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Fachkräftemangel Brüderle will Zuzug ausländischer Arbeitnehmer fördern

Die Arbeitslosigkeit steht so niedrig wie seit 18 Jahren nicht mehr - Experten erwarten nun sogar ein Absinken von derzeit knapp drei auf unter zwei Mio. Erwerbslosen. Das bringt Wirtschaftsminister Brüderle auf neue Ideen.

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Minister Brüderle: Lücke durch Zuwanderung schließen. Quelle: dpa

HB BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will angesichts der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zügig ein Konzept für die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte erstellen. In der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe) kündigte er an, das Konzept müsse bis spätestens Juli 2011 stehen.

Nur dadurch lasse sich der zunehmende Mangel an gut ausgebildeten Beschäftigten in der deutschen Wirtschaft eindämmen. "Wir brauchen so schnell wie möglich - aber spätestens bis zur Sommerpause - ein tragfähiges Konzept für die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften", sagte der Minister der Zeitung. "Expertenwissen sichert und schafft neue Jobs in Deutschland."

Der Mangel an qulifizierten Kräften könnte sich schon bald verschärfen. Ökonomen halten es für möglich, dass sie schon 2012 unter die Marke von zwei Millionen fällt. "Wenn der Abbau der Arbeitslosigkeit sich in diesem Tempo fortsetzt, könnte die nächste Millionenmarke schon im Oktober oder November 2012 geknackt sein", sagte Hilmar Schneider, Arbeitsmarktdirektor am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit in Bonn der "Welt (Donnerstag).

Voraussetzung für eine solch positive Entwicklung sei es allerdings, dass es nicht zu einer erneuten Wirtschaftskrise komme, so Ökonom Schneider. "Die Zwei-Millionen-Marke, also etwa fünf Prozent Arbeitslosenquote, sind erreichbar", sagte Professor Michael Hüther vom Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag). Die Nachfrage nach deutschen Produkten insbesondere im Industriebereich ziehe eine Welle der Beschäftigung nach sich. Zudem mache sich die demografische Wende bemerkbar. "Wir sind in einem Markt, in dem zusehends nicht mehr Mangel an Arbeit herrscht, sondern an Arbeitskräften."

Im Oktober sank die Zahl der Arbeitslosen auf 2,945 Millionen, wie Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Mittwoch mitteilte. Das ist der niedrigste Oktoberwert seit 18 Jahren. Die Arbeitslosenquote sank auf 7,0 Prozent. Die Zahlen sollten eigentlich erst am Donnerstag von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht werden.

Arbeitsmarktexperte Schneider sagte, Hartz IV wirke. Allerdings entfalte die Reform ihre Wirkung weniger bei den Langzeitarbeitslosen, sondern bei den Arbeitslosen, die gerade ihren Job verloren hätten. Für diese Menschen stehe Hartz IV als sehr harte Drohung am Ende eines Jahres mit Arbeitslosengeld.

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