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Illegale Öl-Raffinerien Verfluchter Bodenschatz im Nigerdelta

Im Nigerdelta tobt der ungezügelte Kampf ums Öl. Ergebnis: Das größte Umweltdesaster Afrikas.

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Männer im Niger Delta Quelle: APN

Im Kongo Diamanten waschen, Baumwolle in Mali pflücken, Gold graben in Ghana, Sisal schneiden in Tansania – in Afrika gibt es viele knochenharte und gesundheitsschädliche Arbeiten. Aber die Mühsal, die wir hier, auf einer Lichtung im Nigerdelta, sehen, übersteigt die Vorstellungskraft. Die Bäume und Stauden, das Schilf, die Mangroven, die Sandbänke, die verendeten Krebse und Fische, alles ist pechschwarz. Der Lehmboden wird durch eine teerartige Melasse versiegelt, in den Wasserlachen wabert eine ölige Brühe, die Luft ist geschwängert von Rauchschwaden, durch die kein Sonnenstrahl dringt. Und mitten in diesem Inferno arbeiten zwei Dutzend junge Burschen, deren Körper so dunkel glänzen, als wären sie einem Tintenfass entstiegen.

Sie hantieren an Apparaturen aus aufgesägten Fässern, Blechkesseln und rostigen Rohrleitungen. Vorne brodelt das Rohöl, hinten rinnen die Endprodukte heraus: Benzin, Kerosin, Diesel. Die jungen Männer arbeiten splitternackt, denn das Feuer unter den "Ölöfen" würde ihnen die Kleider vom Leib sengen. Sie springen schnell zur Seite, wenn sie eimerweise Rohöl in die Flammen schütten, um die Betriebstemperatur zu halten. Bei jedem "Aufguss" lodern explosionsartige Stichflammen bis hinauf zu den verkohlten Palmenkronen. Die brüllende Hitze, die giftige Luft in den Lungen, der Ruß und das Öl, das alle Hautporen verklebt – die Arbeitsbedingungen sind unerträglich, und mitunter, wenn eine dieser Anlagen in die Luft fliegt, selbstmörderisch.

"Wir haben keine Wahl. Es gibt keine Jobs. Wovon sollten wir sonst leben?", fragt Jele. Er will seinen richtigen Namen nicht nennen, auch Fotos oder Videoaufnahmen dürfen wir nicht machen, niemand soll erfahren, wo diese illegale Raffinerie liegt. Jele ist ein Kleinunternehmer, der mehrere Trupps von Ölkochern beschäftigt und die Treibstoffe auf dem Schwarzmarkt verkauft. Freimütig erzählt er, wie seine "boys" die Pipelines des Ölkonzerns Shell unter Wasser anbohren, das Rohöl in abgedichtete Kähne leiten und zu den versteckten Plätzen schippern, die sie cooking points nennen, Kochstellen. Vierzig Fässer pro Woche bringen auf dem Schwarzmarkt einen Gewinn von umgerechnet 1400 Euro. Jele hat kein schlechtes Gewissen dabei. "Es ist doch nur unser kleiner Anteil am Big Business", sagt er.

Das unselige Jahr

Es ist auch der Anteil der arbeitslosen Jugend an der beispiellosen Zerstörung ihrer Umwelt. Ein paar Hundert solcher wilden Raffinerien soll es im Delta geben, keiner weiß das so genau. Man weiß nur, dass sie auf Jahrzehnte hin verseuchte Erde hinterlassen.

Das Nigerdelta ist ein Flussmündungsgebiet von der Größe Belgiens. Unter den Sümpfen ruhen Ölreserven, die zu den reichhaltigsten der Welt zählen. 2,2 Milliarden Barrel schwarzes Gold werden pro Jahr aus 600 Förderfeldern gepumpt, das beschert dem Staat Nigeria und internationalen Konzernen wie Shell, Chevron, Agip, Mobil oder Total Milliardengewinne. Aber die einheimische Bevölkerung hat, wie so oft in rohstoffreichen Entwicklungsländern, nichts davon. Im Gegenteil, die Lage der Ijaw, Ogoni und all der kleineren Flussvölker im Delta hat sich drastisch verschlechtert. Sie leben von Feldfrüchten wie Kassave, Mais und Bananen. Sie fischen in den Flussarmen und jagen bushmeat, Stachelschweine, Affen. Sie arbeiten als Holzfäller, Bootsbauer oder Palmweinzapfer. Das war seit Menschengedenken so.

Doch dann kam das unselige Jahr 1958, als die ersten Ölquellen entdeckt wurden. Seither leiden die Menschen unter den Kollateralschäden der Ausbeutung, vielerorts wurden ihre Lebensgrundlagen zerstört. 7000 Kilometer Pipeline zerschneiden das Land und seine Dörfer, aus alten, undichten Leitungen und Pumpstationen sickert Öl, und nachts erleuchten gigantische Feuersäulen die Sümpfe, überschüssiges Gas, das mit Hochdruck aus der Tiefe schießt und abgefackelt wird. Die Anwohner sind oft krank und werden nicht alt, ihre durchschnittliche Lebenserwartung ist auf unter 40 Jahre gesunken.

100.000 Barrel pro Tag werden gestohlen

Nigerianische Rebellen im Quelle: REUTERS

In den vergangenen 50 Jahren seien rund 9 bis 14 Millionen Barrel Rohöl ausgeflossen, schätzt Nnimmo Bassey, den wir vor der Reise ins Delta in der Wirtschaftsmetropole Lagos treffen. Damit man sich unter dieser Menge etwas vorstellen kann, erinnert er an die Tankerkatastrophe vor Alaska anno 1989: "Das entspricht einer Exxon Valdez pro Jahr." Der Schriftsteller Bassey ist 1958 geboren, in jenem Jahr, als alles anfing. An der Spitze der Umweltorganisation Environmental Rights Action (ERA) kämpft er für die Rechte der Bevölkerung, dafür wurde er unlängst mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt. "Allein in den letzten vier Jahren sind 3400 Öllecks registriert worden", sagt Bassey – es ist keine Übertreibung, sondern die offizielle Zahl des Umweltministeriums. Dies sei auf den maroden Zustand der Anlagen, technische Pannen oder die Nachlässigkeit der Multis zurückzuführen.

Die Beschuldigten sehen das anders. "Die Hauptursache ist Sabotage durch militante Gruppen", erklärt Babs Omotowa. Der Vizepräsident von Shell Nigeria, zuständig für Infrastruktur und Logistik, empfängt uns im Hauptquartier der Firmenniederlassung in der Kapitale Abuja. Gepflegte Rasenflächen, plätschernde Brunnen, hohe Hallen, viel Licht und Luft. Im Konferenzraum läuft ein Demonstrationsfilm; man sieht durch Sprengstoffanschläge zerfetzte Pipelines, illegale Raffinerien, die Barkassen von Rohöldieben.

"Die Behörden haben hochgerechnet, dass pro Tag ungefähr 100.000 Barrel gestohlen werden", sagt Omotowa. Das wäre beim gegenwärtigen Weltmarktpreis ein jährlicher Verlust von 3,3 Milliarden Dollar. Der Shell-Manager kann sich auch auf Mike Cowing berufen, einen Gutachter, der gerade mit einem 100-köpfigen Expertenteam der Vereinten Nationen die Ursachen des Umweltdesasters untersucht. 90 Prozent der Öllecks würden auf illegale Abzapfungen und Sabotage zurückgehen, hat Cowing erklärt.

Widerstand der Rebellen

Shell soll 9,5 Millionen Dollar zur Finanzierung der Studie beigesteuert haben; Omotowa bestätigt diese Summe zwar nicht, aber er räumt ein, dass man Zuschüsse gezahlt habe. Umweltschützer vermuten greenwash, Grünwäsche, eine geschickte Art der Öffentlichkeitsarbeit ohne viel Substanz dahinter. Für die Kritiker passt das ins Bild von rücksichtslosen, gierigen Ölriesen, die gegen einfache, unschuldige Menschen stehen: hier die Täter, dort die Opfer.

Aber ganz so einfach liegen die Dinge nicht. Die Lage im Nigerdelta ist so unübersichtlich wie das Labyrinth der Ströme, Flüsse, Bäche und Rinnsale in diesem riesigen Schwemmfächer. Seit Jahrzehnten läuft eine Verteilungsschlacht ums Öl, an der zahlreiche Akteure beteiligt sind: korrupte Staatsbeamte und Gouverneure, gewissenlose Ölmanager, kriminelle Polizeichefs und Militärkommandeure, die Syndikate der Schwarzhändler, Schmugglerringe, bewaffnete Banden und Rebellen, die vorgeben, für die entrechtete Bevölkerung zu kämpfen. Aber sie kämpfen meistens gegeneinander und bereichern sich selbst.

Der schlagkräftigste Rebellentrupp ist die "Bewegung für die Emanzipation des Nigerdeltas", kurz Mend. Sie wurde 2000 gegründet und militarisierte den Widerstand, nachdem alle friedlichen Proteste vergeblich waren und von der Regierung brutal unterdrückt wurden. Nie wird man im Delta den 10. November 1995 vergessen, den Tag, an dem das Terrorregime von Sani Abacha den Bürgerrechtler Ken Saro-Wiwa und acht seiner Mitstreiter aus dem Ogoni-Land hängen ließ. Seither griffen immer mehr junge Männer zu den Waffen, zwischenzeitlich herrschte im Delta ein regelrechter Kriegszustand. Umaru Yar’Adua, der im Vorjahr verstorbene Präsident Nigerias, hat einmal von "Blut-Öl" gesprochen – in Anlehnung an die "Blut-Diamanten", die mit mörderischer Gewalt gefördert werden.

Mend soll auch verantwortlich sein für die Bombenanschläge, die bei den nigerianischen Unabhängigkeitsfeiern am 1. Oktober 2010 in Abuja zwölf Menschen töteten. Henry Okah, einer der mutmaßlichen Drahtzieher, wurde kurz darauf in Südafrika verhaftet und angeklagt. Er sei der Rebell aus Nigeria, "der Ihre Benzinkosten erhöht", schrieb das amerikanische Time Magazine; die systematischen Angriffe von Mend hätten zur Steigerung des Ölpreises beigetragen. Nigeria ist der achtgrößte Erdölproduzent der Welt, 40 Prozent seiner Lieferungen gehen in die USA.

Ein Pulverfass

Die Deltaregion, in der 30 Millionen Menschen leben, gleicht einem Pulverfass, und oft genügt ein kleiner Funken, um irgendwo eine Explosion auszulösen. Das kann ein Streit um fruchtbares Land sein, das durch den Bevölkerungsdruck und die Umweltschäden immer knapper wird. Oder ein Scharmützel zwischen Milizen, die um Territorien und "Zapfstellen" kämpfen. Manchmal geht es auch darum, wer wie viel Entschädigung von den Ölkonzernen kassiert (die allerdings nur dann zahlen, wenn ihre Versäumnisse eindeutig nachgewiesen wurden). Dann tobt sich der ganze Ärger, der sich in den verarmten Gemeinden aufgestaut hat, in einem selbstzerstörerischen Furor aus. Die Folgen kann man in dem Dorf besichtigen, aus dem Jele kommt. Links von der Hauptstraße sind alle Häuser intakt, rechts stehen nur noch ausgebrannte Ruinen.

Wir können nur ganz kurz in diesem Dorf bleiben. "Dies ist eine der gefährlichsten Gegenden der Welt, vor allem für Weiße", warnt der Führer, der uns durchs Delta lotst. "Auf eurer Stirn klebt nämlich ein Preisschild." Ein dezenter Hinweis auf die Geiselnahmen, die zu einem lukrativen Geschäftszweig der Milizen geworden sind. Kurz vor unserer Ankunft wurden sieben ausländische Mitarbeiter von Exxon Mobil gekidnappt, um von der Konzernleitung Lösegeld zu erpressen. Jedes Hotel, in dem man sich zu lange aufhält, jeder Marktplatz, jede Straßenkreuzung ist ein potenzieller Entführungsort.

Auch in Yenagoa, der Hauptstadt des Bundesstaates Bayelsa, muss alles ganz schnell gehen. Das Motorboot, das uns zum Katastrophengebiet am Förderfeld von Osiama bringen soll, wartet schon. Vorher müssen wir aber noch bei Emmanuel Kokorifa vorsprechen, dem 70-jährigen "Paramount Chief". Er ist der Oberhäuptling der betroffenen Gemeinden, ohne seine Erlaubnis kann man sie nicht besuchen. Schon zur frühmorgendlichen Begrüßung schenkt er billigen Kognac in Wassergläser. Mit seinem Mississippi-Zylinder und dem weinroten Gewand sieht er aus, als wäre er den Abenteuern des Huckleberry Finn entsprungen. "Am Anfang waren wir alle glücklich über die Ölfunde und hatten große Erwartungen", erinnert sich Kokorifa. "Und was hat der Reichtum in unserer Erde am Ende gebracht? Verluste, Verluste und noch mal Verluste. Schaut sie euch in meiner Gemeinde an."

Verschwommene Grenzen

Alagoa Morris, ein pensionierter Beamter, der das Desaster im Auftrag der Umweltorganisation ERA dokumentiert hat, wird uns in die schwer zugängliche Region begleiten. Im Feldbericht Nr. 249 schreibt er, dass die Dorfbewohner das Leck in der letzten Augustwoche gemeldet haben. Ende Oktober konnte er sich erstmals selber ein Bild machen und den Verursacher benennen: den italienischen Ölkonzern Agip. Aus dessen Pipelines, die hinaus in den Atlantikterminal Brass führen, ströme seit zwei Monaten eine unbekannte Menge Rohöl und verschmutze die Gewässer und Böden in Ogbunugbene und drei weiteren Gemeinden, heißt es im Report. Damit der Ort des Geschehens nicht verwechselt wird, sind die genauen Koordinaten angegeben: 4 Grad 57' Nord / 6 Grad 20' Ost.

Morris ist ziemlich nervös, Umweltaktivisten wie er werden verfolgt und regelmäßig eingesperrt. Er wird noch nervöser, als wir 40 Minuten später mit erhobenen Händen auf einen Militärposten zutuckern. Woher? Wohin? Die Soldaten mustern uns argwöhnisch. Weiterfahren! Kurz darauf passieren wir das Lager von General Africa, einem der berüchtigten Anführer einer Miliz, die Anschläge auf Ölfirmen verübte, Mitarbeiter kidnappte und das Umland terrorisierte. Die Schilfhütten im Uferdickicht sind verwaist, denn die Kämpfer haben eine Friedensofferte der Regierung angenommen: Sie gaben ihre Waffen ab, wurden amnestiert – und erhalten staatliche Unterhaltszahlungen. Der General stieg zu den geschätzten Beratern des Gouverneurs von Bayelsa auf. Seine Beförderung zeigt, dass im Delta die Grenzlinien zwischen Kriminellen und Offiziellen oft fließend sind.

Im Zielgebiet steigen wir vom Schnellboot auf ein Kanu um. Es kommt auf den engen Wasserrinnen, die tief in die Sümpfe führen, nur langsam voran. An den Ufern wuchern üppige Farne, Lianen, Bambusstauden, scharfstachelige Gewächse, dazwischen Urwaldbäume mit mannshohen Brettwurzeln. Aus dem Blätterdach dringt das metallische Gesirr der Zikaden, manchmal ist das Knarzen von Hornschnäblern und Papageien zu hören. Ein unberührtes Paradies denkt man, wild und schön wie auf den Gemälden von Henri Rousseau – wäre da nicht das ferne Knattern einer Kettensäge.

Niemand will Auskunft geben

Nach einer halben Stunde wird es kirchenstill. "Wir nähern uns der Stelle", kündigt Keke Ziworitin an, ein Fischer, der den Einbaum durch den Flussarm bugsiert. Plötzlich steigt dieser Geruch in die Nase. Nach Wagenschmiere riecht es, nach Autowerkstatt und Getriebeöl. Dann schweben die ersten schwarzen Klumpen heran, eine zähe Masse, unlöslich wie in einer Emulsion. Und allmählich färbt sich das braune Wasser tiefschwarz, ein in allen Spektralfarben schillernder Film überzieht die Oberfläche. Wir gleiten über einen Ölsee, verklebte, ins Wasser hängende Äste versperren die Fahrrinne. Keke schlägt sie mit seiner Machete ab, damit sie nicht die Kleider versauen.

Im nächsten Moment tauchen hinter uns zwei Frauen in einem Boot auf. Sie erzählen, dass sie alle zwei, drei Tage aus ihrem Dorf Okpotuwari hierher paddeln, um die Fischreusen zu kontrollieren und Krabben und Schnecken zu sammeln. "Aber jetzt gibt es hier keine Fische mehr. Alles ist tot!", ruft Sharit Okoya, die Ältere. In einer Geste hilflosen Zorns reckt sie die Arme zum Himmel. Auf den kleinen Gärten und Feldern, die die Dorfbewohner im umliegenden Wald angelegt haben, liegt Ölschlamm. Wer wird ihn entfernen? Lässt sich der Schaden überhaupt beheben? Wie sollen hier je wieder Yamswurzeln gedeihen? Fragen die Menschen. Sie erhalten keine Anworten.

"Die geborstene Pipeline von Agip ist ein paar Kilometer von hier entfernt. Aber wir können nicht hinpaddeln, weil sich immer noch militante Banden herumtreiben," sagt Morris und drängt zur Umkehr. Das wacklige Kanu könnte im Ölschlick kentern, warnt er, "und wenn hier ein Buschbrand ausbricht, sind wir rettungslos verloren".

Stille Katastrophen

Was sagt Agip zu dem Vorfall? Die nigerianische Konzernfiliale hat bis heute nicht auf die E-Mail der ZEIT geantwortet, auch am Telefon will niemand Auskunft geben. Immerhin bestätigte das Unternehmen in einer Presseerklärung, dass aus dem Leck in Osiama täglich bis zu 4000 Barrel Öl austreten, umgerechnet weit über eine Million Liter. Die Ursache sei bekannt: Sabotage. "Das sagen die immer", kommentiert Alagoa Morris. Für Sharit Okoya und die Dorfbewohner ist es unerheblich, ob das Schlamassel durch einen Anschlag oder durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde – sie sind in jedem Fall die Leidtragenden. Der Ölsegen liegt wie ein böser Fluch über ihren Hütten. "Wir haben über unsere Anwälte Entschädigung von Agip gefordert", sagt Häuptling Kokorifa. "Aber der Konzern will nicht zahlen."

Ogbunugbene ist kein Einzelfall, sondern einer der 3400 oil spills , die amtlich bestätigt wurden. Aber die meisten Lecks erwecken jenseits der versauten Regionen ohnehin keine Aufmerksamkeit. "Wenn vor der Atlantikküste der USA tonnenweise das Öl aus einer kaputten Tiefseebohrung schießt, schaut die ganz Welt zu und empört sich", sagt Morris. "Wir haben jedes Jahr ein Unglück wie am Golf von Mexiko. Aber wen interessiert das schon? Es sind stille Katastrophen." Es sind ja auch nur stille, vergleichsweise unspektakuläre Bilder, die sie liefern. Zum Beispiel das Bild von einem ölverklebten Krebs, der aus der schwarzen Brühe krabbelt und versucht, sich auf eine Mangrovenstelze zu retten.

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