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KatastropheMindestens 174 Tote bei Massenpanik nach Fußballspiel in Indonesien

Nach einem Fußballspiel in Indonesien sollen Fans der unterlegenen Heimmannschaft das Fußballfeld gestürmt haben. Nach dem Einsatz von Reizgas kam es zu einer Massenpanik. 02.10.2022 - 09:17 Uhr

Ordner oder Polizisten dürfen bei Fußballspielen, gemäß der Fifa, kein Reizgas mit sich führen oder einsetzen.

Foto: dpa

Bei einer Massenpanik nach einem Fußballspiel in Indonesien sind nach Angaben der Behörden mindestens 129 Menschen getötet worden. Weitere 180 hätten sich verletzt, nachdem Besucher im Stadion auf der Flucht überrannt worden seien, teilte die Polizei in Ostjava am Sonntag mit. Polizeichef Nico Afinta sagte vor Journalisten, Fans der unterlegenen Heimmannschaft Arema FC seien am Samstagabend nach dem Spiel im Stadion von Malang auf das Spielfeld gestürmt, um ihrem Ärger über die Niederlage Luft zu machen.

Sicherheitskräfte hätten daraufhin Tränengas eingesetzt, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Das habe eine Massenpanik ausgelöst. Sollten sich die Opfer-Zahlen bestätigen, handelt es sich um eine der größten Stadion-Unglücke in der Geschichte des Fußballs weltweit.

Die Situation nach Ende des Spiels sei "anarchisch" geworden, sagte Polizeichef Afinta. "Sie griffen Beamte an und beschädigten Autos." Es sei dann zu einem Gedränge gekommen, als Fans nach dem Spiel des Arema FC gegen Persebaya Surabaya zu einem Ausgang geflüchtet seien.

Auf Videoaufnahmen lokaler TV-Sender ist zu sehen, wie zahlreiche Menschen auf das Spielfeld strömen. Dann kommt es zu Handgreiflichkeiten und es sind Nebelschwaden zu sehen, bei denen es sich offenbar um Tränengas handelt. Weiter sind Bilder von Menschen zu sehen, die offenbar das Bewusstsein verloren haben und von anderen Fans weggetragen werden.

Der Leiter eines örtlichen Krankenhauses sagte dem Sender Metro TV, einige der Opfer hätten Hirnverletzungen erlitten. Unter den Toten sei auch ein fünfjähriges Kind.

Der indonesische Sicherminister Mahfud MD schrieb auf Telegram, das Stadion sei über seine Kapazität hinaus gefüllt gewesen. Es seien 42.000 Eintrittskarten verkauft worden, das Stadion sei aber nur für 38.000 Besucher zugelassen. Der Gouverneur von Ostjava, Khofifah Indar Parawansa, sagte, man werde den Verletzten und den Familien der Opfer finanzielle Hilfe zukommen lassen.

Bei Spielen in Indonesien ist es schon wiederholt zu Ausschreitungen und auch Gewalt unter den Anhängern der verschiedenen Vereine gekommen. Indonesiens Sportminister Zainudin Amali sagte dem Sender KompasTV nach dem Unglück, er werde die Sicherheit bei Fußballspielen neu bewerten und dabei auch erwägen, zunächst keine Zuschauer mehr in Stadien zuzulassen. Die oberste indonesische Liga BRI Liga 1 kündigte an, die Spiele für eine Woche auszusetzen. Der Fußballverband will nach eigenen Angaben eine Untersuchung einleiten.

Der Weltfußballverband Fifa schreibt vor, dass Ordner und Polizisten in Stadien keine Schusswaffen oder Reizgas bei sich tragen oder einsetzen dürfen. Die Polizei von Ost-Java reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage, ob ihr solche Vorschriften bekannt sind.

Indonesien ist Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft für Spieler unter 20 Jahren (U20) im Mai und Juni 2023. Nachdem China seine Bewerbung zurückgezogen hat, ist Indonesien auch eines von drei Ländern, das sich um die Ausrichtung des Asien-Pokals im kommenden Jahr beworben haben, dem Äquivalent zur Fußball-Europameisterschaft.

Eine der weltweit schwersten Stadionkatastrophen hatte sich 1989 im Hillsborough-Stadion im britischen Sheffield ereignet. Beim Spiel des FC Liverpool gegen Nottingham Forest war es zu einem Gedränge gekommen, in dessen Folge 96 Menschen starben und mehr als 760 verletzt wurden.

Mehr dazu: Indonesien schockt mit Palmöl-Exportverbot globale Nahrungsmittelmärkte

rtr
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