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Landtagswahl in NRW Der SPD-Infarkt

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Wahlkampf beginnt auf der Intensivstation

Kann Kandidat Schulz sich von diesem gewaltigen Rückschlag erholen? Theoretisch schon, in der Tat beginnt der Wahlkampf ja erst, noch sind es über vier Monate bis zum Urnengang im Bund. Aber wie genau soll ihm dies gelingen? Spitzengenossen betonen, noch stehe Schulz' inhaltliche Positionierung ja aus. Sobald klarer werde, was er im Ringen mit der Kanzlerin genau vorschlage, gewinne der Wahlkampf ganz neuen Schwung.

Schulz will nun Innovation und Zukunftsfähigkeit mehr in den Blickpunkt rücken als seinen Dauerbrenner Soziale Gerechtigkeit.

Doch die anfängliche Begeisterung rund um den Kandidaten Schulz hat sich weniger an Inhalten entfacht als an seiner Person, seiner eigenen spannenden Geschichte. Die kann er Deutschland nicht ein zweites Mal ganz neu erzählen und auf ähnlich positive Reaktionen hoffen. Schulz kann auch nicht ignorieren, dass die Wechselstimmung im Land offenbar nicht so stark ist, wie viele Sozialdemokraten hofften. Inhaltliche Detailarbeit ändert daran wenig.



Außerdem machen zwei weitere Umstände einen neuen Aufschwung für Schulz zwar nicht unmöglich, aber doch schwerer: Auch Kanzlerin Merkel wird noch eine Chance haben, sich den Wählern als (erneute) Kanzlerkandidatin neu vorzustellen - und mit ganz neuem Selbstbewusstsein zu erklären, weshalb sie erneut antritt.

Und: Die FDP hat in NRW nicht nur ein historisch gutes Ergebnis eingefahren, sondern – im Verbund mit ihrem guten Ergebnis in Schleswig-Holstein – historisch viel Selbstbewusstsein getankt. Die Möglichkeit einer Neuauflage von Schwarz-Gelb ist mit diesem Sonntag wesentlich realer geworden. Der Wahlkampf beginnt erst jetzt, sagt die SPD, sagt Martin Schulz. Aber beide beginnen ihn auf der Intensivstation. 



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