Deutsche Börse Staatsanwaltschaft fordert 500.000 Euro Geldauflage gegen Kengeter

Exklusiv

Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter wird Marktmanipulation sowie Insiderhandel vorgeworfen. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat nun bei Gericht eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens beantragt.

Carsten Kengeter Quelle: dpa

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat das Amtsgericht Frankfurt um Zustimmung zu einer Einstellung des Ermittlungsverfahren gegen Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter ersucht. Konkret möchten die Ermittler das Verfahren gegen Kengeter nach Paragraph 153a gegen die Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 500.000 Euro einstellen. Das bestätigte der Vizepräsident des Amtsgerichtes Frank Richter der WirtschaftsWoche. Die Ermittler werfen Kengeter Marktmanipulation sowie Insiderhandel vor. Die Börse wollte sich nicht zu dem Vorgang äußern.

Sollte das Amtsgericht zustimmen, kann die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen Kengeter wie geplant gegen Zahlung der Geldauflage über 500.000 Euro einstellen. Stimmt das Gericht allerdings nicht zu, müsse die Behörde eine andere Art der Verfahrensbeendung finden, so Richter. Das kann dann auch eine Anklage gegen Kengeter sein.

Richter bestätigte der WirtschaftsWoche außerdem den Eingang der Akte, zu der ebenso zwei Bußgeldverfahren gegen das Unternehmen Deutsche Börse gehören. Diese beiden Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten will die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen eine Zahlung von insgesamt 10,5 Millionen Euro einstellen.  

Um alle Verfahren einstellen zu können, braucht die Staatsanwaltschaft jedoch die Zustimmung des Amtsgerichtes. Das Gericht will vor seiner Entscheidung nun allerdings zunächst eine Stellungnahme der Finanzaufsicht BaFin einholen. „Die Stellungnahme der BaFin wird einen gewichtigen Anteil an der Entscheidung des Amtsgerichtes haben“, sagte Richter der WirtschaftsWoche. Mit einer Entscheidung des Amtsgerichtes über die Anträge der Staatsanwaltschaft rechnet Richter erst „in den nächsten Wochen“.

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