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AktivistenGreta Thunberg und Tausende zu Lützerath-Demo erwartet

Die Demonstration gegen Braunkohleabbau in Lützerath geht weiter: Auch Klima-Aktivistin Greta Thunberg ist angereist. 14.01.2023 - 11:07 Uhr Quelle: dpa

Die Klimaaktivistinnen Luisa Neubauer (2.v.l) und Greta Thunberg (3.v.r) protestieren in Lützerath.

Foto: dpa

Binnen weniger Tage hat die Polizei das von Klimaaktivisten besetzte Dorf Lützerath fast vollständig geräumt. Nun soll es in unmittelbarer Nachbarschaft eine große Demonstration dagegen geben.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg nimmt heute an einer Kundgebung gegen den Abriss des Dorfes Lützerath zur Braunkohleförderung teil.

Zu der Demonstration im Nachbarort Keyenberg, der wie Lützerath zu Erkelenz gehört, erwartet die Polizei 8.000 Teilnehmer. Das Motto der Demonstration ist „Räumung verhindern! Für Klimagerechtigkeit”.

Teilnehmer aus 50 Städten erwartet

Programmbeginn mit Bands und Liveacts ist nach Veranstalterangaben um 11.00 Uhr, die Demo selbst beginnt um 12.00 Uhr. Nach Polizeiangaben sind am Morgen zahlreiche Teilnehmer eingetroffen. Ein Polizeisprecher sprach von einem „regen Zulauf”. Aus 50 Städten und 14 Bundesländern würden Teilnehmer erwartet, teilte Fridays for Future mit. Das Verwaltungsgericht Aachen hatte am Freitag entschieden, dass die Veranstalter die Demonstration nahezu wie geplant durchführen können und Auflagen zu einem anderen Austragungsort der Polizei gekippt. Nur der Einsatz von Traktoren bei der Veranstaltung wurde auf Wunsch der Polizei untersagt.

Braunkohletagebau

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Kommentar von Daniel Goffart

„Die Situation in Lützerath ist eine riesige internationale Blamage für die Bundesregierung”, sagte Thunberg vorab der Deutschen Presse-Agentur. „Seit Jahren verteidigen Menschen Lützerath, als Teil einer globalen Gerechtigkeitsbewegung. Die Tatsache, dass Menschen aktiv werden, ist ein Zeichen der Hoffnung.” Die 20-Jährige rief alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich an der Demonstration zu beteiligen.

Thunberg empört über polizeiliches Vorgehen

Thunberg hatte am Freitag nach Angaben der Polizei in Begleitung einer Bundestagsabgeordneten der Grünen den Ort Lützerath besucht. Das Bundestagsbüro von Kathrin Henneberger bestätigte am Abend, dass Thunberg die Abgeordnete begleitet habe, die demnach als Parlamentarische Beobachterin vor Ort ist. Thunberg hatte dabei das Vorgehen der Polizei bei der Räumung des Dorfes scharf kritisiert. „Es ist empörend, wie die Polizeigewalt ist”, sagte die Klimaaktivistin aus Schweden.

Der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach wies den Vorwurf zurück. „Es ist mir unverständlich, wie sie zu ihrer erstaunlichen Beurteilung kommt”, sagte er dem „Spiegel”. „Den größten Teil ihres Aufenthalts hat sie genutzt, um mit der Presse zu sprechen und Statements zu geben. Während fast neben ihr sehr behutsam daran gearbeitet wurde, Aktivisten vom Gelände zu bringen”, sagte Weinspach am Abend der dpa.



Räumung geht weiter

Die Polizei will die Räumung am Morgen fortsetzen. „Oberirdisch sind wir so gut wie durch”, sagte ein Sprecher am Morgen. Es gebe noch etwa 15 „Strukturen” der Aktivistinnen und Aktivisten, darunter Baumhäuser und Verschläge, hieß es. Zudem werde weiter versucht, in einen Tunnel vorzudringen, in dem zwei Menschen ausharren sollen.

Die Einsatzkräfte hatten die Räumung von Lützerath gestern erneut abgebrochen. Die Nacht verlief nach Polizeiangaben „ruhig”. Es habe keine Zwischenfälle gegeben. Aktivisten in Baumhäusern weckten sich am frühen Samstagmorgen gegenseitig mit Rufen, wie ein dpa-Reporter berichtete. Weite Teile des Geländes seien mit Flutlicht ausgeleuchtet.

Seit Beginn der Räumung am Mittwoch brachten Einsatzkräfte nach Polizeiangaben etwa 470 Aktivisten aus der besetzten Ortschaft. Davon hätten 320 Menschen das Gelände freiwillig verlassen.

Die Polizei hatte zudem Erkenntnisse zu vier verletzten Aktivisten. Die Verletzungen seien „im Rahmen von Widerstandshandlungen”, durch Ankleben sowie einen Sturz entstanden, sagte der Sprecher am Morgen. Zudem seien fünf Polizisten durch Pyrotechnik verletzt worden. Gegen 124 Personen seien Strafanzeigen gefertigt worden, überwiegend wegen Landfriedensbruchs sowie Widerstands gegen Polizisten.

Lesen Sie auch: Erster Punktsieg für die Polizei – die Bagger rücken an

dpa
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