Mobilität: Seilbahnen im Nahverkehr: Schwebend ans Ziel
Erst 2021 hat Mexikos Hauptstadt die längste Seilbahn der Welt in einer Metropole in Betrieb genommen. Die Stammstrecke misst fast zehn Kilometer und verbindet den bisher eher schlecht angebundenen Norden und Osten mit dem Stadtzentrum Mexiko-Stadts.
Unter Volllast kann die Seilbahn bis zu 144.000 Menschen täglich transportieren. Zum Vergleich: Mexiko-Stadts U-Bahn transportiert am Tag etwas fünf Millionen Passagiere. Tickets kosten sieben Pesos, umgerechnet etwa 30 Cent.
Eine der berühmtesten Stadt-Seilbahnen der Welt ist die „Mi Teleferico“ („meine Seilbahn“) im bolivianischen La Paz. Sie hat das dichteste Netz. In Boliviens Hauptstadt gibt es teils 1000 Meter Höhenunterschied.
Die Topographie in Städten wie La Paz mit vielen Talkesseln und Hügeln macht Seilbahnen Experten zufolge zu einem günstigen Verkehrsmittel im Vergleich zu beispielsweise einer U-Bahn. Laut dem österreichischen Seilbahnhersteller Doppelmayr befördern die zehn Linien täglich mehr als 300.000 Fahrgäste.
Seilbahnen als Verkehrsmittel gibt es in aller Welt. Die sogenannte Singapore Cable Car wurde bereits 1974 in Betrieb genommen. Sie verbindet den Hügel Mount Faber mit der Insel Sentosa.
Auch im chinesischen Chongqing verbindet eine Seilbahn zwei Bezirke miteinander. Die Route verläuft über den Jangtse und bindet vor allem die südlichen Vororte der Stadt an.
Und in Ankara schwebt die Kabinenbahn namens Yenimahalle über die Metropole. Über vier Stationen bindet sie den Stadtteil Sentepe an das Zentrum an.
Deutschland will den Beispielen folgen. Die Ampelkoalition will Gondelbahnen in den deutschen ÖPNV integrieren und hat dafür einen Leitfaden für Kommunen in Arbeit. Als erste deutsche Stadt will Berlin eine Seilbahn komplett in den öffentlichen Personennahverkehr integrieren. Das haben SPD, Grüne und Linke in ihren Koalitionsverhandlungen vereinbart. Bislang sind die Seilbahnen hierzulande wie in Köln (Bild) vor allem eines: Touristenattraktion.