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„Diese Farce zu Ende bringen“ Becker setzt in Insolvenzverfahren auf diplomatische Immunität

Boris Becker, ehemalige Tennisprofi, ist immer wieder mit Meldungen über finanzielle Probleme in den Schlagzeilen. Quelle: dpa

Um sich in einem Insolvenzverfahren in Großbritannien aus der Affäre zu ziehen, beruft sich Tennis-Legende Boris Becker offenbar auf die Funktion als Sport-Sonderattaché für die Zentralafrikanische Republik.

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Steht der Wimbledon-Legende Boris Becker diplomatische Immunität zu, weil er Botschafter für die Zentralafrikanische Republik ist? Das wird gerade in Großbritanniens Medien diskutiert. Sie meldeten zum Ende der Woche, der Ex-Sportler behaupte, dass ihm Immunität zustünde und somit das gegen ihn laufende Insolvenzverfahren in Großbritannien unberechtigt sei. Dieses Verfahren gegen ihn einzuleiten sei „sowohl ungerechtfertigt als auch ungerecht“ gewesen, wird Becker zitiert. „Ein Haufen anonymer und unverantwortlicher Banker und Bürokraten haben mich in eine völlig unnötige Konkursanmeldung gedrängt, die mir beruflich und auch in meinem privaten Umfeld einen ganzen Haufen Schaden zugefügt hat.“

Einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP zufolge haben Beckers Anwälte Klage vor dem obersten britischen Gerichtshof eingereicht mit der Begründung, für Becker gelte seit April Immunität, weil er als Sportattaché für die Zentralafrikanische Republik tätig sei.

„Ich habe diplomatische Immunität geltend gemacht, wie ich es eigentlich tun muss, um diese Farce zu einem Ende zu bringen, damit ich anfangen kann, mein Leben wieder aufzubauen“, kommentierte Becker die Entscheidung. Auch sogenannte "Botschafter für sportliche, kulturelle und humanitäre Angelegenheiten" genießen laut der Wiener Konvention von 1961 in der Europäischen Union Immunität. Bekäme Becker diesen Status anerkannt, hätte er gute Chancen, sich dem Zugriff seiner Gläubiger zu entziehen.

Becker, der in London wohnt, war im Juni 2017 von einem Londoner Gericht für zahlungsunfähig erklärt worden. Insolvenzverfahren in Großbritannien laufen genau ein Jahr, es endet also ohnehin bald.

Becker, der im Alter von 17 Jahren als jüngster männlicher Grand-Slam-Meister aller Zeiten die Trophäe gewann, sammelte in seiner Tenniskarriere mehr als 25 Millionen Dollar an Preisgeld ein. Erst im Januar bat Becker um Hilfe bei der Suche nach seinen fünf Grand-Slam-Trophäen, die er in der Vergangenheit verkaufen musste, um seine Schulden zu begleichen.

In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte Becker kürzlich über seine von einigen Medien als schwierig beschriebene finanzielle Situation: „Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels.“

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