US-Präsident: Obama plant historische Reise nach Kuba
Revolutionäre an die Wand
Die meistgefeierten Revoulutionsführer Ernesto „Che“ Guevara, „El Commandante en Jeffe“ Fidel Castro, der „Maximo Lider“, und Camilo Cienfuegos (von links). Unten links die Yacht „Granma“, mit der die Revolutionäre 1956 von Mexiko nach Übersetzen und ihren Guerillakampf begannen.
Foto: Henning KrumreyJugend und Alter
Die Mehrzahl der Häuser in Havanna sind in einem beklagenswerten Zustand. In die historische Altstadt fließen UNESCO-Mittel, um das Weltkulturerbe zu retten – in den normalen Wohnvierteln ist wenig Hilfe in Sicht.
Foto: Henning KrumreyMachete gegen Mörtel
Der Trümmermann in einem Quartier südlich der Innenstadt bereitet das Material für den Wiederaufbau vor.
Foto: Henning KrumreyTristesse an der Prachtstraße
Selbst am viel gerühmten „El Malecon“ stehen etliche Häuser leer und vergammeln
Foto: Henning KrumreyAuto-Torso
Die alten amerikanischen Straßenkreuzer lassen sich oft nur mit größtem handwerklichen Geschick und vollem Körpereinsatz flott halten.
Foto: Henning KrumreyKubanische Flotte
Zum Straßenbild gehören die aufpolierten US-Schlitten, die Cadillacs und Chevrolets der 50er und frühen 60er Jahre, die Touristen durch die Stadt kutschieren
Foto: Henning KrumreyAls erster amtierender US-Präsident seit 88 Jahren will Barack Obama in den kommenden Wochen nach Kuba reisen. Der historische Besuch sollte am Donnerstag offiziell vom Weißen Haus verkündet werden. Hochrangige Regierungsbeamte bestätigten der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch, dass ein solcher Kurzaufenthalt Mitte März vorgesehen sei. Obamas Stopp auf Kuba werde Teil einer größeren Reise nach Lateinamerika sein. Der Besuch stellt eine weitere wichtige diplomatische Annäherung der beiden über Jahrzehnte verfeindeten Länder dar.
Obama und Kubas Staatspräsident Raúl Castro hatten im Dezember 2014 verkündet, Schritt für Schritt an einer Normalisierung der Beziehungen zu arbeiten. Die US-Regierung ist bemüht darum, schnelle Fortschritte beim Aufbau von Handel und Diplomatie mit Kuba zu erzielen, ehe Obama im Januar 2017 aus dem Amt scheidet. Am Dienstag unterzeichneten die beiden Staaten einen Deal über die Wiederherstellung des kommerziellen Flugverkehrs, der seit gut 50 Jahren brach gelegen hatte.
Nach Angaben des historischen Büros des US-Außenministeriums hatte als letzter amerikanischer Präsident im Amt Calvin Coolidge im Januar 1928 einen Fuß auf die Karibikinsel gesetzt. Präsident Harry Truman besuchte 1948 die von den USA kontrollierte Bucht von Guantánamo im tiefen Südosten der Insel. Der frühere US-Staatschef Jimmy Carter war bereits mehrmals auf Kuba - allerdings erst nach dem Ende seiner Präsidentschaft.
Von ersten republikanischen Präsidentschaftsbewerbern kam prompt Kritik an den Plänen: Der texanische Senator Ted Cruz sagte, Obama sollte die Reise nicht antreten, „solange die Castros an der Macht sind“. Cruz' Vater ist auf Kuba geboren und später festgenommen und inhaftiert worden, bevor er in den 1950er Jahren in die USA floh. Rivale Marco Rubio, ebenfalls Kind kubanischer Einwanderer, kritisierte Obama dafür, eine „antiamerikanische, kommunistische Diktatur“ zu besuchen. „Heute - ein Jahr und zwei Monate nach der Öffnung von Kuba - bleibt die kubanische Regierung so unterdrückend wie eh und je“, sagte er im Fernsehsender CNN.
Obama hatte schon länger Interesse an einem solche Besuch bekundet. „Wenn ich einen Besuch abstatte, dann ist ein Teil des Deals, dass ich mit jedem sprechen kann“, hatte er im Dezember 2015 Yahoo News gesagt. Obama meinte damit, dass er auch die Möglichkeit haben wolle, politische Dissidenten treffen zu können. Zunächst hatte der Fernsehsender ABC News von der geplanten Reise des Präsidenten berichtet. Kuba liegt nur knapp 145 Kilometer südlich des US-Staates Florida.