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Börse zittert der US-Wahl entgegen „Brexit-Geruch liegt über dieser US-Wahl“

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Ein Sieg Clintons? Bitte nicht zu deutlich!

Die größten Absurditäten im US-Wahlkampf
Hillary Clintons Doppelgängerin Quelle: AP
Von Hirntumor bis Zungenkrebs – Clintons Krankheiten im Überblick Quelle: dpa
Der Knopf in Clintons Ohr Quelle: AP
Hillary Clinton Quelle: AP
Donald Trump – der Antichrist Quelle: dpa
Hillary Rodham Clinton Jimmy Quelle: AP
Die Illuminati und Trump Quelle: REUTERS

Grundsätzlich dürften die Finanzmärkte umso heftiger reagieren, je überraschender ein Ergebnis, meinten die Investoren. „Schärfere Auswirkungen auf die Kapitalmärkte drohen nur dann, wenn Trump die Wahl gewinnt“, sagt Björn Jesch, Chef des Portfoliomanagements beim genossenschaftlichen Fondshaus Union Investment. Das könnte Aktien weltweit unter Druck bringen, meint auch DAM-Stratege Kreuzkamp. Etwa der breite US-Aktienindex S&P 500 könnte dann einige Prozentpunkte einbrechen. Kursverluste von bis zu fünf Prozent kann sich Kater von der Deka dann vorstellen. Kurzfristig könnten wir eine ähnliche Reaktion sehen wie nach dem Brexit-Votum der Briten Ende Juni, meint Hooper von Allianz GI sogar. Am Morgen nach dem Votum brach der deutsche Leitindex Dax rund zehn Prozent ein, der weltweite Aktienindex MSCI World gut sieben Prozent.

Die US-Staatsanleihen dürften dann zunächst als sicherer Hafen gefragt sein, deren Renditen sinken. Aus Sorge vor einer protektionistischen Handelspolitik Trumps dürfte der US-Dollar gegenüber anderen Industrieländer-Währungen schwächeln. Schwellenländer-Börsen würden ebenfalls leiden. Ebenfalls eine negative Überraschung aus Sicht der Märkte wäre ein Sieg Clintons und eine Mehrheit der Demokraten im Kongress, meint der Stratege. Dann dürften einzelne US-Branchen leiden, die Clinton ins Visier nehmen könnte: Gesundheit, Finanzen und Energie nennt Kreuzkamp.

Kurzfristig am heftigsten würden die Börsen reagieren, wenn weder Clinton noch Trump eine klare Mehrheit erreichte oder die Legitimität eines Wahlsiegers in Frage gestellt würde, meinen die Investoren. Dies etwa, wenn der unabhängige Kandidat Evan McMullin in Utah gewinnt und sich dort sechs Wahlmänner sichert, wie Kreuzkamp meint. Und Hooper von AllianzGI erinnert an die Präsidentenwahl im Jahr 2000, als hinsichtlich des Wahlergebnisses in Florida Fragen aufkamen.
Doch die Investoren rechnen eher mit einem kurzen Beben. Bereits nach dem Bexit-Votum seien große Verwerfungen ausgeblieben, sagt Lück. Auch nach der US-Wahl dürften sich die Märkte nach eventuellen kurzen Ausschlägen wieder beruhigen, meint er.

Mittelfristig sollte die Tendenz der USA zu höheren Staatsausgaben den Wettbewerb um Kapital intensivieren und den US-Dollar stärken, weil die USA dann mehr Kapital anlockt. Falls in den USA allerdings der Protektionismus gestärkt würde, könnte dies dem Wachstum und der Stärke der Wirtschaft schaden, mahnt Chris Molumphy, Anleihe-Chef-Stratege beim US-Fondshaus Franklin Templeton.

Zur Vorbereitung auf eventuelle Beben an den Börsen macht es nach Ansicht von AllianzGI-Frau Hooper Sinn, sich etwas vorsichtiger aufzustellen. Gold und andere alternative Anlagen könnten Anleger beimischen. Zu Gold und Strategien mit geringen Kursschwankungen rät auch Lück von Blackrock. Jesch von Union setzt dagegen weiter auf einen Sieg Clintons und bleibt gelassen: „Die Präsidentschaftswahl spielt für unsere Positionierung keine größere Rolle“, sagt er. Andere Großinvestoren wollen angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennens noch abwarten und kurzfristig reagieren: „Es ist so eng, da ist es noch zu früh zu reagieren“, sagt ein Investor.

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