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AutomobilzuliefererAutozulieferer ZF und Forvia kappen ihre Prognose

Autozulieferer stehen derzeit massiv unter Druck. Zwei große Konzerne haben nun ihre Prognose heruntergeschraubt. 27.09.2024 - 15:17 Uhr
Foto: imago images

Die Autobranche steckt in der Krise, die Zulieferer bekommen den abgekühlten Automarkt zu spüren. Nun kappen zwei große Lieferanten ihre Prognose: ZF und Hella-Mutter Forvia.

ZF Friedrichshafen hat seine Prognose zum zweiten Mal binnen weniger Monate heruntergeschraubt. Beim Umsatz rechnet das Unternehmen nach Angaben vom Freitag nun mit 40 bis 42 Milliarden Euro. Bislang hatte es 42,5 bis 43,5 Milliarden Euro für möglich gehalten – im Frühjahr noch 45 Milliarden Euro. Als Grund nannte das Unternehmen vor allem den beschleunigten Marktrückgang und damit verbundene stark rückläufige Kundenabrufe.

Die Gewinnmarge werde mit drei bis vier Prozent deutlich niedriger ausfallen als bislang mit 4,9 bis 5,4 Prozent vorhergesagt, der Barmittelzufluss ebenso.

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Neben dem schwächeren Automarkt verwies ZF auf eine Neubewertung von Risiken im Antriebsgeschäft, welche das Ergebnis drückten. Dabei gehe es vor allem um das Geschäft mit Elektromobilität, das sich nicht so entwickle wie erhofft, sagte ein Sprecher. Die Sparprogramme zeigten zwar die ersten Effekte, aber diese könnten den Einbruch des Automarktes nicht wettmachen. ZF hatte im Sommer angekündigt, in Deutschland jede vierte Stelle zu streichen, und das mit der Flaute bei Elektroautos begründet.

Auch Forvia passt Prognose an

Lichttechnik-Spezialist Hella hatte bereits am Donnerstag seine Geschäftserwartungen herunterkorrigiert – und die französische Muttergesellschaft Forvia zog am Freitag nach: Sie schraubt ihre Geschäftserwartungen zum zweiten Mal binnen drei Monaten herunter. Als Grund nannte Forvia-Chef Patrick Koller die Schwäche auf dem europäischen und dem nordamerikanischen Automarkt.

„Wir haben im Vergleich zum vergangenen Jahr ungefähr zwei Millionen Fahrzeuge verloren, und es könnten bis zum Jahresende noch mehr werden“, kommentierte Koller am Freitag die Marktentwicklung. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte würden weniger Autos verkauft.

Der Zulieferer rechnet nun mit einem Umsatz zwischen 26,8 und 27,2 Milliarden Euro. Bislang hatte Forvia noch das untere Ende seiner ursprünglichen Spanne von 27,5 bis 28,5 Milliarden Euro für möglich gehalten. Die Gewinnmarge dürfte bei 5,0 bis 5,3 Prozent liegen, nach zuvor anvisierten 5,6 bis 6,4 Prozent. Der Sparkurs soll nun beschleunigt werden. Insgesamt will der Konzern 10.000 Stellen streichen, davon sollen bis Jahresende mehr als 2800 wegfallen. Abgeschlossen sein solle der Stellenabbau ein Jahr früher als bislang vorgesehen.

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Bereits am Donnerstag hatte Hella mit Sitz in Lippstadt seine Prognose gekappt und rechnet nun in diesem Jahr mit einem Umsatz von 7,9 bis 8,1 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite werde auf 5,5 bis 6,0 Prozent sinken von 6,1 Prozent im Vorjahr. Daraus errechnet sich ein Gewinn zwischen 435 und 485 (486) Millionen Euro. Schon im Juli hatte sich Hella nur noch die untere Hälfte der bisherigen Umsatz- und Renditespanne zugetraut - nun ist deren unterer Rand die Obergrenze der neuen Prognose.

Das Umfeld in der Autoindustrie sei schon seit Jahresbeginn „anspruchsvoll“, sagte Hella-Chef Bernard Schäferbarthold. „Vor allem seit Mitte des Jahres verschlechtern sich jedoch die Rahmenbedingungen stärker als erwartet.“ Die Belastungen für Umsatz und Gewinn wüchsen. Als Konsequenz wolle Hella das Geschäft mit Kunden in Amerika und China forcieren, wo schon jetzt zwei Drittel des Auftragseingangs in diesem Jahr kämen.

Lesen Sie auch das Interview mit dem Hella-Chef Bernard Schäferbarthold: „Der plötzliche Wegfall der Subventionen hat nicht geholfen“

rtr, sge
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