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Krupp-StiftungHier herrschte Berthold Beitz

Berthold Beitz führte als Vorsitzender ein strenges Regiment in der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. So ist das Erbe von Krupp ist eine Mischung aus Wohltat und Macht.Andreas Wildhagen 13.02.2012 - 06:00 Uhr

Berthold Beitz

Der Vorsitzende der Krupp-Stiftung hätte am 26. September 2013 seinen 100. Geburtstag gefeiert, doch er starb Ende Juli in seinem Ferienhaus auf Sylt. Sein wichtigster Mann im Konzern war über viele Jahre Gerhard Cromme, zunächst als Vorstandsvorsitzender von Krupp und ThyssenKrupp, später als Aufsichtsratschef. Cromme sollte auch den Stiftungsvorsitz übernehmen, wenn Beitz einmal nicht mehr sein sollte. Doch im März 2013 war plötzlich alles aus. Cromme trat von allen Ämtern zurück. Zuvor hatte es Razzien wegen des Verdachts auf Kartellabsprachen bei Karosseriestahl gegeben. Cromme fiel bei Beitz in Ungnade.

2011 erschien eine Biographie über Beitz, die er vor Drucklegung absegnete. Infolgedessen ist dort nun wenig Kritisches zu lesen. Eine überragende Position nimmt Beitz in der Nazizeit ein. Er ist zwar kein Widerstandskämpfer, rettet aber - ähnlich wie Oskar Schindler - hunderten von Juden das Leben, indem er sie als Direktor der Karpathen-Öl in Russland anstellt und somit vor dem Tod bewahrte.

Foto: dpa

Berthold Beitz, Alfried Krupp

Berthold Beitz zusammen mit Alfried Krupp. Das Tandem war ein wichtiger Motor zur Rettung des schwer beschmutzten Namens Krupp nach dem Krieg. Als Waffenschmiede hat das Unternehmen international einen zweifelhaften Ruf erworben. Alfried Krupp wurde in Nürnberg als Kriegsverbrecher (Krupp hatte 25.000 Zwangsarbeiter beschäftigt) verurteilt und 1951 begnadigt. Danach suchte er sich einen Testamentsvollstrecker, den er in dem fast vierzigjährigen ehemaligen Ölmanager Berthold Beitz fand. Er lernte ihn bei einer Vernissage auf Sylt kennen. Beitz war im Ruhrgebiet Außenseiter und nutzte diese Position für einen Neustart für Krupp, der das Unternehmen vollständig wandelte. Seinen Vorschlag, Krupp an Volkswagen zu beteiligen, lehnte Alfried Krupp jedoch ab ("wir sind ein Stahlunternehmen"). Krupps Sohn Arndt, der am Unternehmen kein Interesse hatte, sondern als eine Art Playboy das Leben lieber genoss, entlockte Beitz den Verzicht auf das Erbe. Somit war Beitz der unumschränkte Herrscher über das Krupp-Unternehmen, das er zusammen mit Gerhard Cromme 1999 in die Fusion mit Thyssen steuerte und somit vor der Pleite rettete. Da es bei Thyssen keinen beherrschenden Aktionär gab, nahm die Krupp-Stiftung diese Rolle fast mühelos und wie selbstverständlich ein. Damit war das Erbe von Alfried Krupp ehrenvoll gerettet.

Foto: ThyssenKrupp AG

Villa Hügel - das Stammhaus der Familie Krupp, das sie bis Kriegsende auch bewohnte. Heute ist die Villa Hügel ein Ort für Ausstellungen, wie etwa zum 200. Firmengeburtstag, oder von Konzerten. Gelegentlich findet hier auch eine Aufsichtsratssitzung statt, dafür sorgte Berthold Beitz, der dieses Traditionssymbol bewusst einsetzt. Auch Treffen von ehemaligen Krupp-Direktoren findet auf Villa Hügel statt. Das leicht muffig riechende Haus ist ein Paradebeispiel für den Lebensstil einer großen Industriellenfamilie im 19. Jahrhundert. Schloß Landsberg, ebenfalls im Ruhrgebiet, war die Residenz von August Thyssen. Sie ist heute auch noch Ort für Konzerntagungen und nimmt sich gegen die Villa Hügel fast bescheiden aus.

Foto: AP

Er trieb das Unternehmen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Größe. Schon vor Bismarck erfand er ein Sozialsystem für "seine" Arbeiter, das allerdings mehr der Gesundheit und damit der Arbeitsfähigkeit der Krupp-Beschäftigten diente als reiner Menschenliebe. Auch sollten Kruppianer von dem Beitritt zur Sozialdemokratischen Partei abgehalten werden. Politisieren war nicht nur während der Arbeit, sondern auch in der Freizeit verboten.

Foto: ThyssenKrupp AG

Margarethe Krupp, Bertha Krupp

Sie ließ eine Mustersiedlung für Krupp-Arbeiter in Essen errichten, die noch heute zur einen der Sehenswürdigkeiten gehört, die Essen zu bieten hat. Sie richtet die Villa Hügel nach dem Geschmack der Zeit liebevoll ein. Die Unternehmergestalt in der Familie ist Bertha Krupp (links), die 1902 kurzzeitig den Konzern leitet und das Unternehmen mit Hilfe ihrer Berater zu einer Aktiengesellschaft umwandelt.
Krupp bekommt damit Zugang zum Kapitalmarkt und leitet damit einen weiteren gigantischen Wachstumsschub auf dem Markt der Waffenherstellung ein. Die Kanone, die Krupp herstellt, wird - nicht nur liebevoll - "Dicke Bertha" genannt.

Foto: unbekannt, ThyssenKrupp AG

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach

Alfried Krupp war ein Übergangspatriarch, dessen Leistung es war, das Unternehmen in eine Stiftung umzuwandeln und damit zukunftssicher machte. Seine große Entdeckung war Berthold Beitz, der sich heute als eine Art "letzter Krupp" fühlt.
Versuche von einzelnen Familienmitgliedern, sich mit Hilfe von Büchern Gehör zur Geschichte der Familie und zur Unternehmensgeschichte zu verschaffen, bekämpft Beitz, wo er nur kann. Nach ihm soll es keinen mehr geben, der Willen und Geist von Alfried Krupp interpretiert oder einfordert.

Foto: dpa

Radreifen-Skizze von Alfred Krupp

Das Produkt Radreifen machte Krupp groß. Es waren vor allem Radreifen für Eisenbahnwaggons, die Krupp nahtlos schmiedete (im Bild eine eigenhändige Skizze Alfred Krupps) und für die es im 19. Jahrhunderts einen riesigen Bedarf gab. Überall in Europa wurde das Eisenbahnnetz ausgebaut.

Foto: ThyssenKrupp AG

Gerhard Cromme

1989 wurde Gerhard Cromme Chef bei Krupp. 1992 wurde unter seiner Regie der Dortmunder Konkurrenten Hoesch übernommen, 1999 folgte die Fusion von Krupp und Thyssen zur ThyssenKruppAG.

Foto: AP

Nirosta

Der rostfreie, hochglänzende Stahl ist eine Erfindung von Krupp-Ingenieuren zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Heute soll der Bereich verkauft werden. Es gibt enorme Überkapazitäten im Edelstahl in Europa. ThyssenKrupp bekommt das Nirosta-Geschäft nicht in den Griff - und will verkaufen.
Konzernchef Heinrich Hiesinger (Foto) sah Nirosta nicht mehr als Kernkompetenz von ThyssenKrupp an. Im Dezember 2012 kauft der finnische Konzern Outokumpu die Edelstahl-Sparte.

Foto: AP

Lastkraftwagen Titan

Krupp investierte in der ersten Zeit des jungen Konzernchefs Berthold Beitz in das Geschäft von Schwerlastwagen mit klingenden Namen wie zum Beispiel Krupp Titan. MAN war noch eine kleine Nummer im Geschäft, es gab einen großen Bedarf an Brummis.
Mit dem Ausbau der Autobahnen in der Nachkriegszeit wuchs das Speditionsgeschäft und damit die Kundschaft für solche rollenden Giganten. Heute noch treffen sich in regelmäßigen Abständen die Brummi-Oldtimerfahrer mit ihren Schätzchen vor der Villa Hügel zur Parade.

Foto: CC

Flachstahlfertigung in Alabama (USA)

Der Versuch die Stahlkocherei um 2001 an die Börse zu bringen und sich langsam davon zu lösen, scheiterte am Widerstand der Mitarbeiter und der bei ThyssenKrupp sehr einflussreichen Arbeitnehmerbank. Das defizitäre Stahlwerk in Alabama will ThyssenKrupp seit 2012 ebenso loswerden wie den Hochofen in Brasilien.

Foto: ThyssenKrupp AG

Rolltreppe von Thyssen

Rolltreppen und Aufzüge verbindet Otto-Normalverbraucher mit dem Namen Thyssen. Der Schriftzug steht auf vielen Kaufhaus- und U-Bahntreppen. Krupp geriet an dieses lohnende Wartungs- und Dienstleistungsgeschäft mit der Quasi-Übernahme von Thyssen.

Foto: AP

Früher fuhren Kunstinteressierte nicht in Industriegebiete mit ihren Stahlwerken, Zechen und ausgedehnten Einheitssiedlungen. Dass Essen eine Ausnahme bildet, verdankt die Stadt der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Der Name geht zurück auf den letzten Krupp, der 1967 verstarb. Und er erinnert an jene Firma, die bis 1945 Europas führender und gefürchteter Hersteller von Panzer- und sonstigen Kanonen war, darunter der Mörser namens „dicke Bertha“ aus dem Ersten Weltkrieg.

Heute gehört die Krupp-Stiftung zu den größten Stiftungen des Landes. Sie breitet ihre Wohltaten über viele Felder des öffentlichen Lebens aus, über Kultur, Gesundheit und Sport. Das Geld dafür stammt aus den Dividenden des ThyssenKrupp-Konzerns, an dem die Stiftung 25,33 Prozent hält: 53 Millionen Euro waren es 2011, obwohl ThyssenKrupp 1,8 Milliarden Verlust schrieb. Für die Überweisung sorgte Stiftungschef Berthold Beitz, 98. Der große alte Mann kannte kein Pardon.

Wie ThyssenKrupp und die Stiftung zusammenhängen (Stand 2012) zum Vergrößern bitte anklicken

Foto: Krupp-Stiftung

Der Patriarch nahm als Stiftungsvorsitzender eine unangefochtene Stellung in Stiftung und Unternehmen ein. Da er selbst von niemandem kontrolliert wurde, agierte er zum Unmut vieler Manager im Konzern wie ein Familienunternehmer und zitierte Vorstände zum Rapport auf den Essener Hügel, dem Sitz der Stiftung. Jeden Montagmorgen um halb zehn Uhr wurde ihm berichtet, was im Unternehmen passiert ist. Die Stiftung lebt im Konzern als größter Einzelaktionär einen ungehemmten Machtwillen aus. Über Chefkontrolleur Gerhard Cromme, der bis März 2013 als stellvertretender Stiftungsvorsitzender fungierte, war sie zudem engstens mit dem Aufsichtsrat verbandelt.

Handfeste Sonderrechte garantierten der Krupp-Stiftung und damit dem Tandem Beitz/Cromme den vollen Durchgriff bei ThyssenKrupp. Die Stiftung kann drei Mitglieder des Aufsichtsrates ernennen. Ein Beschluss aller Aktionäre auf der Hauptversammlung ist dazu nicht nötig.

Bertelsmann Stiftung

Die Stiftung wurde 1977 von Reinhard Mohn gegründet Der Anteil der Stiftung am Unternehmen beträgt 78 Prozent. Die Stiftung engagiert sich in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Unternehmenskultur, Gesundheit, Internationale Verständigung und Kultur.

Umsatz: 15,8 Mrd. Euro

Rendite: 11,7 %

Eigenkapitalquote: 35 %

Foto: dpa

Wichtige deutsche Stiftungen:

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

1967 ging das Vermögen des verstorbenen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach in die gleichnamige Stiftung über. Die Stiftung hält derzeit einen Anteil in Höhe von 25 Prozent am Unternehmen. Präsident der Stiftung ist seit Jahrzehnten Berthold Beitz, der langjährige Generalbevollmächtigte des Krupp-Konzerns.

Umsatz: 49,1 Mrd. Euro

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 1,1

Eigenkapitalquote: 24 %

Foto: dapd

Robert Bosch Stiftung

Die Stiftung, die 1964 gegründet worden ist, hält einen Anteil in Höhe von 92 Prozent an dem Unternehmen. Der Sitz der Stiftung befindet sich in Stuttgart, im ehemaligen Wohnhaus von Robert Bosch. Gesundheit und Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur, Völkerverständigung, Bildung und Gesellschaft sind die Hauptschwerpunkte der Stiftung.

Umsatz: 47,3 Mrd. Euro

Rendite: 7,4

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 8,1

Eigenkapitalquote: 50 %

Foto: dpa

Else-Kröner-Fresenius-Stiftung

1983 gründete Else Kröner die Stiftung, die 29 Prozent am Unternehmen hält. Zunächst erhielt die Stiftung ein Startkapital in Höhe 50.000 Mark. Nach dem Tod von Else Kröner, die überraschend im Alter von 63 starb, erhielt die Stiftung ihr komplettes Privatvermögen: unter anderem 95 Prozent des Fresenius-Stammkapitals. Ziel der Stiftung ist unter anderem die Förderung medizinischer Projekte und Forschungen, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sein sollen.

Umsatz: 16 Mrd. Euro

Rendite: 15,1 %

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 1,5

Eigenkapitalquote: 38 %

Foto: dpa

Zeppelin-Stiftung

Die Stiftung hält 94 Prozent an der ZF Friedrichshafen AG. Gegründet wurde sie 1908 von Ferdinand Graf von Zeppelin aus einer Vielzahl von Bürgerspenden. 1947 fiel das Stiftungsvermögen an die Stadt Friedrichshafen, die die Stiftung weiterführt. Sie unterstützt mildtätige und gemeinnützige Zwecke, beispielsweise in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur.

Umsatz: 12,9 Mrd. Euro

Rendite: 5,2 %

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 5,0

Eigenkapitalquote: 37 %

Foto: dpa

Carl Zeiss

Die Stiftung hält einen Anteil in Höhe von 100 Prozent am Unternehmen. Gegründet wurde sie 1889 von Ernst Abbe, der sie nach seinem 1888 verstorbenen Geschäftspartner Carl Zeiss benannte. Der Zweck der Stiftung: Die wirtschaftliche Sicherung der Unternehmen Carl Zeiss und Schott Glaswerke und die soziale Verpflichtung gegenüber den Mitarbeitern. Zudem soll die Forschung und die Lehre in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaft gefördert werden.

Umsatz: 4,2 Mrd. Euro

Rendite: 14,3 %

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 8,5

Eigenkapitalquote: 28 %

Foto: dpa

Carl Zeiss Stiftung

Die Stiftung hält 100 Prozent an dem Unternehmen Jenaer Glaswerk Schott & Genossen.

Umsatz: 2,9 Mrd. Euro

Rendite: 6,5 %

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 3,0

Eigenkapitalquote: 25 %

Foto: dpa

Diehl Stiftung

Die Stiftung wurde 1902 gegründet, seit 1998 wird das Unternehmen als Familienstiftung & Co. KG geführt.

Umsatz: 2,7 Mrd. Euro

Rendite: 6,5 %

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 9,2

Eigenkapitalquote: 22 %

Foto: dpa

Körber Stiftung

Gegründet wurde die Stiftung im Jahr 1959, sie ist heute alleinige Aktionärin der Körber AG. Ihre Engagements liegen in den Bereichen Internationale Politik, Bildung, Wissenschaft, Gesellschaft und Junge Kultur.

Umsatz: 1,7 Mrd. Euro

Rendite: 10,8 %

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 5,6

Eigenkapitalquote: 58 %

Foto: dpa

Die Bedeutung des Kuratoriums reicht aber weiter. Offiziell sollen nur Förderprogramme besprochen werden. Doch dem Gremium gehört traditionell auch der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen an, aktuell Hannelore Kraft (SPD). Dadurch gilt die Stiftung als der Himmel von Rhein und Ruhr und eine Mitgliedschaft im Kuratorium als Auffahrt eben dorthin. Dass in dem Gremium außer Beitz (und Cromme) faktisch niemand viel zu sagen hatte, ist Nebensache. So galt es als große Geste, dass Beitz den vorherigen ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz in die Stiftung bat, obwohl dieser sich bei Thyssen und nicht bei Krupp hochgedient hatte. Schwer wog der Verstoß aus dem Gremium, weil Schulz die Verluste aus dem US-Stahlgeschäft angelastet wurden.

Beitz stützte sich in seinem Prestige, das er im Ruhrgebiet genoss, vor allem auch auf seine Rolle während der Nazizeit. Als Ölmanager in der heute ukrainischen Stadt Boryslaw rettete er Juden vor der Ermordung und erhielt dafür von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem die Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“. Zudem konnte er sich seit dem Tod von Alfried Krupp als allerletzter Krupp fühlen, da der Verstorbene ihn zum Testamentsvollstrecker gemacht hatte. Daraus leitete Beitz den Auftrag ab, bei ThyssenKrupp zu bestimmen, was im Sinne des Krupp-Erbes ist und was nicht. Widerspruch war darin nicht vorgesehen.

Namenspatron: Der deutsche Großindustrielle Alfried Krupp von Bohlen und Halbach (1907-1967).

Foto: dpa

Die wohltätigen Aufgaben der Krupp-Stiftung sind Legende. So fördern die Hügelaner das weit über Essen hinaus bekannte Folkwang-Museum. Das Alfried-Krupp- Krankenhaus gehört ebenfalls zur Stiftung, ein Großkomplex mit 2000 Mitarbeitern, zwei Standorten in Essen und 18 Einzel-Fachkliniken. Seit 1986 wird der Alfried-Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer vergeben, sie erhalten aus der Hügel-Kasse eine Million Euro für ihre Forschung.

Und ganz oben, in Travemünde an der Ostsee, liegt die grün schimmernde ehemalige Yacht der Familie, die Germania VI. Diese ließ Alfried 1963 – zum Kummer altgedienter Stahlfetischisten – ganz aus Aluminium zusammenschweißen. Sie bietet Jugendlichen die Chance, das Regattasegeln zu lernen. Das war Krupps Lieblingssport. Die Familie hatte die Begeisterung für den Hochseesport in den Genen. Aber auch Turn- und Kickervereine in den Malochervierteln Essens profitierten von dem Mann von der Ruhr.

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