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Akademie ehrt Schweden Literaturnobelpreis für Tomas Tranströmer

Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr von Schweden nach Schweden: Der Poet Tomas Tranströmer wurde von der Akademie für seine Gedichte ausgezeichnet. Der Schwede stach damit Bob Dylan und Haruki Murakami aus.

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Tomas Tranströmer ist Literaturnobelpreisträger 2011. Quelle: handelsblatt.com

Der diesjährige Literaturnobelpreis geht an den schwedischen Poeten Tomas Tranströmer. Er erhält die höchste literarische Auszeichnung, „weil er uns in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen weist“, heißt es in der Begründung der Akademie. Tranströmer galt seit Jahren als ein Favorit für den Preis. Tranströmer wurde am 15. April 1931 in Stockholm geboren. Mit seinen Gedichtsammlungen hat er sich in den vergangenen Jahrzehnten einen Namen nicht nur in seiner Heimat, sondern in der ganzen Welt gemacht. Er gilt mittlerweile als einer der bedeutendsten Lyriker unserer Zeit. Seine Werke sind in über 60 Sprachen übersetzt worden. Der Sekretär der schwedischen Akademie, Peter Englund, bezeichnete Tranströmer als „einen der größten Poeten der Welt“. Tranströmer erlitt 1990 einen Schlaganfall, der sein Sprechvermögen eingeschränkt hat.

Tranströmer zeigte sich gerührt über die Entscheidung des Nobel-Komitees. „Ich habe lange nichts mehr geschrieben, aber ich habe meine Schreibwerkstatt noch nicht geschlossen“, erklärte der 80jährige. „Im Moment ist für mich die Musik am wichtigsten“.

Der Schwede, der Psychologie studiert hat, schrieb seinen ersten Gedichtband 1954 („Sämtliche Gedichte“). Durch eine schlichte Sprache, die stets zielgenau auf den Punkt trifft, hat er auch ein Publikum erreicht, das normalerweise nicht zu Gedichten greift. In Deutschland sind insgesamt elf Bücher von ihm erschienen. Das letzte (Jugendgedichte) kam in diesem Jahr bei Kleinheinrich heraus. Die meisten Bücher von ihm erschienen im Münchener Hanser Verlag.

Tranströmer ist der achte Schwede, der seit der ersten Verleihung des Literaturnobelpreises die Auszeichnung erhält. Zuletzt wurden 1974 Eyvind Johnson und Harry Martinson mit dem Preis ausgezeichnet.

Adonis, Dylan und Murakami ausgestochen

Vor Bekanntgabe des diesjährigen Literaturnobelpreisträgers galt der syrisch-libanesische Lyriker Adonis als einer der Top-Favoriten auf die Auszeichnung. Wie im Vorjahr ging der japanische Schriftsteller Haruki Murakami leer aus. Bei britischen Wettbüros lag auch der amerikanische Rock-Poet Bob Dylan ganz vorn. Von wenigen Ausnahmen abgesehen lagen die Buchmacher mit ihren Tipps aber meistens daneben. Die schwedische Akademie der Künste, die für die Auswahl des Preisträgers verantwortlich ist, hat sich außerdem selten von der öffentlichen Meinung beeinflussen lassen und häufig mit ihren Entscheidungen für eine Überraschung gesorgt.

Im vergangenen Jahr erhielt der Peruaner Mario Vargas Llosa die höchste Auszeichnung, die ein Schriftsteller bekommen kann. Die letzte deutsche Literaturnobelpreisträgerin war Herta Müller, die 2009 geehrt wurde.

Am morgigen Freitag gibt das Nobel-Komitee in Oslo den Friedensnobelpreisträger bekannt. In Norwegen wird spekuliert, dass vor dem Hintergrund des arabischen Frühlings ein Blogger aus der Region ausgezeichnet werden könnte. Am Montag wird der diesjährige Nobel-Reigen mit der Bekanntgabe des Wirtschaftspreisträgers besiegelt. Alle Nobelpreise werden am 10. Dezember, dem Todestag ihres Stifters Alfred Nobel, in Stockholm und Oslo vergeben. Die Preise sind mit jeweils zehn Millionen Kronen (knapp 1,1 Millilionen Euro) dotiert. 

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