SPD, FDP und Grüne: Das Ampel-Kabinett: Wer bald Minister wird
Der Bundeskanzler ist gesetzt: Olaf Scholz (SPD) tritt aller Voraussicht nach am Mittwoch die Nachfolge von Angela Merkel (CDU) an.
Bundesgesundheitsminister: Karl Lauterbach (SPD)
Es ist für viele Beobachter eine faustdicke Überraschung, dass Olaf Scholz Karl Lauterbach als Gesundheitsminister nominiert. Den beiden wird ein schlechtes Verhältnis nachgesagt. Der 58-jährige Gesundheitsexperte Lauterbach soll nun mitten in der Hochphase der vierten Corona-Welle das Amt vom scheidenden Amtsinhaber Jens Spahn (CDU) übernehmen.
Kanzleramtschef: Wolfgang Schmidt (SPD)
Dieser Posten wird in einer Ampelkoalition noch wichtiger sein als bisher. Denn der Kanzleramtschef koordiniert die Regierungsarbeit und das dürfte bei drei Partnern komplizierter werden. Jetzt steht fest, dass Scholz' langjähriger Weggefährte und enger Vertrauter Wolfgang Schmidt (SPD) diese zentrale Aufgabe übernimmt. Zuletzt war der Jurist Finanz-Staatssekretär, agierte hinter den Kulissen aber vor allem als „Spin Doctor“ und Strippenzieher.
Verteidigungsministerin: Christine Lambrecht (SPD)
Die bisherige Justizministerin galt als heiße Kandidatin für das Innenministerium. Nun soll sie stattdessen Verteidigungsministerin werden.
Innenministerin: Nancy Faeser (SPD)
Statt Lambrecht soll Nancy Faeser den Posten der Innenministerin übernehmen. Faeser ist seit 2019 Vorsitzende der SPD in Hessen.
Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung : Svenja Schulze (SPD)
Die bisherige Umweltministerin soll Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung werden.
Bundesarbeits- und Sozialminister: Hubertus Heil (SPD)
Hubertus Heil sitzt fest im Sattel. Er galt bereits in der vergangenen Wahlperiode als durchsetzungsstark und fleißig – und zwar bei Themen wie Rente, Arbeitsmarkt und Hartz IV, die für seine SPD besonders wichtig sind.
Bauministerin: Klara Geywitz (SPD)
Die Potsdamerin Klara Geywitz (45) soll das neu geschaffene Ministerium übernehmen. 2019 kandidierte sie im Duo mit Scholz für den SPD-Vorsitz.
Bundesminister für Wirtschaft und Klima: Robert Habeck (Grüne)
Grünen-Chef Habeck gilt als gesetzt für die Betreuung des zentralen Themas der Grünen: Klimaschutz. Er kann dabei auf Erfahrungen unter anderem aus sechs Jahren als schleswig-holsteinischer Minister für Energiewende, Umwelt, Landwirtschaft und Digitalisierung zurückgreifen. Habeck wird nach dem enttäuschenden Wahlergebnis der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit ziemlicher Sicherheit auch Vizekanzler.
Bundesaußenministerin: Annalena Baerbock (Grüne)
Baerbock soll aber dennoch einen wichtigen Posten besetzen. Als Außenministerin würde sie sich auch um die globale Klimapolitik kümmern.
Bundesfamilienministerin: Anne Spiegel (Grüne)
Mit der bundesweit weithin unbekannten Rheinland-Pfälzerin Anne Spiegel bekommt eine Parteilinke der Grünen den Posten.
Bundeslandwirtschaftsminister: Cem Özdemir (Grüne)
Der frühere Parteichef Cem Özdemir hat sich gegen Fraktionschef Anton Hofreiter durchgesetzt und wird Landwirtschaftsminister.
Bundesumweltministerin: Steffi Lemke (Grüne)
Die frühere Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke bekommt ebenfalls ein Amt: das der Bundesumweltministerin.
Bundesfinanzminister: Christian Lindner (FDP)
Parteichef Christian Lindner übernimmt diese zentrale Position im Kabinett, an der auch Grünen-Chef Robert Habeck Interesse hatte. Lindner hat sich durchgesetzt. Vizekanzler wird er aber nicht. Diesen Posten sieht das Grundgesetz nur einmal vor. Da die Grünen als zweitstärkste Koalitionskraft aus der Bundestagswahl hervorgegangen sind, bekommen sie ihn.
Bundesjustizminister: Marco Buschmann (FDP)
Dieses Ressort übernimmt der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag, Marco Buschmann.
Bundesverkehrsminister: Volker Wissing (FDP)
Das Verkehrsministerium hatten viele eher bei den Grünen gesehen. Nun soll es FDP-Generalsekretär Volker Wissing leiten. Für viele Grüne ist das schwer verkraftbar, nachdem schon in den Sondierungen das Tempolimit auf Autobahnen an der FDP gescheitert war.
Bundesministerin für Bildung und Forschung: Bettina Stark-Watzinger (FDP)
Stark-Watzinger ist Parlamentarische Geschäftsführerin der FDP.