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WertsteigerungDiese Geschenke sind wertvoller als Bargeld

Sie können aufhören, sich den Kopf über Weihnachtsgeschenke zu zerbrechen. Diese Geschenke bringen Freude, auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht nicht jedem gefallen. Dafür sind sie dauerhaft von Wert.Wenke Wensing 23.12.2017 - 11:42 Uhr aktualisiert

Diese Weihnachtsgeschenke sind wertvoller als Bargeld.

Foto: dpa Picture-Alliance , imago images, Presse, Collage

Ausnahmen gibt es bei Familie Klemenschitz nicht: Jedes Jahr zu Weihnachten gibt es Lego. Schon knapp 200 Lego-Modelle stehen in Gerald Klemenschitz’ Wohnung verteilt. Der Sammler freut sich zwar über jedes Lego-Set unter dem Weihnachtsbaum, ganz besonders aber über begehrte Raritäten des dänischen Unternehmens. Der Wert eines seiner Bauklötzchen-Sets ist seit dem Kauf schon um 500 Prozent gestiegen.

Alle Jahre wieder: Die modische Krawatte oder das teure Parfüm mögen sicher vielen Beschenkten gefallen, das beliebteste Weihnachtsgeschenk der Deutschen bleibt aber seit vielen Jahren Bargeld. Das passt den Beschenkten oft besser, als Geschenke die ungeliebt in den Schubladen verstauben.

Wer den roten Umschlag mit den bunten Scheinen ebenfalls zu lieblos findet, muss sich etwas einfallen lassen. Und wäre da nicht ein Geschenk ideal, dass - auch wenn den Geschmack des geliebten Menschen nicht ganz trifft, - zumindest Raritätenwert hat und diesen mit den Jahren noch steigern kann?

Unsicherheit unter den Anlegern

Einmal im Jahr ermittelt das forsa-Institut im Rahmen einer Umfrage im Auftrag des Edelmetallhandelshauses pro aurum*, welchen Geldanlagen deutsche Anleger ab 18 Jahren bei einem Anlagehorizont von drei Jahren das höchste Gewinnpotenzial zutrauen. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Bundesbürger (28 Prozent) hat darauf keine Antwort. Wie Mirko Schmidt, Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, anmerkt, fiel die Zahl „Ratlosen“ 2017 erneut ausgesprochen hoch aus, was auf einen anhaltenden Anlagenotstand und ein hohes Maß an Unsicherheit unter den Anlegern hindeute.

Quelle: pro aurum, Stand: Juni 2017

*Die deutschlandweite Umfrage erfolgte anhand computergestützter Telefoninterviews mit über 1000 repräsentativ ausgewählten Bundesbürgern

Foto: Fotolia

Gold

In einer Hinsicht sind sich die Deutschen jedoch einig: Neben einer weiteren Geldanlage trauten die Befragten „Gold“ das höchste Gewinnpotenzial zu. Mit 27 Prozent rangiert sie exakt auf dem Niveau des Vorjahres.

Foto: obs

Aktien

Ebenfalls 27 Prozent beantworteten die Frage, welche Geldanlage nach drei Jahren Laufzeit den höchsten Gewinn bringen würde, mit „Aktien“. Diese haben laut forsa in den letzten Jahren deutlich an Attraktivität gewonnen. 2011 hielten gerade einmal elf Prozent Aktien für die lukrativste, langfristige Geldanlage. „Aktien dürften vor allem – bedingt durch ihren mehrjährigen Aufwärtstrend – bei Anlegern extrem beliebt sein, während der Krisenschutz Gold nach dem markanten Anziehen der Inflation vor allem von den negativen Realzinsen profitiert haben dürfte. Für mich gehört Gold weiterhin als Stabilitätsanker in jedes Depot“, erklärt Schmidt weiter.

Foto: Fotolia

Fondsanteile

Ähnliches gilt für Fonds, deren Anteil im privaten Depot allerdings von 18 Prozent im Vorjahr auf 17 Prozent leicht zurückgegangen ist.

Foto: gms

Lebensversicherung

In einem zweiten Schritt ermittelte die forsa-Umfrage zudem, welche Geldanlagen tatsächlich aktuell in den Depots der Befragten enthalten sind. Mit einem Anteil von 30 Prozent sind Lebensversicherungen in diesem Jahr demnach die beliebteste Geldanlage - selbst wenn sie im Vergleich zu 2016 einen Prozentpunkt eingebüßt haben.

Foto: Fotolia

Bausparvertrag beziehungsweise Bausparplan

Ähnliches gilt für Bausparpläne. In der Gunst der Anleger machten sie neben Lebensversicherungen den größten Anteil im privaten Depot aus. Dennoch fielen auch sie im Vergleich zu 2016 von 31 auf 28 Prozentpunkte zurück.

Foto: Fotolia

Immobilien

Unter den fünf beliebtesten Geldanlagen konnten lediglich Immobilien das Vorjahresniveau von 27 Prozent verteidigen.

Foto: dpa/dpaweb

ielTagesgeld

Tagesgeldkonten haben es mit einem Anteil von 22 Prozent in diesem Jahr ebenfalls in die Top Fünf der beliebtesten Geldanlagen geschafft. Zum Vergleich: 20 fiel ihr Anteil bei 23 Prozent noch etwas höher aus.

Foto: Fotolia

Fest- beziehungsweise Termingeld

Unter den wenigen Geldanlagen mit steigenden Besitzquoten sind vor allem Termingelder zu nennen. Ihr Anteil im Depot ist seit 2016 von 12 auf 14 Prozent gestiegen.

Foto: Fotolia

Gold & Silber

Neben Termingeldern legten insbesondere Edelmetallinvestments zu. Bei Netto-Investments in Gold und Silber (7 Prozent), Goldbarren und -münzen (7 Prozent) sowie Silberbarren und -münzen (3 Prozent) stiegen die Besitzquoten um jeweils einen Prozentpunkt nach oben. Ein Grund für den Anstieg dürfte das gestiegene Ansehen von Gold unter den Anlegern sein: Wie im Vorjahr stuften drei von vier Bürgern (75 Prozent) Gold als eine gute Ergänzung zu anderen Geldanlagen ein. Dass Gold eine sichere Geldanlage sei, wurde diesmal von 71 Prozent bejaht (2016: 65 Prozent). Etwas mehr Zuspruch erhielt auch die These, dass Gold als geeignete Geldanlage für risikoscheue Anleger fungiere. Hier wurde nämlich ein von 54 auf 55 Prozent leicht erhöhter Wert registriert. Unverändert fiel der Zuspruch zu der These „Gold ist zur Zeit eine lohnende Anlage, weil die Kurse steigen werden“ aus. Fast jeder zweite Deutsche (49 Prozent) war hiervon überzeugt.

Foto: dpa

Die unzählbare Anzahl an Lego-Klötzchen haben Klemenschitz und seinem Sohn jedenfalls mittlerweile ein kleines Vermögen eingebracht. Stichwort: Wertsteigerung. “Ich habe den Star-Wars Millenium Falcon für 500 Euro gekauft. Heute ist er 3000 Euro wert”, erzählt der Sammler. Noch denkt er nicht daran, seine Sammlung zu verkaufen. Wer weiß, was sie in zehn oder zwanzig Jahren wert ist.

Begehrte Whiskys immer doppelt kaufen

“Wertsteigerungen vorauszusehen, ist leider sehr schwer”, sagt Thomas Krüger vom Geschäft Whisky Krüger. Er hat zwar keine Ahnung von Lego-Steinen, kennt sich dafür aber blendend mit Whisky-Flaschen aus. Für Kenner das perfekte Geschenk. “Regel Nummer eins: Whisky sollte man nur Menschen schenken, die ihn auch trinken - falls das mit der Wertsteigerung nichts wird”, sagt Thomas Krüger. Um von Geschmack und Wert etwas zu haben, rät er, gleich zwei Flaschen zu kaufen - eine zum Trinken und eine als Anlage.

Wer Whiskyflaschen als Anlage verschenken möchten, sollte darauf achten, wie viele Jahre der Whisky im Fass gereift ist. Krügers Tipp: “Zwölf Jahre sollte er schon auf dem Buckel haben.”

Auf das Design einer schönen Flasche sollten Käufer aber nicht allzu viel geben. “Was schön aussieht, schmeckt oft nicht.”

Viel wichtigere Kriterien als das Aussehen seien, dass ein Whisky keine Farbstoffe enthält und er nicht kühl gefiltert (non-chill-filtered) wurde. “Kühle Filterung macht den Whisky schön klar - nimmt ihm aber auch 40 Prozent seines Geschmacks”, weiß der Fachmann.

Der passende Whisky zum Fest
Thomas Krüger empfiehlt Whisky-Sammlern einen Blick auf die schottische Destillerie Glenfarclas zu werfen. Die Destillerie sei noch immer in Privatbesitz, was unter den bekannten Destillerien nicht mehr häufig sei. Auch Whiskys der Destillerie Springbank würden sich als Anlage lohnen. "Die Destillerie macht die Mälzung seit 1828 komplett selbst", sagt der Experte.Wem das nicht zusagt, kann noch vom Ardbeg Ten in der Warehouse-Edition profitieren.
Es muss nicht immer Schottland sein: auch für Whiskys der Destillerie Box aus Schweden und der dänischen Destillerie Stowning erwartet er gute Zeiten.
Zwar nicht unter Krügers top drei, aber dennoch erwähnenswert: Whisky aus dem Harz. Die Destillerie Glen Els produziert jährlich 20.000 Liter Single Malt Whisky.

Sein Geheimtipp, der 15-jährige Springbank, ist noch nicht teuer. 80 Euro kostet die Flasche heute, Krüger erwartet eine Wertsteigerung von bis zu 300 Euro in den nächsten zehn Jahren. Doch nicht alles, was vielversprechend aussieht, ist es auch. .

Wer glaubt, ein Schnäppchen geschossen zu haben, muss aufpassen, dass es sich nicht um eine Fälschung handelt. In seinem Whisky-Museum in Holzbunge beispielsweise stehen 50 Fälschungen, die oft nur von einem Experten von den Originalen zu unterscheiden sind.

Vermögen auf dem Plattenteller

Auch auf dem Plattenmarkt sind Fälschungen ein beliebtes Mittel, um Käufer hinters Licht zu führen. Damit der Beschenkte beim Verkauf einige Jahre später nicht bitter enttäuscht ist, lohnt es sich einen Blick auf discogs.com zu werfen. Der Online-Katalog zeigt, wie originale Platten aussehen müssten und wie illegale Pressungen, sogenannte bootlegs aussehen. “Es ist wie Wikipedia für Schallplatten”, weiß Jörg Tillmann von buy24hours.de.

Tillmann verkauft Schallplatten ausschließlich online. Neben der Musik interessiert ihn auch der Wert der Platten. “Gebrauchte Schallplatten sind eine gute Geschenkempfehlung”, sagt Tillmann. Wer nicht nur die Musik, sondern auch die Kasse klingen hören möchte, müsse allerdings auf einiges achten. Eine Erstpressung aus dem Erscheinungsjahr sollte es sein, Sondereditionen sind auch sehr gefragt. “Wer auf eine Wertsteigerung aus ist, muss sich in bestimmten Musikrichtungen umsehen”, sagt Tillmann.

Schallplatten-Raritäten
Wer kennt sie nicht: Die Beatles und die Rolling Stones. Wer von diesen Bands eine Erstpressung aus den USA besitzt, kann diese mit den Jahren immer teurer veräußern.
Anfang der 1970er Jahre feierten Bands des sogenannten Krautrock Erfolge. Schallplatten von Labels wie Brain und Ohr können künftig Gewinne bringen.
Schallplatten sollten laut Jörg Tillmann staubfrei, hochkant und trocken gelagert werden. "Das Cover sollte vor Licht geschützt werden", sagt er. Eine Raumtemperatur von 20 Grad sei optimal.

Schmuck mit Wertsteigerungspotenzial
Gebrauchte Uhren, Schmuck und Edelmetall bieten laut Susanne Steiger eine größere Chance auf einen guten Verkaufspreis als Neuware. Dennoch gilt: Der Zustand sollte so einwandfrei wie möglich sein.
Art Déco-, Jugendstil- und Statementschmuck aus den 50er-Jahren stehen bei Susanne Steiger hoch im Kurs. “Besonders das jüngere Publikum findet an diesen Stücken Gefallen. Individualität und Qualität sind gefragt wie nie. Dieser Schmuck passt einfach wieder in unsere Zeit. Und wir denken, dass dies noch eine Weile so bleibt," sagt die Juwelierin.

Ein Problem haben alle Geschenke mit vermeintlichem Wertsteigerungspotenzial gemeinsam: Es gibt keine Garantien für große Gewinne. “Trends bestimmen den Preis. Und die Zyklen bis zum nächsten Trendwechsel werden immer kürzer”, sagt Frithjof Hampel, öffentlich vereidigter Sachverständiger für Kunst, Antiquitäten und Hausrat bei der Industrie-und Handelskammer. Was auf dem ersten Blick nach einer guten Anlage aussieht, sei nicht automatisch “ein Fahrstuhl nach oben.”

Ein Beispiel sei zeitgenössische Kunst. “Es werden immer größere Summen für große Namen ausgegeben, der Markt dreht total heiß. Ein Trendwechsel am Kunstmarkt kann jedoch die Preise mittel-oder langfristig nach unten korrigieren”, sagt er.

Das gilt auch für Designer-Möbel. “Wer Designer-Möbel kaufen möchte, sollte darauf achten, dass es ganz bestimmte Einzelstücke sind. Diverse Kopien haben Designermöbel zur Massenware gemacht.”

Nicht im Hype kaufen

Eine letzte Warnung möchte er allen, die auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk mit Wertsteigerungspotenzial noch mit auf den Weg geben: Für Luxusuhren bestehe momentan ein Hype.” Sein Tipp für Investoren: “Kaufen Sie Uhren von Marken, die ihr eigenes Werk herstellen”, rät Hampel.

Wer solch eine Uhr noch im Keller hat, kann bei Susanne Steiger ihren Wert erfahren. Die Juwelierin ist immer auf der Suche nach wertvollen Schätzen. “Wer sich in der glücklichen Lage befindet, eine Rolex-Uhr aus den 60er Jahren zu besitzen, kann diese oft äußerst gewinnbringend veräußern”, sagt Steiger. Aber ohne eine hohe Qualität, heißt unbeschädigte und vollständige Schmuckstücke, gibt es auch keinen Gewinn.

Die besten Geldanlagen, die unter den Weihnachtsbaum passen, sollten aber auch ohne Wertsteigerung Freude bereiten. “Mein Ziel ist es immer, den Beschenkten zu erfreuen und seinen Geschmack zu treffen”, sagt Susanne Steiger. “Wer möchte schon mit einem Barren Gold um den Hals herumlaufen?”

Um das Schöne mit dem Nützlichen und Bleibenden zu verbinden, gibt es einiges zu beachten. Steigers Hauptpunkt: Der Silberpreis pro Gramm ist zu niedrig, um Silberschmuck als Anlage zu sehen. “Die Herstellungskosten bei der Zusammensetzung überwiegen den Endpreis”, sagt Steiger. Also Finger weg vom Silberschmuck, wenn der Schmuck noch Geld bringen soll.

Und wer noch Ketten, Ringe oder ähnliches von der Uroma in der Schublade hat, sollte diese unbedingt prüfen lassen. “Wer in den 90er Jahren den damals beliebten voluminösen Schmuck kaufte, erzielt derzeit mit dem reinen Metallwert eine Steigerung von über 300 Prozent”, weiß Steiger.

Bei Whisky, Schallplatten und Designer-Möbeln gilt: Je einzigartiger, desto wertvoller. Beim Schmuck kann Susanne Steiger das nicht bestätigen. “Je individueller das Stück, beispielsweise eine Anfertigung nach eigenen Wünschen, desto schwerer ist der gewinnbringende Wiederverkauf”, sagt sie.

Gut informieren und genießen

Aber eines haben alle potenziellen Weihnachtsgeschenke gemeinsam: Nur wer gut informiert ist, kann die richtige Kaufentscheidung treffen und die Beschenkten mit Zufriedenheit und satten Gewinnen beglücken. Der Whisky sollte schmecken, die Schallplatten schöne Musik spielen und der Schmuck schön anzusehen sein.

Denn die richtigen Sammlerstücke bringen mehr als nur Geld ins Portemonnaie. Gerald Klemenschitz genießt es zum Beispiel nach der Arbeit seinen Lego Millenium Falcon in Wert von 3000 Euro zusammen zu bauen. “Es tut richtig gut einfach mal abzuschalten und Steine zusammen zu stecken.” Und darum geht es doch eigentlich an Weihnachten: Die Geschenke zu genießen.

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