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Fehlende Ausbildung Die unbewusste Inkompetenz von Coaches

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Guter Coach kennt seine Grenzen

Dabei betrachten nicht zuletzt auch Unternehmen Coaching als eine „sinnvolle und effektive Methode, Probleme zu lösen und ihre Mitarbeiter zu unterstützen“, sagte Wolfgang Loos, einer der ersten Managementberater in Deutschland, schon vor Jahren in einem Interview. Ein Satz, der auch heute nicht an Aktualität eingebüßt hat.

Denn auch die Marburger Coaching-Studie, die seit 2009 jährlich durchgeführt wird, stellt fest: Vor allem das mittlere und gehobene Management nutzen Coaching-Angebote, um das eigene Führungs- und Problemlösungsverhalten zu reflektieren. Ein zweites Feld, in dem Unternehmen Coaches einsetzen, ist bei Veränderungen. So etwa bei der Vorbereitung auf neue Aufgaben, oder einer Versetzung an einen neuen Standort.

Das ist es auch, was ein erfolgreiches Coaching ausmacht: „Auf persönlicher Ebene zeichnet sich ein guter Coach insbesondere durch seine Fähigkeit zur Selbstreflexion aus, da es ein grundsätzliches Merkmal des professionellen Coachings ist, die Wahrnehmung und die selbstgesteuerte Verbesserung der Möglichkeiten des Klienten zu erweitern“, sagt Anne Waldow vom Deutschen Bundesverband Coaching e.V.

Was ist gut an dem Bedürfnis nach Coaching?

Nur wer zu einem Perspektivenwechsel in der Lage ist, könne auch helfen. Das unterstützt auch Psychotherapeutin Leitner: Ein guter Coach ist sich seiner Grenzen bewusst. „Dazu hat er oder sie sich professionell mit sich selbst beschäftigt und damit mit seiner eigenen Motivation, überhaupt als Coach tätig zu sein.“

Waldow macht einmal mehr deutlich, dass Coaches psychologische Kenntnisse haben und soziologisch mit Gruppenstrukturen vertraut sein sollten. Nicht zu verachten sei dabei auch ein möglichst breites Schnittfeld von Wissensbereichen und verschiedenen Feldern.

Daran erkennen Sie einen guten Coach

„Dies gilt für Business-Themen auch für den betriebswirtschaftlichen Bereich“, sagt sie. Leitner ergänzt: Ein guter Coach hält sich immer auch an die Zielerklärung, die er mit seinem Kunden vereinbart hat. „Welche Erwartungen hat der Klient? Woran merkt er oder sie, dass es einen Fortschritt gegeben hat?“ Dabei gibt es Feedback und Impulse und stellt wichtige Leitfragen – auf konstruktive Weise. Er gibt aber keine Lösungsansätze vor, sondern lässt seine Klienten eigenständig Lösungen für Probleme finden, die sie im Alltag leicht einsetzen können.

Alles-Könner gibt es nicht

„Misstrauisch sollte man dann werden, wenn der Coach behauptet, für jedes Anliegen geeignet zu sein – also bei selbsternannten „Alles-Könnern“, gibt Waldow zu Bedenken. Sie behaupten zum Beispiel angeblich nur auf der Top-Ebene zu arbeiten und sich zu einem Coaching herabzulassen, weil zufällig gerade ein Termin frei geworden ist.

Ein weiteres Merkmal von kritisch zu betrachtenden Angeboten ist, dass sie häufig nicht einmal definieren können, was Coaching ist und wie es sich von andern Maßnahmen unterscheidet, geschweige denn, dass sie erläutern können, wie ein typisches Coaching abläuft. Sie verwenden dann Floskeln wie „Coaching kann man nicht beschreiben" oder „Coaching muss man erleben“.

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