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KrebsKanadische Forscher stoppen Metastasen

Rasant kann sich der Krebs im Körper ausbreiten. Bisher schien es unmöglich die Krankheit aufzuhalten, wenn die bekannten Therapien nicht anschlugen. Nun ist Wissenschaftlern ein Meilenstein in der Krebsforschung gelungen.Meike Lorenzen 10.12.2013 - 11:03 Uhr

Forscher aus aller Welt sind sich einig, dass Krebsstammzellen die gefährlichsten Zellen innerhalb eines Tumors sind.

Foto: dpa

Wer an Krebs erkrankt, unterzieht sich in den meisten Fällen einer unangenehmen bis schmerzhaften Chemotherapie. Doch nicht immer schlägt diese an. Zeigt ein Patient Resistenzen gegen die Therapie, sind der Grund meist Krebsstammzellen. Vor einigen Jahren war ihre Existenz noch eine Vermutung. Inzwischen sind sich Forscher aller Welt sicher, dass Krebsstammzellen die gefährlichsten Zellen innerhalb eines Tumors sind. Sie sind der Ursprung eines Tumors und halten ihn aufrecht.

Die große Masse des Krebses geht aus der Teilung der sich verändernden Zellen hervor. So wächst er. Die Stammzellen hingegen sind genetisch so veranlagt, dass sie sich zu verschiedenartigen Zelltypen entwickeln.

Die Anzahl der Todesfälle durch bösartige Tumore ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. 2011 sind 852.328 Deutsche an Krebs gestorben. Damit bleibt die Krankheit nach den Herz- und Kreislauferkrankungen zwar die zweithäufigste Todesursache, allerdings ist der Anteil an allen Todesfällen in den letzten 30 Jahren um fast 25 Prozent gestiegen. Am häufigsten starben Männern und Frauen im Jahr 2011 an Krebs im Bereich der Verdauungsorgane. 38.531 Männer (32 Prozent) und 31.694 Frauen (30 Prozent) waren betroffen. Am zweithäufigsten traten bei den Männern Todesfälle aufgrund von Lungen- und Bronchialkrebs mit 31.293 Sterbefällen auf (Anteil von 26 Prozent). Bei den Frauen liegt Brustkrebs an zweiter Stelle mit 17.815 Sterbefällen (Anteil von knapp 18 Prozent).

Außerdem sind in Deutschland nach einer Prognose des Berliner Robert Koch-Instituts mehr Menschen neu an Krebs erkrankt als in den Vorjahren. Der Krebsatlas der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID), zeigt allerdings, dass es sowohl bei den Krebsarten als auch bei der Häufigkeit der Erkrankungen regionale Unterschiede gibt.

Foto: dpa

Ost- und Westdeutschland

So tritt in den neuen Bundesländern beispielsweise deutlich seltener Brustkrebs auf. Im Osten ist sowohl die Erkrankungs- als auch die Sterblichkeitsrate um 20 bis 30 Prozent geringer als in Westdeutschland. Laut Einschätzung von GEKID kann das darin begründet sein, dass Frauen in der ehemaligen DDR weniger Hormone nahmen, als die Frauen im Westen. Außerdem bekamen die Frauen im Osten früher Kinder und stillten sie länger. Das reduziert die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken.

Foto: dpa

Süddeutschland

Auch zwischen Nord und Süd gibt es Unterschiede: So treten in Bayern und Baden-Württemberg weniger Brustkrebsfälle auf als im Nordwesten Deutschlands. Insgesamt erkrankten in Bayern und Baden-Württemberg im Jahr 2010 67.138 Menschen an Krebs.

Foto: dpa

Norddeutschland

Im Norden dagegen sind die Zahlen der Prostatakrebserkrankungen höher. Besonders viele Patienten gibt es in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Das könne laut GEKID zwar auch daran liegen, dass in diesen Ländern mehr Männer die PSA-Früherkennungs-Tests nutzen und somit einfach mehr Zahlen vorliegen. Allerdings sei im Norden auch die Sterblichkeitsrate für Prostatakrebs etwas höher als im Rest von Deutschland.

Foto: dpa

Stadtstaaten

In Bremen, Hamburg und Berlin ist das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, am höchsten. Besonders Frauen bekommen in den Stadtstaaten überproportional häufig Tumore in der Lunge. Das kann zum Teil am Smog liegen, zum anderen Teil daran, dass immer mehr Frauen rauchen. Lungenkrebs ist in Deutschland die dritthäufigste Krebserkrankung – sowohl bei Männern als auch Frauen.

Foto: dpa

Küstenregionen

Außerdem geht aus dem Krebsatlas von GEDIK hervor, dass es an der Nord- und Ostsee deutlich weniger Fälle von Schilddrüsenkrebs gibt, als in Süddeutschland. Das könnte daran liegen, dass die Menschen in den Regionen an der Küste besser mit Jod versorgt sind, als im Süden. Menschen mit chronischem Jodmangel haben ein höheres Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken.

Foto: dpa

Ostdeutschland

Im Osten Deutschlands erkranken deutlich mehr Menschen an Magenkrebs, als im Rest der Republik. Besonders viele Neuerkrankungen gibt es in Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Woher der Unterschied kommt, ist unklar.

Foto: ZB

Eigentlich ist das eine gute Sache: So können sich Haut, Haare oder Blutzellen erneuern. Wenn es jedoch zu einer Mutation der Zellen kommt, werden sie gefährlich. Aufgrund ihres genetischen Codes bringen sie immer wieder neue, veränderte Stammzellen hervor, bei denen die Medikamente nicht anschlagen. Und je weiter der Tumor wächst, desto mehr Stammzellen baut der Tumor auf.

Erstmals entdeckt wurden die Zellen bei Leukämiepatienten. Inzwischen wurden sie aber auch in Hirn-, Prostata-, Darm-, Brust und Pankreaskarzinomen identifiziert.

Nun haben kanadische Forscher eine neue Methode entwickelt, die die Krebsstammzellen direkt angreift. Im Fachmagazin „Nature Medicine“ berichtet Gruppenleiter John Dick, wie es gelungen ist, die Zellen zu blockieren. Zunächst haben die Forscher jene Codes herausgefiltert, die den Bösewichten ihre Wandlungsfähigkeit verschafft. Diese wurden dann gezielt blockiert und so die Vermehrung gestoppt. Die Metastasen hatten so keine Quelle mehr, aus der sie sich nähren konnten.

Dem Team aus Toronto ist dieses Kunststück zumindest bei Experimenten an Mäusen gelungen.

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