Krawall in Berliner Brennpunkten: Staatliches Versagen bei der Silvester-Randale

Überreste von verbrannten Mülltonnen und E-Scootern nach der Randale in der Silvesternacht im Berliner Stadtteil Neukölln.
Foto: imago imagesEs geht hier nicht um ein Böllerverbot, es geht nicht nur um Polizei und Feuerwehrleute. Es geht um Randale, Angriffe mit Feuerwerk und Raketen auf offener Straße, es geht um Schüsse aus Schreckschusswaffen.
Für die Anwohner städtischer Brennpunkte war der Jahreswechsel ein langer Moment der Angst. Manche flohen geradezu vor den Ausschreitungen. Doch diese Leidtragenden kommen in der Silvesterdebatte kaum zu Wort.
In einigen Vierteln Berlins, aber auch in anderen Städten, veranstalten junge Männer ein über Tage anschwellendes Böllergewitter zum Schaden und Schrecken von Nachbarn, Eltern, Kindern und Alten, von Ladenbesitzerinnen und Beschäftigten.
In der Hauptstadt zogen sich Polizei und Feuerwehr in der Neujahrsnacht nach mehreren Schilderungen an manchen Orten zurück. Diese Chance haben drangsalierte Anwohner nicht. Der Staat muss aber Sicherheit für alle gewährleisten. Er muss Straftäter schnell erwischen und hart bestrafen. Dabei ist einerlei, um wen es sich handelt.
Der Nachteil der betroffenen Menschen in den schwierigen Stadtvierteln aber ist: Sie werden schnell vergessen. Das ist ein Versagen, das sich eine wehrhafte Demokratie nicht leisten kann.
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