Welthandelsorganisation: Das sind die Kandidaten für den WTO-Chefposten
Ngozi Okonjo-Iweala (66, Nigeria) werden gute Chancen eingeräumt. Die Entwicklungsökonomin mit Studium an den US-Eliteuniversitäten Harvard und MIT war insgesamt 25 Jahre bei der Weltbank, die Entwicklung in ärmeren Ländern fördert. Zweimal war sie Finanzministerin und steht der Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Gavi) vor.
Jesús Seade Kuri (73, Mexiko) war einst WTO-Botschafter Mexikos und stellvertretender WTO-Generaldirektor. Jetzt war er als Staatssekretär für Nordamerika gerade Chefunterhändler für das neue Nordamerikanische Freihandelsabkommen (USMCA). Er stellt immer sein gutes Verhältnis zum US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer heraus.
Amina Mohamed (58, Kenia) war bis 2006 Kenias WTO-Botschafterin. Die Juristin war die erste Frau, die zeitweise als Präsidentin dem Rat der Mitgliedsländer vorstand, 2015 war sie Gastgeberin der WTO-Ministerkonferenz in Nairobi. Sie arbeitete in leitender Funktion beim UN-Umweltprogramm (UNEP), war Außenministerin und ist heute Ministerin für Sport und Kultur.
Yoo Myung Hee (53, Südkorea) ist Handelsministerin und war davor Diplomatin. Als Chef-Unterhändlerin hat sie unter anderem 2014 das Freihandelsabkommen mit China ausgehandelt. Als erfolgversprechend gelten die guten Beziehungen Südkoreas zur EU und zu den USA. China könnte aber eine Kandidatin aus Südkorea blockieren.
Abdel-Hamid Mamdouh (67, Ägypten) war Handelsdiplomat und später Direktor einer WTO-Abteilung. Er gilt als Insider der Genfer Handelsdiplomatie, hat aber keine Erfahrung mit politischen Ämtern. Mamdouh arbeitet für die internationale Rechtsanwaltskanzlei King & Spalding und besitzt auch die schweizerische Staatsangehörigkeit.
Tudor Ulianovschi (37, Republik Moldau) war einst Botschafter in der Schweiz, unter anderem bei der WTO, und von 2018 bis 2019 Außenminister. Er hebt in seinem Lebenslauf hervor, dass er die moldauische Delegation beim Wirtschaftselitetreffen in Davos führte.
Liam Fox (58, Großbritannien) war einst Verteidigungsminister und bis 2019 Handelsminister der konservativen Regierung. Er war ein überzeugter Verfechter des Brexits und für die neue Handelspolitik nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU zuständig.
Mohammad Maziad Al-Tuwaijri (53, Saudi-Arabien) war einmal Wirtschaftsminister und ist jetzt Berater des Königshofes. Er studierte Aeronautik, machte dann einen MBA-Wirtschaftsabschluss und arbeitete bei den Banken HSBC und J.P. Morgan in Saudi-Arabien.
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