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Sparen für Elektro-PorschePorsche will für "Mission E" anderswo sparen

Für sein neues Prestigeprojekt, den Elektro-Porsche "Mission E", will Autobauer Porsche 700 Millionen Euro investieren. An anderen Stellen bedeutet das Einsparungen für die Stuttgarter - etwa bei den Gehalterhöhungen. 22.12.2015 - 16:21 Uhr

20 neue Modelle will Volkswagen bis zum Ende des Jahrzehnts auflegen, die rein elektrisch oder mit einem Plug-in-Hybrid unterwegs seien. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt betont auch der neue VW-Markenchef Herbert Diess, die Elektromobilität sei „ein Schlüssel für den langfristigen Erfolg der Marke“.

Erste Vorboten zeigt VW schon in Frankfurt. Der lange erwartete reine Elektrosportler von Porsche feiert seine Premiere. Mission E haben die Zuffenhausener ihre Studie getauft, die Konkurrenten wie Tesla das Fürchten lehren soll.

Rein elektrisch kommt das Modell mit 600 PS auf eine Reichweite von 500 Kilometern und eine Spitzengeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern, verspricht Markenchef Matthias Müller. Besonders beim Nachladen soll der Porsche die Konkurrenz abhängen. Eine Ladung soll nicht länger als 15 Minuten dauern.

Foto: AP

Der neue Audi e-tron Quattro. Das rein batteriegetriebene Elektroauto ist bislang eine Studie, und soll 2018 auf den Markt kommen. Der Hersteller verspricht eine Reichweite von maximal 500 km, eine Beschleunigung von 0 - 100 km/h in 4,4 Sekunden und eine abgeregelte Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h.

Foto: REUTERS

Die Botschaft, die VW an diesem Abend aussenden will, ist klar: Wir fürchten uns nicht vor der neuen Konkurrenz. In Richtung der großen IT-Konzerne wie Apple und Google gibt VW-Chef Winterkorn die klare Losung aus: „Volkswagen bleibt im Driver Seat“. Was übersetzt heißt: Meine Daten gehören mir. Es sind Schlachten wie diese, auf die sich die Wolfsburger vorbereiten wollen.

Foto: REUTERS

Was den Massenmarkt und den SUV-Boom anbelangt, so ist der neue Tiguan sicher eines der wichtigsten Autos der IAA. Volkswagen hat ihn komplett überarbeitet, wiedererkennbar beibt er dennoch.

Kantiger und größer ist die zweite Generation geworden, die im April 2016 auf den Markt kommt. Neben der Serienversion sowie dem sportlichen Tiguan R-Line bringen die Wolfsburger außerdem eine Offroad-Version des SUV nach Frankfurt und mit dem GTE eine Studie mit Plug-in-Hybridantrieb.

Foto: REUTERS

Präsentation in der Ballsporthalle in Frankfurt. Vom 17. bis zum 27. September zeigen Hersteller aus der ganzen Welt hier Neuheiten der Automobilindustrie. Der 911er bekommt in Zukunft Turbomotoren, Porsche feiert damit den Abschied vom reinen Saugmotor. Porsche-Chef Matthias Müller verspricht außerdem ab 2018 einen 911, der auch elektrisch unterwegs sein wird.

Foto: dpa

Den Nachfolger des Veyron zeigt die französische Ultraluxusmarke noch nicht. Aber nach 450 produzierten Veyron und allen seinen Sondereditionen gibt es nun wenigstens einen kleinen Ausblick auf die künftige Designsprache. Die Vision Gran Turismo wurde für das Konsolenspiel Gran Turismio entwickelt und sei ein kleiner Dank an alle Fans, die sich die sehr raren und vor allem sehr teuren Superroadster nicht leisten können, betont Markenchef Dürrheimer.

Foto: dpa

Ein bisschen oben ohne präsentiert sich Lamborghini in diesem Jahr. Auf der Inertial Platform wird künftig auch ein Cabrio gebaut. Der Huracan LP 610-4 Spyder mit permanentem Allradantrieb kommt auf eine Leistung von 610 PS und soll dank zuschaltbarer Zylinder trotzdem sparsam sein. Weitere Huracan-Sprösslinge sollen folgen, verspricht Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann bei der Präsentation.

Foto: dpa

Mit 449 kW / 610 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 324 km/h wird der 4,26 Meter lange Huracán LP 610-4 Spyder maximal zwei Passagiere beschleunigen. Von 0 auf 100 km/h gehts in 3,4 Sekunden. Das Stoffdach des Zahnzylinders braucht länger: Es öffnet auf Knopfdruck in 17 Sekunden und bis Tempo 50.

Foto: dpa

Neben solchen Zukunftsvisionen gehen neue Spitzenmodelle an diesem Abend fast unter. Der neue VW Tiguan, der neue Porsche 911 und der Audi A4 etwa. Dabei sind diese Modelle schon heute für eine großen Teil des Verkäufe ihrer jeweiligen Marke verantwortlich.

Foto: dpa

Die neuesten Modelle der Marken Volkswagen, Audi, Bentley, Bugatti, Ducati, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda zeigt der Konzern und gibt mit einigen Studien einen Ausblick auf die geplanten Modelle. Die ganz große Show hat man sich dieses Jahr gespart. Vor 2.000 Zuschauern auf einer Tribüne der Fraport-Arena zelebriert der Konzern zwar wie gewohnt seine Konzernmarken. Doch dieses Jahr wirkt die Inszenierung sehr fokussiert. Eine 3D-Lichtshow und fahrbare LED-Leinwände – mehr gibt es nicht.

Selbst Konzernchef Martin Winterkorn, der Mann für die große Linie in Wolfsburg, gibt sich in seiner Rede bescheiden. „Immer schneller, höher, weiter reicht nicht“, sagt er. Technologische Führerschaft definiere sich nicht mehr über PS und Drehmoment. Winterkorn spricht über emissionsfreies und automatisiertes Fahren und das vernetzte Auto. „Hier entscheidet sich die Zukunft unserer Branche und des Automobils“, so der Konzernchef.

Foto: AP

So bleibt es dem Bentley-Chef Wolfgang Dürrheimer vorbehalten, doch noch ein wenig in Superlativen zu schwelgen. Feierlich beschwört er den „historischen Moment“. Der 600-PS-starke Geländewagen sei das edelste, leistungsstärkste, luxuriöseste, komfortabelste und stärkste Modell seine Klasse, jubelt der Dürrheimer.

Bentley ist nicht allein mit dem Thema Luxus-SUV: Auch Maserati und Lamborghini hegen ähnliche Pläne und haben bereits Studien präsentiert. Aber sie werden wohl anders als der Bentley keinen Zwölfzylinder an Bord haben.

Nicht ohne Stolz verweist Markenchef Wolfgang Dürrheimer auf eine Spitzengeschwindigkeit von knapp über 300 km/h. Das schafft sonst kein SUV. Versprochen wird außerdem: „Bentley-Feeling auf jedemTerrain“. Ob auch die Queen künftig SUV fährt, verrät er nicht.

Foto: REUTERS

Auf den Skoda Superb Combi sind sie bei Skoda besonders stolz. Markenchef Winfried Vahland kann in Frankfurt allerdings nicht mehr als die Kombivariante des neuen Modells präsentieren. Also hebt er die neue emotionale Kraft und das Design der Marke hervor. Ein kleines Lob geht noch an die Belegschaft raus.

Foto: REUTERS

Den Abschluss des Markenabends markierte der neue Porsche 911 Carrera. Porsche-Entwicklungschef Wolfgang Hatz hatte ein paar Worte für die Traditionalisten: Heilige Kühe gebe es bei Porsche nicht. Darum habe man auch den Antrieb umgestellt. Weg von den Saugmotoren hin zum Turbo. Das Ergebnis: 12 Prozent weniger Sprit.

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Die hohen Investitionen für die Entwicklung des ersten Elektro-Porsches werden durch kleinere Einschnitte und längere Arbeitszeiten bei der Belegschaft mitfinanziert. Beschränkungen bei den Gehaltserhöhungen beispielsweise sollten gut 200 Millionen Euro einbringen, sagte ein Sprecher des Betriebsrats und bestätigte damit einen Bericht der „Automobilwoche“. „Wir mussten einen Ausgleich finden zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Gerechtigkeit. Das ist uns gelungen“, sagte Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück der Zeitschrift.

Die größten Hersteller von Elektroautos in Deutschland
Ford: 59 zugelassene ElektroautosSeit 2013 hat Ford den Focus Electric im Angebot. Doch der große Erfolg blieb dem E-Focus bislang verwehrt: In Deutschland wurden bis zum ersten Halbjahr 2014 gerade einmal 59 Fahrzeuge zugelassen.
Tesla: 638 zugelassene ElektroautosMit dem Roadster wurde Tesla einst als Elektropionier gefeiert, auch das aktuelle Model S sorgt für Furore. Doch der Aufschwung scheint gerade erst zu kommen: Bereits im ersten Halbjahr 2014 wurden mehr als doppelt so viele Elektroautos von Tesla verkauft als im ganzen Jahr 2013.
Mitsubishi: 926 zugelassene ElektroautosMitsubishi zehrt bei den Elektroautos noch von den Erfolgen des iMiev aus dem Jahr 2011. Damals konnten die Japaner mangels Konkurrenz fast 700 Elektroautos verkaufen. Doch seitdem hat das Interesse am iMiev in Deutschland stark abgenommen, weshalb bis heute nur noch knapp 200 weitere Fahrzeuge dazugekommen sind.
Citroën: 948 zugelassene ElektroautosWie bei Mitsubishi ist die erste Welle des Elektro-Erfolgs bei Citroën wieder abgeklungen. Kein Wunder, schließlich ist der C-Zero der Franzosen mit dem Mitsubishi iMiev baugleich. Er hatte 2012 sein bestes Jahr, danach retteten noch einige Zulassungen für das Citroën-eigene Carsharing die Statistik.
Opel: 1450 zugelassene ElektroautosKein Elektroauto verkaufte sich so gut wie der Opel Ampera. Leider gilt das nur für das Jahr 2012. Seitdem ging es mit den Ampera-Zulassungen bergab, von 828 im Jahr 2012 auf 335 im Jahr 2013. Seit Jahresbeginn 2014 fanden nur noch 46 Amperas einen Käufer.
Nissan: 1712 zugelassene ElektroautosBei Nissan sind die Zulassungszahlen für den Leaf konstanter. Nach dem Anlauf-Jahr 2012 fanden im vergangenen Jahr 855 Leafs einen Abnehmer. Im ersten Halbjahr 2014 waren es wieder knapp 400, womit das Gesamtjahr auf dem Vorjahresniveau liegen könnte.
Renault: 1801 zugelassene ElektroautosMit ihrer Submarke Renault Z.E. gelten die Franzosen als Vorreiter im Elektromarkt. Neben den 1532 Zoe haben seit der Erfassung 2011 auch 269 Fluence Z.E. einen Käufer gefunden. Doch der Erfolg könnte noch größer sein: Der ausgefallene Twizy taucht in der Statistik nicht auf – er zählt offiziell als Quad.
BMW: 1935 zugelassene ElektroautosQuasi aus dem Stand schafft es BMW auf das Treppchen. Obwohl der i3 erst im November 2013 auf den Markt gekommen ist, brachte er es bis Jahrsende auf 559 Zulassungen. Bis Ende Juni 2014 kamen 1376 weitere dazu.
Volkswagen: 2050 zugelassene ElektroautosBeim größten deutschen Autohersteller wurde die Elektromobilität lange stiefmütterlich behandelt. Doch mit dem Start des E-Up und des E-Golfs stiegen die Zulassungen rapide an. Im ersten Halbjahr 2014 lagen beide Modelle mit knapp über 500 Zulassungen fast gleichauf. Der E-Up konnte aber 2013 schon 785 Zulassungen absahnen, als der Elektro-Golf noch gar nicht auf dem Markt war.
Daimler: 3612 zugelassene ElektroautosDie Kleinwagenmarke Smart führt Daimler an die Spitze. Die drei Zulassungen des sündhaft teuren Elektro-SLS sind vernachlässigbar, ebenso die Elektro-B-Klasse. Den Großteil holt Daimler mit dem Smart electric drive, von dem alleine 2013 fast 1900 Exemplare zugelassen wurden. Daran ist das hauseigene Carsharing Car2go nicht unschuldig.Quelle: Statista.de, Stand 1. Halbjahr 2014

Der Aufsichtsrat der VW-Tochter hatte Anfang Dezember grünes Licht für das „Mission E“ genannte Elektro-Projekt und die damit verbundenen Investitionen über 700 Millionen Euro am Stammsitz Stuttgart-Zuffenhausen gegeben. In dem Werk sollen mehr als 1000 neue Arbeitsplätze entstehen, eine Lackiererei und eine Montagehalle werden gebaut und das bestehende Motorenwerk wird erweitert.

Im Gegenzug sollen die rund 13.000 Beschäftigten an den Standorten Weissach und Zuffenhausen bis 2025 auf einen viertel Prozentpunkt ihrer tariflichen Gehaltserhöhungen verzichten. Die übertariflich bezahlten Beschäftigten - inklusive der Vorstände - verzichten auf einen halben Prozentpunkt. Nur die Tarifbeschäftigten sollen das Geld später zurückbekommen.

Die Höhe der jährlichen Prämie, die für 2014 immerhin bei 8200 Euro lag, soll sich an der Betriebszugehörigkeit orientieren. Darüber hinaus wird die 34-Stunden-Woche am Stammsitz in Zuffenhausen, die Ende 2016 ausläuft, nicht verlängert. Die Porsche-Arbeiter kehren also zur 35-Stunden-Woche zurück.

rtr
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