Die Letzten ihrer Art: Wie eine Schweizer Firma es bis in die höchsten Kunst-Kreise New Yorks schaffte
Feuer spielt eine wesentliche Rolle für die Firma Sägi. Ohne Feuer könnte das Kaminbesteck aus Stahl nicht hergestellt werden.
Und ohne Feuer im Kamin braucht man wiederum keine Zangen oder Schaufeln, um Holz nachzulegen oder die Asche zusammenzufegen.
1947 als Ein-Mann-Betrieb für Holz- und Metallwaren wie Garderoben, Salatschüsseln und Pfeffermühlen gegründet, hat sich Sägi mit traditioneller Schmiede- und Handwerkskunst über Jahrzehnte seine besondere Nische erkämpft.
Heute ist Sägi eine der bekanntesten Marken für qualitativ hochwertiges und formschönes Accessoire rund um den Kamin und die Küche.
Der internationale Durchbruch gelang Sägesser 1999, als das New Yorker Museum of Modern Arts mehre Sägi-Produkte in seinem Weihnachtskalender veröffentlichte. „Für einen Designer ist das wie ein Ritterschlag“, erinnert er sich.
Heute exportiert Sägi rund 30 Prozent seiner Waren nach England, Deutschland und Norwegen, während der Rest in der Schweiz verkauft wird. Hauptabnehmer hierzulande sind Fachgeschäfte wie Torquato oder Kustermann. Die Geschäfte laufen zwar stabil, werden aber schwieriger, gibt der 71-Jährige zu. Vor allem der Online-Handel mache ihm und seinen Abnehmern zu schaffen.
Sägesser konnte bis jetzt keinen Nachfolger für seine Firma finden; er selbst will aber noch einige Jahre weiterarbeiten. Und die Handwerkskunst von Sägi am Leben halten.
„Die Letzten ihrer Art“ ist ein neues Format der WirtschaftsWoche in der Reihe „Leben“. Jeden Monat porträtieren wir an dieser Stelle Unternehmen, die in ihrer Branche einzigartig sind, und viel Wert auf Handarbeit und Tradition legen.
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