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Bausparen vs. Banksparplan Wo es die besten Zinsen gibt

Wer langfristig sicher Geld anlegen möchte, wählt einen Banksparplan oder einen Bausparvertrag. Beide Produkte bieten Anlegern viele Vorteile, bergen aber auch Risiken. Ein aktueller Vergleich zeigt, bei welchen Instituten und Kassen Anleger die höchste Rendite erwirtschaften können. Und wann sie aufpassen sollten.

Regelmäßiges Sparen schafft Vermögen. Quelle: handelsblatt.com

DÜSSELDORF. Es gibt immer einen Grund zu sparen: Für das Studium der Kinder, die Anschaffung eines neuen Autos oder um kurz vor der Rente etwas Spielraum bei den Finanzen für den Ruhestand zu haben. Am wenigsten schmerzvoll für den Sparer ist das Ansparen in kleinen Raten. Bei dieser Variante wandert das Geld kaum merklich jeden Monat in den Sparplan. Und summiert sich über die Jahre dank Zins und Zinseszins auf erstaunliche Summen.

Wer das Risiko scheut und Fonds- und Versicherungsprodukten misstraut, kann zwischen einem Banksparplan und einem Bausparvertrag wählen. Das Problem: Privatkunden tun sich bei der Wahl des günstigsten Angebotes schwer, ein Marktvergleich ist wegen der komplexen Renditefaktoren für Laien kaum zu leisten. Ein aktueller Vergleich der FMH-Finanzberatung für Handelsblatt Online zeigt, welche Sparpläne und Bausparverträge etwas taugen.

Sparpläne mit und ohne Boni

Das klassische Sparprodukt bietet fast jede Bank an. In den meisten Fällen gibt es neben einem Basiszins für Kunden, die besonders lange dabei bleiben, einen Bonus oder eine Prämie. Je nach Vertrag wird der Bonus für die letzte Jahressparrate, die erzielten Zinsen oder auf die jährliche Sparleistung berechnet. "Die Angebote sind für Privatkunden nur vergleichbar, wenn sie das mögliche Ergebnis für ausgewählte Zeiträume berechnen", sagt Max Herbst, Inhaber der Frankfurter FMH Finanzberatung.

Im Vergleich von 25 Bankofferten bieten neben drei regionalen PSD Banken die Deutsche Bank gute Konditionen. Ein Nachteil des Angebots der Deutschen Bank: Der Zins zwischen 2,25 Prozent und 3,6 Prozent bleibt während der gesamten Sparzeit konstant. Wenn die Zinsen in den nächsten Jahren wie erwartet steigen werden, profitieren die Kunden nicht von diesem Anstieg. "In der jetzigen Niedrigzinsphase sind tendenziell Produkte mit variablen Basiszinsen empfehlenswert", sagt Herbst.

Einige Banken haben in der Vergangenheit die Sätze aber scheinbar willkürlich angepasst, sodass Kunden vom Zinsanstieg nicht angemessen profitieren konnten. Zwei Entscheidungen des Bundesgerichtshofes (BGH) stärken die Position der Kunden. Nach einem Urteil aus dem Jahre 2004 (BGH XI ZR 140/03) sind die Banken verpflichtet, für den variablen Basiszins einen Referenzzins auszuweisen.

Der Zins für den Sparplan muss sich analog dieser Richtschnur ändern. Ein aktuelles Urteil (BGH XI ZR 197/09) konkretisiert die Vorgaben. Demnach muss die Bank den von der Bundesbank veröffentlichten Satz für langfristige Spareinlagen zu Rate ziehen. Auch Altkunden können von dieser Regelung profitieren. "Der genaue Referenzzins steht aber noch nicht fest", sagt Niels Nauhauser Referent Banken bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Aktuell liegt die Rendite nach der FMH-Untersuchung für Handelsblatt Online bei einer Laufzeit von sieben Jahren im Schnitt bei 2,33 Prozent. Die Spanne reicht von 1,23 Prozent bis 3,21 Prozent. Über den Zeitraum von zehn Jahren liegen die Sätze zwischen 1,20 Prozent und 3,50 Prozent. Es bleibt Luft nach oben: Bei steigenden Bundesbankzinsen profitieren auch die Renditen der flexiblen Sparpläne. Renditestarke Bausparverträge

Eine gute Alternative zu Sparplänen sind Bausparverträge, die den Fokus auf eine hohe Rendite in der Ansparphase legen. Auch wenn die Vorgaben für die Wohnungsbauprämie seit dem vergangenen Jahr verschärft wurden, kann sich Bausparen lohnen. In der Umfrage unter knapp der Hälfte der Bausparkassen erzielen die Verträge im Durchschnitt eine Rendite von 2,69 Prozent innerhalb von sieben Jahren. Das wäre deutlich mehr als bei den Banksparplänen.

Bedingung: Die Sparer müssen nach der Ansparphase auf ihr günstiges Bauspardarlehen verzichten. Die Renditespanne reicht von 1,80 Prozent bis 3,38 Prozent. Sparer mit Familie und mittlerem Einkommen können die Rendite deutlich steigern.

Wer jährlich nicht mehr als 25 600 Euro als Single oder 51 200 Euro als Verheirateter verdient, hat Anspruch auf Wohnungsbauprämie. Vater Staat gewährt immerhin 45 Euro (90 Euro bei Verheirateten) jährlich als Zuschuss. Voraussetzung: Sparer müssen seit Januar 2009 das Geld in wohnwirtschaftliche Vorhaben investieren oder dürfen bei Vertragsabschluss das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. "Anleger müssen dann aber wissen, dass sie das Geld zweckgebunden einsetzten müssen", sagt Nauhauser. "In diesem kann es aber lohnen".

Inklusive Wohnungsbauprämie steigt die Rendite innerhalb von sieben Jahren im Schnitt auf 4,84 Prozent. In der Spitze erzielt die Alte Leipziger Bausparkasse 5,47 Prozent, die letzte Kasse im Vergleich immerhin noch 4,01 Prozent.

Der Anlagezeitraum von sieben Jahren ist für Bausparer ideal. "Die Wohnungsbauprämie ist an diesen Zeitraum gebunden und die meisten Verträge erwirtschaften in dieser Zeit attraktive Renditen", sagt Herbst.

Dass sich die Verträge erst nach einer Weile lohnen, liegt neben dem Bewertungssystem der Kassen auch an der obligatorischen Abschlussgebühr. Die beträgt je nach Angebot zwischen einem und 1,6 Prozent der Bausparsumme und wird mit den ersten Sparraten getilgt. "Gerade wegen dieser Gebühr sollten Bausparer die Bausparsumme möglichst gering halten", sagt Herbst. Viele Vermittler setzten auf hohe Summen, um ihre Provision zu maximieren. Die Rendite für den Kunden sinkt dann.

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