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Darüber solltet ihr mal schreibenWarum bekommen Rentner eigentlich keine Inflationsprämie?

Arbeitnehmer, Beamte, sogar Pensionäre: Sie alle können bis Ende des Jahres von einem steuerfreien Inflationsausgleich profitieren. Rentner bekommen die Prämie dagegen nicht. Warum ist das so?Martin Müller 05.09.2024 - 17:03 Uhr

Eine Einmalzahlung von 3000 Euro, wie sie das norddeutsche Bündnis fordert, würde bei aktuell etwa 21 Millionen Rentnern mehr als 60 Milliarden Euro kosten.

Foto: Julia Steinbrecht/KNA

Bis 3000 Euro können Arbeitgeber bis Ende des Jahres steuer- und sozialabgabenfrei als Inflationsausgleich an ihre Beschäftigten zahlen. Die Maßnahme ist Teil des dritten Entlastungspakets, das die Bundesregierung 2022 beschlossen hat. Wie das Statistische Bundesamt im März mitteilte, bekommen mehr als drei Viertel der Tarifbeschäftigten die freiwillige Sonderzahlung. Von der Prämie profitieren nicht nur viele Arbeitnehmer, sondern auch Beamte – und anteilig Pensionäre. Für Rentner ist kein Extra geplant.

Besonders der Unterschied zwischen Pensionären und Rentnern ist seit Monaten umstritten. Nach Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst war auch Versorgungsempfängern von Bund, Ländern und Kommunen eine anteilige Prämie zugestanden worden. Die Höhe der Ausgleichszahlung richtet sich dabei nach dem Ruhegehalts- oder Anteilssatz.

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht Rentner benachteiligt und hat eine Petition im Bundestag eingereicht. Dass die Tarifvereinbarungen des öffentlichen Diensts auf Beamte und Pensionäre übertragen wurde, sei zwar gängige Praxis, schüre aber „den Gedanken der Ungleichbehandlung“, begründet der SoVD die Petition.

Sonderzahlungen an Beschäftigte flössen nicht automatisch in die nächste Rentenanpassung mit ein. Ein norddeutsches Bündnis sammelte nach Angaben des Sozialverbands mehr als 200.000 Unterschriften für das Anliegen.

Allerdings unterscheidet sich die Beamtenversorgung von der Rente. „Nach den Grundsätzen des Berufsbeamtentums werden aktive und passive Beamte gleichbehandelt“, sagt der Karlsruher Rentenberater Markus Vogts. Zu den sogenannten hergebrachten Grundsätzen des Berufsbeamtentums zählen das Lebenszeit- und das Alimentationsprinzip. „Diese Verbindung gibt es zur gesetzlichen Rentenversicherung nicht“, erklärt der Rentenberater. Das spiegele sich bei der Inflationsprämie. „Letztendlich ist es aber eine politische Entscheidung.“

Und die wäre teuer für die Bundesregierung. Eine Einmalzahlung von 3000 Euro, wie sie das norddeutsche Bündnis fordert, würde bei aktuell etwa 21 Millionen Rentnern mehr als 60 Milliarden Euro kosten. Zum 1. Juli sind die Renten um 4,57 Prozent gestiegen.

Lesen Sie auch: Fällt die Inflationsausgleichsprämie zum Jahresende weg?

Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals am 10. August 2024 bei der WirtschaftsWoche. Wir zeigen ihn aufgrund des hohen Leserinteresses erneut.

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