Anlegerschutz: BaFin will Handel mit Turbo-Zertifikaten einschränken
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) will den Verkauf sogenannter Turbo-Zertifikate an Privatanleger einschränken. Die Behörde stellte am Mittwoch ihre Pläne für eine Verschärfung der Auflagen vor. Anbieter müssten künftig unter anderem standardisiert über die Verlustrisiken informieren.
Außerdem würden sie dazu verpflichtet, mittels eines Tests zu ermitteln, ob interessierte Kleinanleger über ausreichende Kenntnisse für den Handel mit derartigen Papieren verfügen.
Etwa drei Viertel aller Kleinanleger hätten in den vergangenen fünf Jahren mit Turbo-Zertifikaten Verluste von durchschnittlich etwa 6400 Euro erlitten, teilte die BaFin mit. Neben der Komplexität dieser Derivate seien die Vertriebspraktiken der Anbieter die Gründe hierfür. Letztere hätten bis zum 3. Juli Zeit, zu den Plänen der Finanzaufsicht Stellung zu beziehen.
Turbo-Zertifikate gehören zur Gruppe der sogenannten strukturierten Wertpapiere. Diese sind an bestimmte Basiswerte wie Aktien oder Rohstoffe gebunden und ermöglichen Anlegern überdurchschnittliche Kursgewinne. Gleichzeitig besteht aber das Risiko überdurchschnittlicher Verluste oder eines Totalausfalls.
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