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S&P-Studie Aktive Fondsmanager schlagen deutschen Aktienmarkt

Ein Hoffnungsschimmer für aktive Fonds: Im vergangenen Jahr haben sie in Europa in wichtigen Anlageklassen besser abgeschnitten als zuvor.

ARCHIV - Auf Kursmonitoren verfolgen Händler und Analysten am 05.12.2016 auf dem Parkett der Börse in Frankfurt am Main (Hessen) die Aktienkurse. (zu dpa: «Auslandsgeschäft der Dax-Konzerne stärkt Standort Deutschland» vom 05.09.2017) Foto: Boris Roessler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

FrankfurtViele Fondsprofis haben im vergangenen Jahr ihre Vergleichsindizes geschlagen. Das zeigt eine neue Studie des Indexanbieters Standard & Poor’s Dow Jones Indices über Aktienfonds am europäischen Markt, die am Montag veröffentlicht wurde.

Verbessert haben sich beispielsweise Manager deutscher Aktienfonds, wie S&P-Analyst Leonardo Cabrer hervorhebt: „Eine Mehrheit von 61 Prozent hat den Index S&P Germany abgehängt“, stellt er fest.

Vor einem halben Jahr mussten sich noch 57 Prozent geschlagen geben, vor einem Jahr sogar 88 Prozent. Auch Länderfonds mit Aktien aus Großbritannien, Italien, der Schweiz und Schweden schnitten 2017 mehrheitlich besser ab als ihre Vergleichsindizes.

Die Lenker europäischer Aktienfonds konnten die steigenden Kurse am Aktienmarkt im vergangenen Jahr ebenfalls besser für sich nutzen als zuvor: So schlugen 53 Prozent den Index S&P Europe 350. Ein halbes Jahr zuvor hinkte noch eine Mehrheit von 51 Prozent hinterher, Ende 2016 waren es sogar 80 Prozent. So erzielten die 1096 von S&P untersuchten Fonds der Kategorie ein Wertplus von rund 12 Prozent, während der Index knapp elf Prozent zulegte.

In anderen wichtigen Kategorien wie globale Aktien, Schwellenländer- und US-Aktien konnten die meisten aktiven Fondsmanager nicht überzeugen: Besonders schwach schnitten sie bei Titeln aus der besonders heterogenen Gruppe der Schwellenländer ab. „Das steht im Kontrast zum landläufigen Glauben, dass ineffiziente Märkte die besten Chancen haben, Mehrwert zu bieten“, wundert sich Analyst Cabrer.

Langfristig kehrt sich das Bild ohnehin überall um: Über die vergangenen zehn Jahre bleiben in allen Kategorien Mehrheiten von mindestens zwei Dritteln hinter ihren Vergleichsindizes zurück. Unter den Managern globaler Aktien, Schwellenländer- und US-Titeln schaffte es nahezu niemand, die Indizes zu übertreffen.

Das befeuert die bekannte Kritik an den aktiven Fondsmanagern noch: Ihnen wird zur Last gelegt, dass sie auf Dauer nicht mehr Rendite erzielen als passive Fonds, also ETFs, die Indizes nachbilden. Als ein Grund gilt, dass sich viele aktive Manager eng an Indizes halten, aber ein Vielfaches an Gebühren verlangen. Diese Gebühren von oft rund 1,5 Prozent im Jahr für Aktienfonds werden vom Fondsvermögen abgezogen, schmälern den Ertrag.

Das gilt als einer der Gründe für den Boom von ETF. Deren Vermögen hat sich am europäischen Markt seit 2009 gut verdreifacht auf aktuell knapp 800 Milliarden US-Dollar. Es bleibt abzuwarten, ob sich die teilweise bessere Leistung der aktiven Fondsmanager aus dem vergangenen Jahr fortsetzen lässt und sie der Kritik etwas entgegensetzen können.

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