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Punch Taverns Prozente, Pubs und Immobilien

Der Start börsennotierter Immobilienbeteiligungen (Reits, Real Estate Investment Trusts) führt in ganz Europa zur Wiederentdeckung der Aktien, in denen Immobilienbesitz gebündelt wird.

Nachdem die Papiere der Häuser- und Grundstücksbranche erhebliche Kursavancen erlebten, rücken jetzt Aktien verwandter Branchen ins Visier. In Großbritannien gilt das für Betreiber von Kneipen und Restaurants wie Punch Taverns. Mit 8400 Pubs ist Punch Taverns die größte Kneipengruppe der Insel. Das Unternehmen betreibt nur einen kleinen Teil der Gaststätten selbst, die meisten werden verpachtet. Punch hilft den Wirten bei Ausrüstung, Mitarbeiterschulung und Einkauf. Dafür kassiert Punch neben der Pacht auch Anteile aus dem Verkauf von Speisen und Getränken. Schon mit diesem Teil des Geschäftsmodells ähnelt Punch einer Immobiliengesellschaft. Das gilt erst recht für den zweiten Teil, dem permanenten Umbau des Gaststättenbestands: Vom Pub bis zur Restaurantkette wird ständig zugekauft. Wer die gewünschte Rendite nicht schafft, wird zügig abgestoßen. Punch Taverns rühmt sich, damit das hochwertigste Pub-Portfolio der Branche zu steuern. Die Zahlen geben den Briten recht: In den vergangenen fünf Jahren konnte Punch seinen Umsatz von 392 Millionen Pfund auf 1,5 Milliarden Pfund fast vervierfachen. Der Gewinn je Aktie kletterte von 27 auf 75 Pence. Im laufenden Geschäftsjahr (bis 18. August 2007) dürfte Punch Taverns ein Umsatzplus von rund zehn Prozent auf bis zu 1,7 Milliarden Pfund schaffen und den Gewinn je Aktie auf über 80 Pence erhöhen. Anfängliche Bedenken, dass ein Rauchverbot in Pubs das Geschäft bremsen könnte, verflogen schnell: Die meisten Kunden von Punch Taverns sind Nichtraucher. Denen kommt der Ausbau der Speisekarte genauso entgegen wie neue Weinangebote, seitdem Punch Taverns mit dem amerikanischen Weinkonzern Constellation Brands zusammenarbeitet. Die Hälfte der Aktien von Punch Taverns (Börsenwert insgesamt 3,7 Milliarden Pfund) liegt in den Händen von Finanzadressen wie der französischen Axa, Henderson Global oder der Deutschen Bank. Bei einer solchen Aktionärsstruktur kann es schnell einmal zu einem Konzernumbau oder einer Ausgliederung von Immobilien kommen – vor allem, wenn die Preise dafür stimmen´.

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