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Bridgewater Ray Dalio wettet gegen Siemens – und warnt vor Rezession

Der weltgrößte Hedgefonds ist eine Wette auf den Fall von Siemens-Aktien in Höhe von einer Milliarde Euro eingegangen. Und: Gründer Ray Dalio glaubt an eine kommende Rezession.

Der Hedgefonds-Gründer glaubt, dass die Macht der Zentralbanken schwindet. Quelle: Reuters

DüsseldorfDer weltgrößte Hedgefonds hat eine Wette gegen den deutschen Technologiekonzern Siemens offen. Wie Daten des Finanznachrichtendienstes Bloomberg zeigen, ist der Hedgefonds von Investmentguru Ray Dalio eine Short-Position in Höhe von rund einer Milliarde US-Dollar gegen den Konzern eingegangen. Damit ist Siemens die größte Short-Position Bridgewaters auf europäische Aktien.

Mit Shortpositionen sind Leerverkaufsposten gemeint. Diese nutzen Aktienhändler, aber auch institutionelle Investoren, um sich gegen das Risiko fallender Kurse abzusichern. Sollte es also mit der Siemens-Aktie in nächster Zeit bergab gehen, dürften Dalio und seine Kollegen kräftig verdienen.

Insgesamt ist Bridgewater in den vergangenen Wochen Short-Positionen im Wert von gut 14 Milliarden US-Dollar gegen Aktien europäischer Unternehmen eingegangen. Neben Siemens hat Bridgewater Wetten vor allem gegen italienischer Unternehmen Intesa Sanpaolo (790 Millionen Dollar), Enel (692 Millionen Dollar) und Eni (656 Millionen Dollar) laufen. Der Grund: Der Fonds befürchtet politische Turbulenzen. So rechnen die Investoren damit, dass bei den anstehenden Wahlen im März kein klarer Gewinner das rennen machen werde, was wiederum politischen und wirtschaftlichen Reformen im Wege stünde.

An den Börsen haben die Anleger derweil am Montag durchgeatmet und die Zeit genutzt, um sich etwas günstiger mit Aktien einzudecken. So stand der Dax zuletzt gut 1,5 Prozent höher bei 12.282 Punkten. Der Dow Jones – der wichtigste Index der USA – gewann wenige Stunden nach der Eröffnung gut 1,3 Prozent auf 24.496 Punkte. Beide Indizes hatten die vergangenen Woche mit dem schlimmsten Wochenergebnis seit zwei Jahren beschlossen.

Hedgefonds wie Bridgewater, die große Summen auf fallende Kurse wetten, verdienen gut, wenn die Kurse fallen. Doch die jüngste Ausverkaufswelle scheint selbst Gründer und Investorenlegende Ray Dalio überrascht zu haben. So habe er sich vor zehn Tagen noch geglaubt, die Aktienmärkte seien gerade dabei, den Höhepunkt der Rally zu erreichen, schreibt Dalio in einem Blogeintrag.

Doch die besonders gut ausgefallenen Zahlen zum Wachstum der US-Wirtschaft sowie die guten Arbeitsmarktzahlen, hätten den Aktienmarkt bereits über die Schwelle des Rally-Höhepunktes gebracht. Dazu beigetragen haben außerdem die Ankündigung eines Konjunkturpakets durch die Trump-Administration und die damit verbundene Ausgabe von Regierungsanleihen (Treasuries): „Die Reaktion der Fed auf diese Ereignisse und die Zahl der Zinserhöhungen werden für uns sehr wichtig sein“, so Dalio. „Wir beobachten das genau“

Gleichzeitig warnt der Manager: „Wir befinden uns derzeit an der Stelle des Aktienmarkt-Zyklus', an der es schwierig ist, die richtigen geldpolitischen Entscheidungen zu treffen. Das Risiko einer Rezession wird in den nächsten 18 bis 24 Monaten ansteigen.“ Bridgewater konzentriere sich deshalb auf die lange Frist, vor allem in Hinblick auf die 2020 anstehenden Wahlen in den USA.

Zwei Probleme seien Dalio zufolge besonders eklatant: Zum einen die sich immer stärker weitende Einkommensschere, welche seiner Meinung nach soziale und politische Risiken berge. Zweitens hätten die Zentralbanken immer weniger Spielräume, wenn es darum geht, die Wirkungen einer schwächelnden Konjunktur zu lindern – denn die Zinsen seien bereits sehr niedrig und die expansive Politik des Quantitative Easing (QE) habe sich als wenig wirksam erwiesen. Damit vertritt Dalio eine ähnliche Auffassung wie der Starökonom Nouriel Roubini. Dieser warnte am Freitag vor der Machtlosigkeit der Zentralbanken.

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