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Studien Fakten rund um die Laune im Job

Viele Studien zeigen: Gute Laune im Büro und Job lohnt sich für alle Seiten. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zum Thema.

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Schöne Bescherung: Wer seine Mitarbeiter zu mehr Leistung anspornen möchte, sollte ihnen hin und wieder etwas schenken. Diesen Schluss legt eine Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn nahe. Bei dem Experiment zahlte eine kanadische Firma ihren Arbeitern einen einmaligen Bonus – unabhängig von der zuvor erbrachten Leistung. Am Tag des Geldgeschenks erhöhte sich die Produktivität der Mitarbeiter um mehr als zehn Prozent. Die Forscher begründeten den Effekt mit dem Wesen der Reziprozität: Wie du mir, so ich dir. Die Mitarbeiter fühlten sich aufgrund des Geschenks zu einer Art Gegenleistung verpflichtet. Andere Studien zeigen allerdings auch: Der Effekt verpufft auch schnell wieder. Der schlaue Chef beschenkt seine Mitarbeiter deshalb nur ab und an und nicht zu großzügig. Sonst verkehrt sich die Wirkung der Präsente ins Gegenteil und die Leute wollen stetig mehr.

Geht ein Mann ins Büro... Humor wirkt umfassend: Er deeskaliert, kann Kritik abschwächen, Denkblockaden lösen und steigert sogar das Erinnerungsvermögen, so diverse internationale Studien. Schon 1977 etwa fanden die US-Psychologen Robert Kaplan und Gregory Pascoe heraus, dass Personen sich eher an die Inhalte einer Rede erinnern, wenn diese mit Humor gewürzt war. Forscher der Universität Michigan wiederum untersuchten 1986 über 1000 Anzeigen und kamen zum Ergebnis: Humorige Werbung wird in 17 Prozent der Fälle öfter erinnert als normale.

Humor steigert aber nicht nur Stimmung und Erinnerungsvermögen – er fördert ebenso die Karriere: So stellten US-Wissenschaftler unlängst fest, dass nur 15 Prozent der Mitarbeiter wegen Inkompetenz gefeuert werden. Die Mehrheit verliert den Job, weil sie mit den Kollegen nicht zurechtkommt und kommunikative Schwächen aufweist. Das Interessante daran: Die dazu befragten Personaler hielten Humor für den wesentlichen Kitt im kommunikativen Zusammenspiel des Teams.

Bitte lächeln! Es klingt wie ein Rat von Oma: „Lächle – und du fühlst dich besser!“ Doch Oma hat recht: Lächeln hebt tatsächlich die Laune – selbst wenn es künstlich ist. Unserem Gehirn ist es egal, ob wir aus Freude oder grundlos lächeln. Die beteiligten Muskeln signalisieren den grauen Zellen so oder so, dass gegrinst wird, woraufhin diese Glückshormone freisetzen, die motivieren und Angst lösen. Bei einer Studie der Universität Düsseldorf kam 2004 heraus, dass Lachen noch eine halbe Stunde nach dem Betrachten eines lustigen Films zu einer höheren Schmerztoleranz führte. Der Psychologe David Myers vom Hope College in Michigan wiederum findet eine eigentümliche Erklärung, warum viele Deutsche miesepetrig sind: Die Umlaute ä, ö, ü zwängen die Sprecher zu Gesichtsausdrücken, die negative Stimmungen verstärken. Auch darüber kann man lächeln.

Liebe im Büro: Liebe macht Arbeit. Manchmal funktioniert das auch andersherum: 2,9 Millionen der insgesamt rund 40 Millionen Erwerbstätigen ab 18 Jahren bekennen sich dazu, schon einmal eine Affäre am Arbeitsplatz gehabt zu haben, so eine repräsentative Umfrage des Ifak Instituts in Taunusstein. Fast jedes dritte Paar lernte sich am Arbeitsplatz kennen und lieben. Gar nicht dumm: Die Büro-Liebelei schlägt voll auf die gute Laune. Verliebte sind besser gelaunt, engagieren sich stärker und übernehmen Zusatzaufgaben, um länger in der Nähe des oder der Verehrten zu sein. Zudem verweisen Forscher darauf, dass der Körper bei sexueller Erregung mit Glückshormonen überflutet wird, deren euphorische Wirkung bis zu 24 Stunden anhält. Kein Wunder, dass in Umfragen Personalchefs keinerlei Bedenken gegen Beziehungen im Büro haben.

Immer wieder montags... Jeden Montag dasselbe: Die Mühle geht los, und die Mitarbeiter bekommen miese Laune. „Montags-Blues“ heißt das Phänomen. Drei Viertel aller Arbeitnehmer bezeichneten sich selbst als Montagsmuffel, so das Ergebnis einer Umfrage des Hamburger Marktforschungsinstituts Ears and Eyes. Schuld sind der Freitag und das Wochenende: Solange wir unter Druck stehen, schüttet der Körper Hormone aus, die ihn tapfer durchhalten lassen. Der Hormoncocktail schwächt aber das Immunsystem, sodass jede längere Anspannung den Körper auslaugt und bei Entspannung kollabieren lässt. Hinzu kommt eine Art Mini-Jetlag: Wer am Wochenende auf den Putz haut, verschiebt seinen Biorhythmus, sodass der Körper noch im Tiefschlaf weilt, wenn am Montagmorgen der Wecker klingelt. Was hilft: nicht sonntags eher ins Bett, sondern den Rhythmus erst gar nicht aus dem Takt bringen!

Gut, dass wir darüber geredet haben... Reden hilft. Was der Volksmund schon lange weiß, ist inzwischen auch wissenschaftlich belegt. Egal, ob über Probleme im Projekt, Ärger daheim oder generellen Frust im Büro – die Aussprache mit Freunden oder Kollegen erleichtert die Seele nicht nur, sie verbessert auch nachhaltig die Stimmung. Das haben Untersuchungen des Psychologen Matthew Lieberman von der Universität von Kalifornien in Los Angeles ergeben. Sobald wir Bedrückendes benennen und uns darüber mit anderen austauschen, wird das Gehirn wesentlich stärker aktiviert als wenn wir über den Kummer nur grübeln. Das wiederum hat zur Folge, dass die negativen Emotionen schneller nachlassen sowie zügiger und besser verarbeitet werden.

Auf gut Glück: Was macht Menschen glücklich? Seit den Sechzigerjahren wird die Frage erforscht. Die Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, im Kern aber eint sie eine Erkenntnis: Glück ist Einstellungssache, eine Attitüde – nichts, das man erkaufen oder kontrollieren könnte. So macht etwa 87 Prozent der Deutschen die eigene Gesundheit glücklich.

Aber schon 79 Prozent glauben, dass sich Lebensglück durch eigenes Engagement beeinflussen lässt (Quellen: Allensbach, TNS Emnid). Die Ökonomen David Blanchflower und Andrew Oswald haben kürzlich untersucht, ob sich Glück im Laufe der Zeit verändert. Ergebnis: Mit 20 sind Menschen besonders happy, Mitte 40 (im Schnitt mit 42,9 Jahren) trübt sich die Stimmung, um im Alter in jugendliche Höhen zu steigen. Wer dann keine gesundheitlichen Probleme hat, könnte mit 70 so glücklich sein wie ein 20-Jähriger.

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