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Schutz vor ÜbernahmenEuropa braucht mehr Kontrolle über ausländische Investoren

China investiert immer stärker in Europa. Höchste Zeit für Deutschland, mehr Möglichkeiten zu schaffen, Unternehmenskäufe durch ausländische Investoren zu untersagen oder sie unter Auflagen zu stellen. Ein Gastbeitrag.KOMMENTAR von Reinhard Bütikofer 18.01.2017 - 16:14 Uhr
Übernahmen: Chinesische Unternehmen beim Großeinkauf in Deutschland. Foto: Getty Images, Montage

Platz 12: Microsoft kauft LinkedIn

Das soziale Netzwerk LinkedIn richtet sich hauptsächlich an professionelle Kunden, die Geschäftsbeziehungen pflegen oder knüpfen möchten. Im Juni erklärte Microsoft, das Unternehmen für 25 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

Quelle: Dealogic

Foto: dpa

Platz 11: Abbott Laboratories kauft St Jude Medical

Das große Fusionsfieber in der Pharmabranche scheint etwas abgeflaut. Die Übernahme von St. Jude Medical durch Abbott Laboratories für 27,1 Milliarden Dollar zählt dennoch zu den größten Deals 2016. St. Jude stellt medizinische Geräte für Krankheiten des Herzens und des Nervensystems wie Herzschrittmacher oder implantierte Defibrillatoren her. Benannt ist das Unternehmen nach dem Apostel Judas Thaddäus, dem Schutzpatron der hoffnungslosen Fälle.

Foto: REUTERS

Platz 10: Softbank kauft ARM Holdings

Im Juli wurde die Übernahme angekündigt, im September war sie perfekt: Für 28,7 Milliarden Euro übernahm der japanische Mobilfunkriese Softbank den britischen IT-Konzern ARM Limited. ARM soll als eigenständiges Unternehmen allerdings bestehen bleiben, auch das Personal soll aufgestockt werden.

Foto: REUTERS

Platz 9: General Electric kauft Baker Hughes

Am Ende war der Widerstand zu stark: Im Mai 2016 scheiterte die 28 Milliarden Euro schwere Fusion der Öldienstleister Halliburton und Baker Hughes am Widerstand US-amerikanischer und europäischer Kartellbehörden. Im Oktober kündigte dann der US-Industrieriese General Electric an, Baker Hughes für 29,3 Milliarden Euro zu übernehmen und sein Öl- und Gasgeschäft mit dem Ölfeldausrüster zusammenzulegen. Eine Entscheidung gegen den Trend: Die Energiebranche steckt angesichts niedriger Ölpreise bereits seit 2015 in einer Dauerkrise.

Foto: AP

Platz 8: Centurylink kauft Level 3 Communications

Im Oktober 2016 gab der US-Telekomkonzern Centurylink bekannt, den Telekomdienstleister Level 3 Communications für 30,6 Milliarden Euro zu übernehmen. Level 3 betreibt ein Glasfasernetz von 120.000 Kilometern Länge, mehrere Backbones und vier transatlantische Verbindungen von Europa nach Nordamerika. Im Rahmen der NSA-Affäre geriet das Unternehmen in Verdacht, Daten deutscher Nutzer an US-Geheimdienste weitergegeben zu haben, dementierte die Vorwürfe jedoch.

Foto: AP

Platz 7: Enbridge kauft Spectra Energy

Der kanadische Konzern Enbridge ist der größte Pipelinebetreiber der Welt. Im September kündete das Unternehmen an, den US-Rivalen Spectra Energy übernehmen zu wollen. Die Finanzplattform Dealogic misst dem Deal einen Wert von 38,5 Milliarden Euro zu.

Foto: REUTERS

Platz 6: Chemchina kauft Syngenta

Chinesische Staatskonzerne gerieten 2016 in einen regelrechten Kaufrausch, auch in Deutschland gingen die Asiaten auf Shoppingtour. Mit dem ersten Megadeal des Jahres fuhr Chemchina allerdings gleich mal einem deutschen Industriegiganten in die Parade: Anfang Februar kündigte die China National Chemical Corporation die Übernahme des Agrochemiekonzerns Syngenta an – und schnappte die Schweizer damit BASF unter der Nase weg. Dealogic bewertet den Deal mit 43 Milliarden Euro.

Foto: REUTERS

Platz 5: Qualcomm kauft NXP Semiconductors

Auch in der Chipbranche wird weiter kräftig eingekauft: Satte 43,1 Milliarden Euro lässt sich der US-Chiphersteller Qualcomm den Kauf des niederländischen Konkurrenten NXP kosten – die bislang größte Übernahme in der Geschichte der Branche. Während das niederländische Unternehmen die Fusion bejubelte, beobachteten europäische Experten ihn mit Sorge: Mit NXP kommt ein weiterer der wenigen europäischen IT-Konzerne von Weltrang in US-amerikanische Hände.

Foto: dpa

Platz 4: Sunoco Logistics Partners kauft Energy Transfer Partners

Auf Drängen der Investoren kündigte Sunoco Logistics Partners im November 2016 an, Energy Transfer Partners zu übernehmen. Ein Deal im Wert von 48,5 Milliarden Euro, der die Beziehung zwischen den beiden US-Pipelinebetreibern, beide im Besitz des texanischen Milliardärs Kelcy Warren, entkomplizieren sollte – bis dato war Energy Transfer noch größter Anteilseigner Sunocos. Beide Konzerne haben derzeit ein immenses Problem: Massive Proteste vor allem der indigenen Bevölkerung blockieren den Bau einer milliardenteuren Ölpipeline in North Dakota.

Foto: dpa

Platz 3: British American Tobacco kauft Reynolds American

Glückstreffer trifft Kamel: Für 52,9 Milliarden Dollar will Lucky-Strike-Hersteller British American Tobacco den Camel-Produzenten Reynolds American übernehmen. Den Wert der Fusion der beiden Tabakkonzerne schätzt Dealogic auf 52,9 Milliarden Euro. Die Übernahme würde eine neue weltweite Nummer Eins im Tabakgeschäft schaffen.

Foto: dpa

Platz 2: Bayer kauft Monsanto

Auf Platz zwei schafft es ein deutsches Milliardengeschäft: Die Übernahme des umstrittenen Saatgutkonzerns Monsanto durch die Bayer AG für 59,1 Milliarden Euro. Der Absichtsbekundung für die Fusion im Mai folgte ein schwieriger Poker inklusive Ablehnung des ersten Angebots durch Monsanto, skeptischer Investoren – und einer immer noch offenen Prüfung durch die Kartellbehörden.

Foto: dpa

Platz 1: AT&T kauft Time Warner

Der US-Telekomkonzern AT&T ist berühmt-berüchtigt für seine aggressive Fusionspolitik. Mit dem Kauf des Medienkonzern Time Warner verkündete er im Oktober 2016 den nächsten Megadeal, eine Fusion im Wert von 99 Milliarden Euro. Zu Time Warner gehört unter anderem das Filmstudio Warner Bros. und die bekannten Fernsehsender CNN und HBO. Mit der Übernahme will AT&T ein neues Geschäftsfeld erschließen – im Telekommunikationsmarkt der USA steckt praktisch kein Wachstumspotential mehr.

Foto: dpa

Als der chinesische Investor Grand Chip jüngst seine Übernahmepläne für den Aachener Maschinenbauer Aixtron begraben musste, stieg in Deutschland die Bekanntheit einer US-Behörde: CFIUS. Das „Committee on Foreign Investment in the US“ hatte wegen Sicherheitsbedenken gegen den Aixtron-Verkauf interveniert. Einmischen durfte es sich wegen der Aixtron-Zweigstelle in Kalifornien. Warum gibt es eigentlich kein deutsches oder gar europäisches Gegenstück zu CFIUS?

Reinhard Bütikofer ist Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei (EGP) und Europaabgeordneter.

Foto: WirtschaftsWoche

Das Gremium prüft Übernahmen auf die Vereinbarkeit mit nationalen Interessen. In den letzten 25 Jahren hatte es weit über 2000 Anmeldungen auf dem Tisch. Anfang 2016 verhinderte es zum Beispiel, dass der niederländische Konzern Philips seine Lampensparte Lumileds an chinesische Bieter abgab. Der deutsche Roboterhersteller Kuka stieß jüngst angesichts einer CFIUS-Prüfung seine US-Flugzeugsparte ab, um die Übernahme durch das chinesische Unternehmen Midea nicht zu gefährden. Die meisten Übernahmen lässt CFIUS passieren. Doch nicht wenige platzen schon wegen der schieren Möglichkeit eines Vetos.

Vizekanzler Sigmar Gabriel hat angesichts rasant steigender chinesischer Investitionen in Europa jüngst einen Schritt in die richtige Richtung gemacht: Er will mehr Möglichkeiten, Unternehmenskäufe durch ausländische Investoren zu untersagen oder sie unter Auflagen zu stellen. Dazu hat er Eckpunkte zu Papier gebracht. Es geht um elementare Interessen der Bürger: Sicherheit, Datenschutz, technologischer Fortschritt.

Zur Person
Reinhard Bütikofer ist Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei (EGP) und Europaabgeordneter. Im EU-Parlament ist er stellvertretender Vorsitzender der China-Delegation, Mitglied der USA-Delegation und Mitglied des Industrieausschusses.

Gabriels Vorschläge machen leider auf halber Strecke Halt. Gabriel will es bei 28 nationalen Kontrollgremien belassen, die zwar gemeinsame Standards befolgen, aber im Alleingang über Risiken befinden und entscheiden. Passt das gerade bei globalen Wirtschaftsthemen? Wir müssen die europäische Ebene bei Themen dieser Art viel stärker mitdenken. Die EU braucht nicht nur eine wesentlich bessere Zusammenarbeit und Koordinierung, sondern auch einen gemeinsam institutionalisierten Kontrollmechanismus.

Übernahmen

Chinesen sollen lieber draußen bleiben

von Matthias Kamp

Staaten wie China und Russland haben sich in den letzten Jahren immer stärker für Unternehmenskäufe in der EU interessiert, die von grenzüberschreitender europäischer Relevanz sind. Wenn Gazprom Gasspeicher in Deutschland kauft, hat das Auswirkungen auf die Energiesicherheit auch in Nachbarländern. Ein Großkonzern kann irgendwo in Europa Grundstücke neben militärischem Gelände besitzen. Doch welche Risiken impliziert das? 2012 etwa verbot die US-Regierung chinesischen Interessenten den Kauf von Windparks in Oregon, weil der benachbarte Luftraum für Drohnentests genutzt wurde.

Risiken dieser Art müssen umfassend geprüft werden - europaweit. Kleinere und finanzschwächere EU-Länder könnten alleine mit dieser Aufgabe überfordert sein. Einzelne Länder sind politisch erpressbarer als die EU im Ganzen. Ein Mechanismus, der durch europäische Einbindung nationaler Verfahren kurzsichtige Entscheidungen zu Lasten der Nachbarn erschwert, könnte durchaus auch helfen, den offenen Charakter der europäischen Marktwirtschaft zu bewahren.

Bayer kauft Monsanto

Der Chemiekonzern Bayer übernimmt im September 2016 nach monatelangen Verhandlungen den US-Saatguthersteller Monsanto. Dabei wurde das US-Unternehmen mit 66 Milliarden Dollar bewertet. Es wäre die größte Übernahme durch einen deutschen Konzern. Doch es gab in der Wirtschaftsgeschichte noch größere Übernahmen.

Foto: REUTERS

Platz 10: Royal Dutch kauft Shell Transport & Trading

Die Unternehmen Shell Transport & Trading und Royal Dutch Petroleum waren schon seit fast 100 Jahren miteinander verflochten. Im Juli 2005 wurden aber beide Teile endgültig miteinander zur Royal Dutch Shell vereinigt. Wert des Deals damals: 80,10 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Bloomberg

Foto: dpa

Platz 9: Exxon kauft Mobil

Exxon und Mobil waren im Jahr 1882 Teile eines einzigen Unternehmens, der Standard Oil Company von John D. Rockefeller. 1911 ordnete der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die Auflösung von Standard Oil an, die Unternehmen Exxon und Mobil entstanden.

Foto: AP

Platz 9: Exxon kauft Mobil

Erst am 30. November 1999 konnten die beiden bis dahin immens gewachsenen Konzerne dank geänderter gesetzlicher Bestimmungen wieder vereinigt werden. Exxon kaufte Mobil damals für die Summe von 80,3 Milliarden Dollar.

Foto: REUTERS

Platz 8: AT&T kauft Bell South

Die Geschichte von AT&T und Bell South steht für das Hickhack auf dem amerikanischen Telekommunikationsmarkt. Bell South war eine von sieben sogenannten Regional Bell Operating Companies, die aus einem Kartellverfahren des US-Justizministeriums gegen AT&T im Jahre 1984 hervorgegangen waren. AT&T wurde in diesem Verfahren gezwungen, seine Beteiligungen an sämtlichen regionalen Telefongesellschaften aufzugeben. Ende des Jahres 2006 wurde die Gesellschaft wiederum erneut von AT&T erworben und wieder mit dieser verschmolzen. Kaufpreis: 83,1 Milliarden Dollar.

Foto: REUTERS

Platz 7: Pfizer kauft Warner-Lambert

Pfizer war schon einmal für eine große Übernahme gut: In den späten 90ern kooperierte der Pharmahersteller Warner-Lambert mit Pfizer, um sein Medikament Lipitor auf den Markt zu bringen. Das Mittel wurde zur Regulierung des Cholesterinspiegels eingesetzt.

Foto: AP

Platz 7: Pfizer kauft Warner-Lambert

Die Einführung im Januar 1997 des Mittels war ein großer Erfolg, allein in den ersten zwölf Monaten wurde in den USA eine Milliarde Dollar eingenommen. Pfizer fand daraufhin wohl so viel Gefallen an Warner-Lambert, dass die Firma im Jahr 2000 für die Summe von 87,3 Milliarden Dollar übernommen wurde.

Foto: AP

Platz 6: Fortis, Banco Santander und RBS kaufen ABN Amro

Mit der größten Übernahme in der Bankgeschichte begann für ABN Amro 2007 eine Zeit der Unselbstständigkeit. Ein Konsortium aus der britischen Royal Bank of Scotland (RBS), der spanischen Santander und der niederländisch-belgischen Fortis übernahm die ABN Amro. Der Kaufpreis damals: 100 Milliarden Dollar. Gut drei Jahre danach wurde aus der inzwischen staatlich gestützten ABN Amro und der verstaatlichten Fortis Bank Niederlande ein neues Institut geschaffen – ABN Amro war wieder selbstständig.

Foto: dpa

Platz 5: Altria Group spaltet Philip Morris ab

Philip Morris ist der weltweit größte private Hersteller von Tabakprodukten. Das Unternehmen wurde Ende März 2008 durch eine Ausgründung vom bisherigen Mutterkonzern Altria Group herausgelöst. Der Wert damals: 107,6 Milliarden Dollar.

Foto: REUTERS

Platz 5: Altria Group spaltet Philip Morris ab

Größer als Philip Morris ist nur China National Tobacco. Flaggschiff ist die Marke Marlboro, die meistverkaufte Zigarettenmarke der Welt.

Foto: Reuters

Platz 4: Anheuser-Busch Inbev kauft SAB Miller

Im Oktober 2015 kündigte sich in der Brauereiwelt eine Mega-Übernahme an: Anheuser-Busch Inbev aus Belgien, die größte Brauereigruppe der Welt, schnappte sich SAB Miller schnappen, die Nummer zwei der Branche.

Foto: AP

Platz 4: Anheuser-Busch Inbev kauft SAB Miller

Das Gesamtvolumen des Deals wird auf 120,5 Milliarden Dollar taxiert. Ein Bier des neuen Portfolios: Budweiser von Anheuser-Busch Inbev.

Foto: ap

Platz 4: Verizon kauft Cellco

Verizon Wireless, das als Joint Venture zwischen Verizon und Vodafone entstand, ist mittlerweile der größte Mobilfunk-Anbieter in den USA. Verizon Wireless gehört seit 2014 komplett zu Verizon Communications. Die Übernahme von Cellco Partnership hatte ein Volumen von 130 Milliarden Dollar.

Foto: ap

Platz 2: Vodafone kauft Mannesmann

Die größte Übernahme der deutschen Geschichte – und die vielleicht bitterste. Im Jahr 2000 wurde die Mannesmann AG, eines der größten deutschen Industrieunternehmen mit Sitz in Düsseldorf, vom britischen Mobilfunkunternehmen Vodafone übernommen.

Foto: AP

Platz 2: Vodafone kauft Mannesmann

Der Kaufpreis im Jahr 2000: 185,1 Milliarden Dollar. Anschließend wurde der Konzern zerschlagen. Die Aktivitäten im Bereich Telekommunikation wurden in die Vodafone Group eingegliedert. Die traditionellen Sparten des Mannesmann-Konzerns wie die Stahlrohrproduktion wurden durch Vodafone verkauft. Der Verkauf der unterschiedlichen Geschäftsbereiche brachte Vodafone viele Milliarden wieder rein.

Foto: AP

Platz 1: AOL übernimmt Time Warner

Die größte Übernahme der Geschichte auf dem Höhepunkt des Dotcom-Fiebers: Zu Jahresbeginn 2000 kündigte AOL an, Time Warner übernehmen zu wollen. Die Fusion wurde 2001 vollzogen, der neu entstandene Konzern aus dem Internetdienstleister und dem Medienkonzern hieß fortan AOL Time Warner. Der Kaufpreis betrug 186,2 Milliarden Dollar. Die platzende Dotcom-Blase machte dem Konzern schwer zu schaffen: Die Börse war bei Unternehmen mit Dotcom-Bezug skeptisch.

Foto: dpa

Platz 1: AOL übernimmt Time Warner
Wenig später gab es Verlust: Nach Abschreibungen und Wertberichtigungen bei AOL machte der neue Konzern für 2002 einen Verlust von knapp 100 Milliarden Dollar. 2003 wurde AOL wieder aus dem Firmennamen gestrichen. Nach nur acht Jahren wurde die „Konzern-Ehe“ wieder geschieden: Time Warner spaltete sich von AOL ab. 2015 fand AOL einen neuen Besitzer: Verizon übernahm den einstigen Internet-Star für gerade noch gut vier Milliarden Dollar.

Foto: Reuters, REUTERS

Das Europäische Parlament hat schon 2012 die EU-Kommission und die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, ein Gremium nach CFIUS-Muster einzurichten. Es sollte für die "Vorabbewertung strategischer Investitionen" aus dem Ausland zuständig sein und konkrete Informationen über ausländische Investoren im gesamten EU-Hoheitsgebiet bereitstellen. Passiert ist allerdings seither nicht viel.

Es ist wohl unrealistisch, dass die europäischen Regierungen einem EU-Gremium tatsächlich alleinige Entscheidungsmacht über ausländische Unternehmenskäufe geben würden. Aber vorstellbar wäre zum Beispiel ein Beratungsgremium, das aus EU- und nationalen Experten besteht. Es könnte Stellungnahmen abgeben, die dann in die jeweiligen nationalen Beratungen einfließen würden. Dies könnte nationale Investitionsdebatten europäisieren und den Entscheidern wertvolle Informationen liefern.

Das EU-Grundprinzip des freien Kapitalverkehrs - das laut EU-Verträgen auch für Investoren aus Drittstaaten gilt - steht dabei nicht in Frage. Es geht aber um elementare Interessen der europäischen Bürger. Die öffentliche Sicherheit und die öffentliche Ordnung gehören dazu.

Unternehmenskäufe dürfen auch nicht dazu führen, dass Fortschritt und Entwicklung in der EU ausgebremst werden. Wir können nicht die mit europäischer Forschungsförderung finanzierten Kronjuwelen von morgen heute billig verscherbeln. Deshalb müssen Schlüsseltechnologien einen besseren Schutz bekommen.

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