Sozialausgaben: Mehrheit der Deutschen für Sozialreformen
Angesichts der stark steigenden Sozialausgaben halten es 41 Prozent der Bundesbürger für „eindeutig“ und weitere 13 Prozent für „eher“ erforderlich, den Sozialstaat zu reduzieren.
Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage bei 5000 Bundesbürgern, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im August für die WirtschaftsWoche durchgeführt hat. Für einen weiteren Ausbau des sozialen Netzes plädieren demnach insgesamt nur 21 Prozent (Ostdeutschland: 29 Prozent). 22 Prozent wollen alles so lassen, wie es ist.
Allerdings schwindet die Zustimmung zu Einschnitten, sobald es konkret wird und die eigene Lebenswirklichkeit betroffen ist. Nur 17 Prozent der Befragten befürworten laut Umfrage zum Beispiel reduzierte Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um dadurch steigende Beiträge für die Versicherten zu vermeiden. Solche Sparmaßnahmen halten 15 Prozent für „eher falsch“ und 54 Prozent für „eindeutig falsch“.
Große Einigkeit in der Bevölkerung besteht wiederum laut WirtschaftsWoche bei der Reform des Bürgergelds. Erwerbslose, die sich nicht ausreichend um einen neuen Job bemühen, sollen härter sanktioniert werden, sagen 81 Prozent der Bürger. Selbst unter Menschen, die selbst arbeitslos sind, ist eine knappe Mehrheit für ein härteres Durchgreifen der Arbeitsverwaltung. Unter SPD-Anhängern sind es laut Umfrage 77 Prozent.
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