbanken ein, die am Donnerstag nach der Pleite der First Republic Bank und den Problemen bei Pacwest abgestürzt waren. Die Anteilsscheine von Pacwest und Western Alliance gewannen um 81 beziehungsweise 50 Prozent. Die Kurse von Rivalen wie Zion, KeyCorp, First Horizon, Comerica und Truist stiegen zwischen acht und knapp 20 Prozent. Damit machten sie ihren jüngsten Absturz aufgrund neuer Sorgen um das globale Banksystem zum Teil wieder wett.

>> Lesen Sie auch: Diese kleine US-Bank will nicht mit der angeschlagenen Pacwest verwechselt werden – was sie jetzt dafür tut

Ein Medienbericht über einen möglichen Verkauf der Western Alliance, den das Geldhaus dementiert hat, hatte die Aktie am Donnerstag um 30 Prozent ins Minus gedrückt. Vorher war die Rivalin Pacwest in die Krise gerutscht. Im Gespräch mit Investoren sucht sie nach strategischen Auswegen und will damit offenbar dem Schicksal der in einem Notverkauf an JP Morgan gegangenen First Republic entgehen.

Seit vergangenem Freitag haben 16 mittelgroße Banken nach Berechnungen von Reuters mehr als 57 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung verloren. Der KBW Regional Banking Index ist in diesem Jahr um gut 30 Prozent gefallen. Alleine in diesem Monat hat er gut zwölf Prozent eingebüßt.

„Wir haben eindeutig eine Situation, in der der Markt die schwächsten Glieder nach Silvergate, Silicon Valley Bank und First Republic untersucht“, sagte Finanzmarkt-Experte Russ Mould vom Brokerhaus AJ Bell.

Zudem linderten überraschend robuste US-Arbeitsmarktdaten die Rezessionsängste nach der Serie an Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. Im April kamen 253.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft hinzu. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 180.000 gerechnet. „Es ist ein starker Bericht. Er zeigt, dass der Arbeitsmarkt widerstandsfähig ist, und rechtfertigt die letzte Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte“, sagte Chefökonom Cardillo von Spartan Capital Securities.

Gold stark unter Druck – Ölpreise steigen

Die Erwartung weiterer Zinserhöhungen nach den starken US-Arbeitsmarktdaten setzten dem Goldpreis zu. Gold verbilligte sich um 1,7 Prozent auf rund 2017 Dollar je Feinunze. Zuletzt hatte die Devise deutlich zulegen können, nachdem sich eine Ende des Zinserhöhungszyklus andeutete. „Gold zahlt selbst keine Zinsen und profitiert damit von einem Umfeld, welches von fallenden oder niedrigen Zinsen geprägt ist“, sagte Rohstoff-Experte Alexander Zumpfe vom Edelmetallhändler Heraeus.

Dagegen stiegen die Ölpreise. Analysten sprachen von einer rein charttechnischen Erholung nach drei Wochen mit Verlusten. Es werde versucht, den jüngsten Preisverfall auszugleichen, der durch Zins-, Banken- und Nachfragesorgen ausgelöst worden sei, sagte Dennis Kissler von BOK Financial. Die Nordsee-Sorte Brent und die leichte US-Sorte WTI verteuerten sich um jeweils etwa vier Prozent auf 75,28 beziehungsweise 71,33 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Blick auf weitere Einzelwerte:

Lyft: Eine enttäuschende Prognose brockte dem Fahrdienstanbieter Lyft einen Kursabschlag von fast 20 Prozent ein. Lyfts Versuche, dem Konkurrenten Uber mit niedrigeren Tarifen Marktanteile abzujagen, setzt die Gewinnmarge unter Druck.

Microchip Technology: Aktien von Microchip Technology fielen um 1,2 Prozent. Mit Blick auf die Quartalszahlen des Halbleiterherstellers machten Analysten Risiken hinsichtlich hoher Lagerbestände und der Nachfrage aus.

rtr
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