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Defizit in der SozialkasseKassenchef widerspricht Warken – Krankenversicherung wird teurer

TK-Chef Jens Baas rechnet 2026 mit einem Satz von durchschnittlich 17,8 Prozent. Die Krankenversicherungsbeiträge könnten laut ihm gar nicht stabil bleiben.Cordula Tutt 17.10.2025 - 13:27 Uhr
Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse. Foto: picture alliance / Metodi Popow

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat mit ihrer Ankündigung, dass 2026 die Beiträge der Krankenkassen stabil bleiben können, Widerspruch hervorgerufen. Das hält der Chef der größten deutschen Krankenkasse für unrealistisch.

Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, sagte der WirtschaftsWoche: „Die Beiträge werden nicht stabil bleiben. Dafür reichen die jüngsten Entscheidungen der Bundesregierung nicht aus.“

Aktuell liegen die Kassenbeiträge im Schnitt bei 17,5 Prozent der Löhne.

Der Chef der mit mehr als elf Millionen Versicherten größten Krankenversicherung schätzt, dass die Beiträge über alle Kassen hinweg um 0,3 Punkte steigen. „Dann wären wir im nächsten Jahr im Schnitt bei 17,8 Prozent Kassenbeitrag.“

Lage der Krankenversicherung

„Die Beiträge werden nicht stabil bleiben“

Der Chef der Techniker Krankenkasse erklärt, warum die Sparvorgaben der Gesundheitsministerin nicht reichen – und wann auf einen Arztbesuch verzichtet werden sollte.

von Cordula Tutt

Die Beitragssätze würden schon deshalb zum Jahreswechsel steigen, weil viele Kassen nicht mehr über die gesetzlich vorgeschriebenen Reserven verfügten. Dieser notwendige Spielraum sei den Kassen per Gesetz abgenommen worden. „Das war eine bewusste Politik auf Pump, die wir jetzt wieder ausgleichen müssen.“

Baas kritisiert: „Diesen Teil hat die Ministerin ausgelassen.“ Er schätze, dass allein für die Rücklagen 0,3 Punkte zusätzlicher Beitrag nötig seien. Zu konkreten Schritten seiner Kasse zum Jahreswechsel wollte sich Baas noch nicht äußern.

Warken hatte ihre Prognose am Mittwoch mit dem jüngsten Sparpaket begründet, das zuvor durchs Kabinett gegangen war. Es begrenzt kurzfristig die Ausgaben von Krankenhäusern. „Damit halten wir unser politisches Versprechen an Beitragszahler sowie die Unternehmen und durchbrechen die zur Gewohnheit gewordene Routine der Erhöhung der Zusatzbeiträge zum Jahresende“, kommentierte sie.

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