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Management-Moment der WocheSichern Sie sich ein Büro in der Nähe des Vorstands!

Thyssenkrupp besetzt den Führungsposten der Stahlsparte neu – mit einer Managerin, die sich das Vertrauen des Konzernchefs erarbeitet hat. Was lässt sich von ihr abschauen?Claudia Tödtmann 03.11.2025 - 08:04 Uhr
Bei informellen Gespräche nutzen Führungskräfte die Chance, den Zwischenstand von Projekten nebenbei zu kommunizieren. Foto: IMAGO/Westend61

Das ist passiert

Thyssenkrupp hat den Vertrag mit dem Vorstandschef der Stahlsparte, Dennis Grimm, beendet. Er muss nach rund einem Jahr wieder gehen. Auch wegen unerfüllter Erwartungen, wie es heißt. Grimm sei zu wenig präsent im Unternehmen und selbst bei einem Brand eines Warmbandwerks nicht erreichbar gewesen. Auch hat er sich offenbar mit Konzernchef Miguel López überworfen.

Die Transformationsvorständin Marie Jaroni übernimmt nun übergangsweise, verkündete der Konzern. Aus gutem Grund: Während Grimm blass wirkte, zeigte Jaroni Präsenz – inhaltlich und strategisch. Sie erwarb sich López’ Vertrauen, engagiert sich für den Umbau und hat laut Insidern „im Hintergrund schon bisher viel mitentschieden – und sich als verlässliche, sichtbare Kraft positioniert.“

Das können Sie daraus lernen

Gerade auf der obersten Führungsebene geht es laut der Beraterin Gudrun Happich vor allem darum, dass der Vorstand weiß: „Wenn es brennt, kann ich mich auf Sie verlassen!“ Die Kernfrage ist daher: Wie schafft man es, zur echten Vertrauensperson für den Vorstandsvorsitzenden zu werden? „Das gelingt durch Haltung, Verantwortungsbewusstsein und sichtbare Wirkung in Schlüsselprojekten“, so die Karriereexpertin.

1. Mit einem eigenen Standpunkt auffallen

Wer nur gefallen will, betont Happich, wird nicht gebraucht, sondern letztlich nur geduldet. Auf Führungsebene seien Menschen mit eigener Sicht nötig. Statt Zehn-Minuten-Monologen in Meetings lieber drei klare Sätze mit einem Lösungsvorschlag liefern.

Wer anderer Meinung als der Chef ist, solle sich nicht zurückhalten, sondern seine Perspektive mit Respekt vorbringen. Etwa mit den einleitenden Worten „Als Finanzer habe ich noch einmal einen anderen Blick darauf …“. Eine Gegenposition zu formulieren, ist dann nützlich, wenn der Nutzen fürs Unternehmen deutlich wird.

Es empfiehlt sich die Drei-Perspektiven-Methode, bevor man sein Statement vorträgt: Was ist meine Sicht auf die Sache? Was ist wohl die Perspektive des Vorgesetzten? Was würde ein neutraler Dritter dazu sagen? „Die Wahrscheinlichkeit, dass das Statement gehört wird und wirkt, ist groß“, meint die Karriereexpertin Happich.

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2. Da sein, wo die Topmanager sind

Wer aufsteigen will, muss da sein, wo die Entscheider sind. Nicht aufdringlich, aber sichtbar. Das gelingt nicht aus dem Homeoffice. Am besten prüft man, wie man räumlich näher ans Zentrum der Macht rücken kann. Wer nicht auf demselben Gang wie der Vorstandschef sitzt, sollte sich überlegen, wie er solch ein Büro ergattern kann.

Zeigen Sie sich zudem in der Kantine, im Aufzug und auf dem Flur. Für zufällige Begegnungen sollten Sie auch ein Smalltalk-Thema parat haben, das zeigt, wie engagiert Sie sind: Welchem strategischen Projekt haben Sie gerade die entscheidende Wendung gegeben? Welchen Kunden haben Sie kürzlich auf einer Konferenz gewonnen?

3. Verantwortung übernehmen, wo andere zögern

Die Unternehmensspitze braucht Menschen, die auch dann Verantwortung übernehmen, wenn es ungemütlich wird. „Wer Transformation sichtbar gestaltet, schwierige Phasen professionell durchsteht und Ergebnisse liefert, wird gesehen“, ist sich Happich sicher. Gerade in Umbruchphasen zeige sich, wem das gelingt.

Ihr Tipp: sich für Projekte melden, die auf der Agenda des CEO stehen. Man könne auch selbst Projekte anbieten und so zeigen, dass man Verantwortung übernimmt, bevor man darum gebeten wird. Wichtig ist, klarzumachen, wie bedeutsam die Ergebnisse für den Erfolg des Chefs und des Unternehmens sind.

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4. Mitmischen bei der internen Firmenpolitik

Prüfen Sie: Wer ist wem verpflichtet? Wer hat Einfluss? Wer taugt als Verbündeter? Gespräche auf dem Flur, informelle Treffen und Abstimmungen vor einem eigentlichen Termin wie einer Vorstands- oder Aufsichtsratssitzung sind elementar. Digitalunternehmerin Katja Nettesheim erzählt: Gerade Frauen bemerken es oft erst viel zu spät, wenn sich die männlichen Vorstandskollegen schon Sonntagabend abgestimmt haben, aber die offizielle Sitzung erst Montag ist.

5. Kontakt halten zum Vorstand

Überlegen Sie strategisch, welche Gelegenheiten sich bieten, um den Kontakt zur Unternehmensführung zu halten oder gar zu verbessern: Das kann etwa der Fortschritt Ihrer Projekte sein. Aber durchaus auch ein kurzer Geburtstagsgruß oder ein kluger Kommentar zu einem LinkedIn-Post des Chefs.

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