Zivile Luftfahrt: Flugzeuge, die Geschichte schrieben
Junkers F 13
Die von Hugo Junkers konstruierte "F13" war das erste Ganzmetallflugzeug der zivilen Luftfahrt. Den Erstflug absolvierte der einmotorige Tiefdecker am 25. Juni 1919. Von den insgesamt 322 produzierten F13 wurden 110 in Deutschland zugelassen. Das 9,60 m lange Flugzeug konnte vier Passagiere transportieren und erreichte dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 170km/h.
Junkers Ju-52
Das Traditionsflugzeug der Lufthansa, die "alte Tante Ju" (hier über der Hamburger Alster 1986) startete vor 75 Jahren zu ihrem Jungfernflug. Das Besondere an den zuerst einmotorigen, später dreimotorigen Flugzeugen ist ihre legendäre Zuverlässigkeit und Robustheit, die sie auch im Dienst für die Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg erwies. So ist die 70 Jahre alte "D-AQUI" auch heute noch bei Rundflügen und Flugshows im Einsatz. Das Universalgenie Hugo Junkers, das allein rund um die Fliegerei 178 Patente erwarb, wurde zur Symbolfigur deutscher Wertarbeit.
Douglas DC 3
Die DC 3 der amerikanischen Douglas Aircraft Company wurde von 1936 bis 1952 produziert, ursprünglich als Passagierflugzeug, in dem die Passagiere schlafen können sollten. In Deutschland legendär wurde sie als "Rosinenbomber". So wurden die Flugzeuge der Alliierten genannt, die während der Berlin-Blockade 1948-49 West-Berlin versorgten. Die DC 3 hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der zivilen Luftfahrt.
Lockheed Super Constellation
Das viermotorige Verkehrsflugzeug wurde ab 1950 als Weiterentwicklung der kürzeren Konstellation vom amerikanischen Hersteller Lockheed produziert. Zusammen mit den Modellen DC-6 und -7 der Konkurrenz war sie die Endstufe der Langstreckenflugzeuge mit Kolbenantrieb und wurde auch für militärische Zwecke genutzt. Mit dem Aufkommen der Langstrecken-Strahlflugzeuge waren sie auf einen Schlag veraltet und gingen meist in den 1960er Jahren außer Dienst.
de Havilland DH 106 Comet
Das erste Passagier-Strahlflugzeug der Welt entwickelte die britische Firma de Havilland. Der Erstflug fand am 27. Juli 1949 statt. Die Comet war mit 800 km/h doppelt so schnell wie die Konkurrenz mit Kolbenmotor. Aber auf Grund einer Unfallserie war sie kein Erfolg. Nur eine Handvoll Fluggesellschaften kauften Comet-Flugzeuge. Bald war de Havilland auch technologisch von Boeing und Douglas abgehängt.
Boeing 707
Zwischen 1957 und 1982 (beziehungsweise 1991 für die militärische Variante) wurden insgesamt 1010 Flugzeuge des Typs 707 des amerikanischen Flugzeugherstellers Boeing produziert. Die 707 war das erste Langstreckenflugzeug mit Strahltriebwerken. Sie revolutionierte damit Douglas DC-8 die zivile Luftfahrt, da sie Interkontinentalflüge zeitlich sehr stark verkürzte und viele Zwischenlandungen unnötig machte.
Concorde
Die Concorde wurde ab 1962 von Frankreich und Großbritannien entwickelt - gleichzeitig mit der sowjetischen Tupolew 144. Am 2. März 1969 hob die "Königin der Lüfte" das erste mal ab und erreichte eine Flughöhe von bis zu 18km und eine Geschwindigkeit von maximal 2.405 km/h. Damit war das Ultraschall-Passagierflugzeug mehr als doppelt so schnell wie normale Verkehrsflugzeuge. Sie flog ab 1976 für 27 Jahre über den Atlantik - allerdings war sie wegen des hohen Treibstoffverkehrs nicht lukrativ. Ein Absturz in Paris am 25. Juli 2000 trug zur Einstellung des Flugbetriebs 2003 bei.
Tupolew 144
Die Tupolew Tu-144 wurde vom sowjetischen Flugzeugkonstrukteur Alexei Andrejewitsch Tupolew entwickelt. Das erste Überschallpassagierflugzeug der Welt absolvierte am 31. Dezember 1968 seinen Erstflug, 61 Tage vor dem sehr ähnlichen Konkurrenzmodell Concorde. Zwar erreichte das Passagierflugzeug auch als erstes Schall- und doppelte Schallgeschwindigkeit, doch war die Tu-144 unausgereift, weswegen sie bis zur Serienreife sehr stark verändert wurde. Bis 1981 wurden nur 15 Serienmaschinen gebaut.
Boeing 747
Die Boeing 747, erkennbar an ihrem Buckel über dem Hauptfluggastdeck, wird vom amerikanischen Flugzeughersteller Boeing seit 1969 in Serie produziert. Zur Zeit der Entwicklung war es das größte Passagierflugzeug der Welt und seit dem Erstflug am 9. Februar 1969 gehört es zu den meistgenutzten und populärsten. Das vierstrahlige Großraumflugzeug ist in der zivilen Luftfahrt meist auf Langstreckenflügen für europäische und asiatische Fluggesellschaften im Einsatz.
Airbus Beluga
Das Beluga-Transportflugzeug des europäischen Flugzeugherstellers Airbus Industries ist eine besondere Variante des Airbus-Types A300-600. Am 13. September 1994 ging die Transportmaschine erstmals in die Luft. Heute fliegen fünf Belugas, die so genannt werden, weil der Rumpf an einen Beluga-Wal erinnert. In den vergangenen Jahren transportierte das 56,16 Meter lange Flugzeug vor allem Airbus-Rümpfe und Tragflächen, die in kein anderes Flugzeug passen.