1. Startseite
  2. Politik
  3. Deutschland
  4. Deutsche Bahn: 92 Prozent der deutschen Bahnhöfe haben kein Servicepersonal

Deutsche Bahn92 Prozent der deutschen Bahnhöfe haben kein Servicepersonal

An 5213 der deutschen Bahnhöfe fehlt es an Servicepersonal. Die Linke fordert sieht darin ein Hindernis für die geforderte Verkehrswende. 28.08.2019 - 07:31 Uhr aktualisiert

Die Bahn unterhält insgesamt 5663 Personenbahnhöfe.

Foto: dpa

An 92 Prozent der Bahnhöfe in Deutschland gibt es kein Servicepersonal. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Danach können Fahrgäste an 5213 Bahnhöfen nicht auf Servicepersonal zurückgreifen, das beispielsweise Fragen beantwortet oder Fahrgäste im Rollstuhl unterstützt. Insgesamt unterhält die Bahn 5663 Personenbahnhöfe.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte: „Wenn an mehr als 5000 Bahnhöfen kein Servicepersonal anzutreffen ist und an keinem einzigen Regionalbahnhof, dann läuft etwas schief.“ Es gehe nicht nur um Auskünfte, sondern um Sicherheit. „Es muss der Grundsatz gelten: Ein Bahnhof, der angefahren wird, muss auch mit DB-Personal besetzt sein.“

Die Bahn wies darauf hin, dass die Zahl der Servicemitarbeiter seit zehn Jahren konstant bei 3000 liege. Das Personal werde an allen großen Bahnhöfen eingesetzt, an denen es viele Reisende und Besucher gebe, außerdem an wichtigen Umsteigepunkten und an Bahnhöfen, die für Urlauber von Bedeutung sind, sowie bei Großereignissen.

„Service an Bahnhöfen ist für die DB ein wichtiger Faktor“, betonte eine Sprecherin. Es gebe auch rund 2300 Reiseberater in Reisezentren sowie rund 2000 Reinigungskräfte an den Bahnhöfen. Neben 5000 Bundespolizisten seien an Bahnhöfen 4000 Konzern-Sicherheitskräfte im Einsatz. „An allen Bahnhöfen – auch ohne Personal – informieren wir grundsätzlich über Aushänge, Fahrpläne oder elektronische Anzeiger.“ Immer mehr Kunden informierten sich zudem per Internet und App.

Bartsch warf der Bahn vor, ihre Preise in den vergangenen Jahren unangemessen gesteigert zu haben. Im Nahverkehr der DB seien die Fahrkartenpreise seit der Jahrtausendwende um etwa die Hälfte teurer geworden. Der Tarif gilt im Regionalverkehr für etwa jede fünfte Fahrt, bei den übrigen machen die Verkehrsverbünde selbst die Preise.

Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts stieg im selben Zeitraum um 30 Prozent. Die Preissteigerungen in der zweiten Klasse des Fernverkehrs blieben mit gut einem Viertel knapp darunter; hier fährt die Bahn mit ICE und Intercity auf eigene Rechnung.

„So können wir nicht mehr Menschen dafür begeistern, die Bahn zu nutzen“ sagte Bartsch zu der Preisentwicklung. „Die dringend benötigte Verkehrswende braucht eine Bahn, die verlässlich, sauber, sicher und günstig ist.“ Er forderte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf, bei dem Bundesunternehmen für eine Preissenkung zu sorgen.

Mehr: Nur 38 Prozent der DB-Fernzüge waren im Juni voll funktionsfähig. Lesen Sie hier mehr.

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick