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Contra Das Gleichheitsgesetz bringt neue Ungleichheit

Das Gefälle der durchschnittlichen Gehälter von Frauen und Männern ist geringer, als die Statistik glauben macht. Ein Gesetz dagegen könnte ungewollte Folgen haben, befürchtet Lencke Steiner vom Verband Die jungen Unternehmer.

Zehn Fakten zu Frauen im Berufsleben
Eine Frau geht in Berlin auf dem roten Teppich zur Verleihung Quelle: dpa
Logo der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt am Main Quelle: dpa
Zwei männliche und ein weibliches Vorstandsmitglieder stehen auf dem Podium Quelle: dpa
Neue 20-Euro-Scheine in der Hand einer Frau Quelle: AP
Eine Ärztin untersucht ein Mädchen in Brandenburger Kinderklinik Quelle: dpa
Heirat Quelle: dpa
Ein Neugeborenes in Mainz strampelt Quelle: dpa

Männer verdienen in Deutschland rund ein Fünftel mehr als Frauen. Skandal? Nein, denn wie bei jeder Statistik sollten wir genauer hinschauen. Ein wesentlicher Grund für diese „Lücke“ ist nämlich die hohe Zahl an Industriearbeitsplätzen. Im verarbeitenden Gewerbe, also im Maschinenbau und in der Autoindustrie, ist das Lohngefälle besonders ausgeprägt. Hinzu kommt, dass in dieser Branche deutlich mehr Männer als Frauen tätig sind. Für die Statistik heißt das zugespitzt: Wenigen Sekretärinnen stehen viele gut bezahlte Ingenieure gegenüber. Rechnet man alle Verzerrungen raus, so wie es das Institut der deutschen Wirtschaft Köln getan hat, schmelzen die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen auf rund zwei Prozent.

Lencke Steiner, Bundesvorsitzende des Wirtschaftsverbandes Die jungen Unternehmer und Geschäftsführende Gesellschafterin der W-Pack Kunststoffe GmbH & Co. KG Bremen Quelle: Presse

Das bedeutet nicht, dass wir untätig bleiben sollen. Wir Frauen möchten mit unserer Arbeit überzeugen und dafür selbstverständlich auch fair entlohnt werden. Daher müssen sich Politik und Wirtschaft der Frage nach Lohngerechtigkeit auch annehmen. Das geplante Entgeltgleichheits-Gesetz liefert dazu aber keinen substantiellen Beitrag. Vielmehr pauschaliert es in undifferenzierter Weise und konterkariert den Leistungsgedanken.

Es kommt auch auf den Beruf an

Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass wir den Fokus nicht nur auf das Geschlecht, sondern auch auf andere Aspekte wie die Berufswahl und die Lebensumstände richten. Fakt ist: Frauen entscheiden sich häufiger für Berufsfelder, in denen traditionell weniger bezahlt wird als in anderen Branchen. Wir sollten uns als Gesellschaft also kritisch fragen, warum wir in bestimmten technischen Studiengängen und Berufen bisweilen nur einen Frauenanteil von 10 bis 20 Prozent haben.

Viele Mütter arbeiten in Teilzeitbeschäftigung. Durch diese kommen sie vermeintlich für bestimmte Jobs, zum Beispiel eine Geschäftsführertätigkeit, nicht in Frage. In diesem Punkt müssen wir Unternehmer umdenken. Entscheidend ist aber, dass wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf signifikant verbessern. Es hilft nichts, wenn die Bundesfamilienministerin eine gleiche Entlohnung verordnen will, Mütter aber aufgrund ihrer Lebensumstände keine Möglichkeit sehen, sich für eine solche Stelle zu bewerben oder sich in Verhandlungen „unter Wert“ verkaufen. Um diese mentale Hürde zu überwinden, benötigen wir vernünftige Ganztagsbetreuungsangebote und zwar flächendeckend. Das wäre doch mal ein sinnvolles Projekt für Frau Schwesig.

Die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern

Es droht eine neue Ungerechtigkeit

In der Praxis schafft ein Entgeltgleichheits-Gesetz zudem neue Ungerechtigkeiten. Es beschneidet nicht nur unternehmerische Freiheiten, sondern stolpert schon über die Definition von „gleichwertiger Arbeit“. Ein früherer SPD-Gesetzentwurf zieht dazu als zentrales Kriterium die „Tätigkeitsbeschreibung“ vor. In der Realität ist es jedoch oft so – und zwar unabhängig vom Geschlecht –, dass Mitarbeiter mit gleichen Aufgabengebieten unterschiedliche Leistungen erbringen.

In Arbeit
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Als Familienunternehmerin entlohne ich eine erfahrene Mitarbeiterin besser als eine Neueinsteigerin, was Sinn macht. Zukünftig wird das vielleicht nicht mehr möglich sein, da ich allen Mitarbeitern mit der gleichen Tätigkeitsbeschreibung ohne Rücksichtnahme auf ihre individuellen Erfahrungen, Kenntnisse und Arbeitsergebnisse die gleiche Gehaltserhöhung geben muss.

Frau Schwesigs Absichten mögen ehrenwert sein - ihr Lösungsweg ist es nicht. Dass eine Form der Diskriminierung, wie die Ungleichbezahlung von Männern und Frauen, durch eine andere abgelöst wird, nämlich die, alle leistungsunabhängig gleichzuschalten, bringt unsere Gesellschaft nicht voran – am wenigsten gut ausgebildete Frauen.

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