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UmbaupläneThyssenkrupp prüft die grüne Wende

Thyssenkrupp steckt in der Krise. Eine Finanzspritze vom Staat sollte die Kehrtwende einläuten – doch grüner Stahl ist teurer als gedacht. 07.10.2024 - 10:24 Uhr Quelle: Reuters

In der Stahlsparte von Thyssenkrupp muss sich etwas tun – nicht nur in Sachen Nachhaltigkeit.

Foto: imago images

Der kriselnde Industriekonzern Thyssenkrupp nimmt seine vom Staat mit Milliardensummen unterstützten Pläne für eine klimaschonende Produktion unter die Lupe. Der in Überarbeitung befindliche Businessplan solle auch Erkenntnisse zur weiteren „grünen Transformation“ des Stahlbereichs liefern, erklärte die Stahltochter am Sonntagabend auf Nachfrage.

„Dabei prüfen wir fortlaufend technologie- und ergebnisoffen, was die besten und wirtschaftlich tragfähigsten Lösungen unter den jeweils gegebenen Rahmenbedingungen sind, um den Stahlbereich von Thyssenkrupp langfristig klimaneutral aufzustellen.“ Aktuell gehe das Unternehmen davon aus, dass die geplante Direktreduktionsanlage unter den gegebenen Rahmenbedingungen realisiert werden könne.

Thyssenkrupp Steel Europe reagierte damit auf einen Bericht des „Handelsblatts“. Danach habe die Leitung unter Vorstandschef Miguel Lopez die Überprüfung der Pläne für die rund drei Milliarden Euro teure Anlage auf den Weg gebracht. Zu den verschiedenen Szenarien gehöre auch ein Stopp des Vorhabens, berichtete die Zeitung unter Berufung auf interne Dokumente.

Schneller schlau: Thyssenkrupp Steel Europe
Durch die Fusion der beiden Ruhrkonzerne Thyssen und Krupp 1998/1999 entsteht ein neuer Stahlriese. Ein im September 2000 geplanter Börsengang der Stahlsparte wird wegen einer schwachen Bewertung abgesagt. Vorstand und Aufsichtsrat hatten bei einer Platzierung von 25 bis 35 Prozent der Anteile Einnahmen von mindestens drei Milliarden Mark erwartet.
Heute beschäftigt der Stahlriese 27.000 Mitarbeiter, davon ein Großteil am größten europäischen Stahlstandort in Duisburg. Die Produktionskapazität pro Jahr der vier eigenen Hochöfen und des Anteils an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) liegt bei etwa 11,5 Millionen Tonnen.
Thyssenkrupp hält 50 Prozent der Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM). Das ebenfalls in Duisburg ansässige Unternehmen beschäftigt rund 4000 Mitarbeiter und produziert mit zwei Hochöfen vier Millionen Tonnen Stahl pro Jahr. Partner von Thyssenkrupp sind Salzgitter mit 30 Prozent der Anteile und der französische Röhrenhersteller Vallourec mit 20 Prozent. Vallourec will bereits seit längerer Zeit bei HKM aussteigen.
Das konjunkturanfällige Stahlgeschäft steht bei Thyssenkrupp seit Jahren zur Disposition. Pläne für eine Fusion mit dem Europageschäft des Konkurrenten Tata Steel scheiterten ebenso wie ein Verkauf an den britischen Konzern Liberty Steel. Der jetzige Konzernchef Miguel Lopez strebt ein 50:50-Joint Venture mit der Energieholding des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky an. Dieser hält bereits 20 Prozent.

Thyssenkrupp plant bisher, die Anlage 2027 in Betrieb zu nehmen. Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen haben zusammen Fördermittel von zwei Milliarden Euro zugesagt. Diese werden Zug um Zug je nach Baufortschritt freigegeben. Es drohen allerdings Mehrkosten im dreistelligen Millionenbereich.

Der größte deutsche Stahlkocher wird seit Monaten vom Streit mit dem Mutterkonzern erschüttert. Im Kern geht es dabei um die Mitgift, die die Stahlsparte für den Weg in die Verselbstständigung erhalten soll.

Konzernchef Lopez will das konjunkturanfällige Geschäft mit dem Werkstoff in ein Joint Venture mit der Energie-Holding des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky einbringen. Kretinsky hat bereits 20 Prozent erhalten und verhandelt über ein Paket von weiteren 30 Prozent.

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rtr
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