Warren Buffett: Starinvestor setzt auf Apple
Benjamin Graham (1894 - 1976)
Graham wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, nachdem seine verwitwete Mutter alles Hab und Gut durch Aktienspekulationen verloren hatte. Der Ausnahmeschüler schloss bereits mit 20 Jahren sein Studium ab und arbeitete anschließend an der Wall Street, wo auch die New Yorker Börse beheimatet ist. Später lehrte er an der Columbia University Wirtschaftswissenschaften. Sein Buch "Security Analysis" (1934) gilt als Standardwerk, die spätere populärwissenschaftliche Version "Intelligent Investor" gilt als Bibel der sogenannten Value-Investoren und war ein Bestseller.
Foto: WirtschaftsWocheAndré Kostolany (1906 - 1999)
In Budapest geboren kam Kostolany 1940 in die USA, wo er später bis 1050 eine Finanzfirma leitete. Legendär machten ihn jedoch Kolumnen, Vorträge und zahlreiche Bücher, die in acht Sprachen übersetzt wurden und sich millionenfach verkauften. Gemeinsam mit Gottfried Heller gründete er 1971 die Vermögensverwaltung Fiduka, eine der ältesten Deutschlands. Seine Börsenweisheiten aus seinen Veröffentlichungen und Auftritten werden noch heute gerne zitiert, zum Beispiel: "Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.“
Foto: dpa/dpawebWarren Buffett (geb. 1930)
Als Sohn eines Brokers erwarb Buffett seine ersten Aktien mit elf Jahren. Während des Studiums war Benjamin Graham einer seiner Professoren, später stieg Buffett in dessen Brokerunternehmen Graham-Newman als Wertpapieranalyst ein. Niemand setzte die Strategie Grahams an der Börse erfolgreicher um, fundamental unterbewertete Aktien günstig zu kaufen und auf ihre langfristige Wertentwicklung zu setzen. Buffett zählt heute zu den reichsten Menschen der Welt, sein Vermögen wird auf mehr als 60 Milliarden Dollar geschätzt. Es steckt fast vollständig in der von ihm selbst aufgebauten Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway, die große Aktienpakete an Unternehmen wie etwa Coca Cola, Wells Fargo, McDonalds und großen Versicherungen wie Geico oder Munich Re hält. Die Renditen seiner Investments haben sich meist weit überdurchschnittlich entwickelt und viele seiner Aktionäre reich gemacht.
Foto: REUTERSGeorge Soros (geb. 1930)
Geboren im ungarischen Budapest kam Soros 1956 in die USA und übernahm 1968 einen Hedgefonds, später folgten die berühmten Quantum-Fonds. Mit dem Kauf und Verkauf von Aktien der französischen Großbank Société Générale verdiente er 1988 Millionen, wurde aber mehr als zwei Jahrzehnte später wegen Insiderhandels bei diesen Geschäften verurteilt. Vor allem seine Wetten gegen - aus seiner Sicht überbewertete - Währungen wie das Pfund Sterling 1992 machten ihn berühmt und bescherten ihm Milliardengewinne. Soros geht mit seinen Geschäften offen um, zumal er sie häufig politisch begründet. 2008 war er mit einem Einkommen von 1,1 Milliarden Doller der bestbezahlte Hedgefondsmanager der Welt. Soros ist aber auch ein großer Menschenfreund, der sich für eine offene Gesellschaft engagiert und Milliarden spendet.
Foto: dpaJens Ehrhardt (geb. 1942)
Ehrhardt stieg bereits mit 27 Jahren als Partner in die Vermögensverwaltung Portfolio Management ein, gründete 1974 jedoch seine eigene Firma, die Dr. Jens Ehrhardt Vermögensverwaltung, die heute als DJA Kapital AG firmiert. Schon seine Doktorarbeit widmete sich dem Einfluss der Geldmengensteuerung durch die Notenbanken auf die Entwicklung der Börsenkurse. Seine Strategie orientiert sich bis heute an den Bestimmungsfaktoren der Aktienkurse jenseits der Unternehmen. Ehrhardts seit 1974 erscheinender Börsenbrief "Finanzwoche" gilt als einer der erfolgreichsten hierzulande und erscheint noch heute.
Foto: Bert Bostelmann für WirtschaftsWocheInvestoren-Legende Warren Buffett wettet eine Milliarde US-Dollar darauf, dass es für die Apple-Aktie wieder nach oben gehen wird. Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway teilte am Montag mit, dass sie Ende März 9,8 Millionen Anteilsscheine des iPhone-Herstellers hielt. Damit wurde auch der berühmte Milliardär zunächst einmal vom Abschwung der Apple-Aktie getroffen.
Die Beteiligung war zuletzt knapp 900 Millionen Dollar (796 Mio Euro) wert. Laut Mitteilung stand sie im März noch mit 1,07 Milliarden Dollar in den Büchern. Buffett hatte sich bei Technologie-Aktie lange eher zurückgehalten. Berkshire baute außerdem seine Beteiligung am Computer-Riesen IBM aus und hält dort jetzt einen Anteil im Wert von gut zwölf Milliarden Dollar.
Der Starinvestor könnte auch beim Verkauf von Yahoo mitmischen - allerdings nur als Geldgeber. Der angeschlagene Internet-Pionier sei kein Unternehmen, an dem er sich selbst beteiligen würde, sagte Buffett dem US-Sender CNBC. „Ich kenne das Geschäft nicht und wüsste nicht, wie ich das bewerten soll.“ Aber er sei bereit, ein Gebot des befreundeten Milliardärs Dan Gilbert zu unterstützen - jedenfalls bei entsprechender Absicherung seines Investments. Über dessen Interesse hatten zuvor US-Medien wie die „New York Times“ berichtet.
Rang 10: DaVita HealthCare Partners und DirecTV
(Davita: WKN 897914; DirectTV: A1J1EZ)
DaVita HeathCare Partners ist eines der größten Nierenpflege-Unternehmen Amerikas mit mehr als 41.000 Beschäftigten. Warren Buffett hält 17 Prozent der Anteile – das entspricht einem Wert von 2,9 Milliarden US-Dollar. Genauso viel ist Buffetts sechs-Prozent-Beteiligung an DirecTV wert, dem größten Pay-TV-Anbieter der Welt mit rund 20 Millionen zahlenden Kunden.
Quelle: DPA
Foto: dpaRang 9: U.S. Bancorp
(WKN 917523)
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Minneapolis ist die fünftgrößte Bank der Vereinigten Staaten. Die Einlagen haben einen Wert von 341 Milliarden US-Dollar. Buffett besitzt 4,7 Prozent der Aktien – das entspricht einem Wert von 3,6 Milliarden Dollar.
Foto: APRang 8: Procter & Gamble
(WKN 852062)
Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble ist bekannt für Marken wie Always, Braun, Dolce & Gabana, Febreze, Gilette, Pampers und viele mehr. Im vergangenen Jahr machte P&G einen Umsatz von mehr als 83 Milliarden Dollar. Buffett hält über seine Holding Berkshire Hathaway zuletzt 1,9 Prozent im Wert von 3,8 Milliarden Dollar.
Foto: dapdRang 7: Walmart
(WKN A14PRL)
Walmart ist mit fast 500 Milliarden Dollar Jahresumsatz das umsatzstärkste Unternehmen der Welt. Wegen der Ausbeutung des ohnehin schon schwachen Arbeitsrechts in den USA steht Walmart immer wieder in der Kritik. Den Wert des Investments für Buffett schmälert das allerdings nicht. Die 1,8-Prozent-Aktienanteile, die Buffett besitzt, sind rund vier Milliarden Dollar wert.
Foto: APPlatz 6: Munich Re
(WKN 843002)
Das einzige deutsche Unternehmen auf der Liste ist die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Munich RE. Der Jahresumsatz betrug zuletzt 56,31 Milliarden Dollar. Buffett hält 11,6 Prozent der Anteile – das entspricht einem Wert von 4,4 Milliarden Dollar.
Foto: dpaRang 5: American Express
(WKN 850226)
Als Buffett 1994 bei der Kreditkartenfirma American Express einstieg, investierte er 1,3 Milliarden Dollar. Der 15-Prozent-Anteil, den er damit erwarb, ist heute 11,7 Milliarden Dollar wert – ein lohnendes Investment.
Foto: APRang 4: IBM
(WKN 851399)
IBM hat seit Jahren mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Auch der Aktienwert hat in den vergangenen drei Jahren um 20 Prozent nachgelassen – im gleichen Zeitraum legte der Dow Jones um 35 Prozent zu.
Foto: REUTERSPlatz 3: Coca Cola
(WKN 850663)
Buffetts Vorliebe für den Getränkeriesen ist hinlänglich bekannt. Im Alter von sechs Jahren verdiente der Milliardär sein erstes Geld, indem er Coca-Cola-Sixpacks für 25 Cent kaufte und die einzelnen Flaschen für jeweils fünf Cent wieder verkaufte. Schon damals wusste er, wir man aus Cola Kapital schlägt. Sein heutiger Anteil am Konzern betrug zuletzt gut neun Prozent und ist etwa 15,8 Milliarden Dollar wert.
Foto: REUTERSPlatz 2: Kraft Heinz
(WKN A14TU4)
Gemeinsam mit dem brasilianischen Investmentfonds 3G hatte Buffets Fonds Berkshire Hathaway Heinz im Jahr 2013 für 23 Milliarden Dollar gekauft. Buffett fädelte die im März beschlossene Megafusion der Lebensmittelriesen Heinz Ketchup und Kraft Foods mit ein. Nun ist er mit gut 26 Prozent bzw. etwa 23,5 Milliarden Dollar am fusionierten Konzern beteiligt.
Foto: REUTERSPlatz 1: Wells Fargo
(WKN 857949)
Wells Fargo ist die größte Position im Portfolio von Berkshire Hathaway. Knapp neun Prozent hält Buffett an der US-Großbank. Der Anteil entspricht einem Marktwert von etwa 25,4 Milliarden Dollar.
Foto: REUTERSDer 85-jährige Buffett hatte sich als weitsichtiger Investor einen Namen gemacht - und Milliarden verdient. Der Finanzdienst Bloomberg führt ihn aktuell auf Rang drei der reichsten Menschen der Welt mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 66 Milliarden Dollar.
In den vergangenen Wochen hatten Quartalszahlen mit dem ersten Umsatzrückgang seit 2003 sowie der Ausstieg des Milliardärs Carl Icahn unter Hinweis auf Risiken in China die Apple-Aktie unter Druck gesetzt. Konzernchef Tim Cook warf den Anlegern daraufhin „eine riesige Überreaktion“ vor, schließlich verdiene Apple nach wie vor jedes Quartal Milliarden. Die Investoren sorgen sich jedoch um die Wachstumsaussichten. Nach Buffetts Ankündigung zog die Aktie im frühen US-Handel am Montag um rund ein Prozent an. Der Kurs war in den vergangenen Wochen von 108 Dollar auf 90 Dollar gefallen.