Deutschlands Banken Weniger Filialen, weniger Mitarbeiter

Das niedrige Zinsniveau und ein starker Wettbewerb belasten die deutsche Kreditwirtschaft. Der jährliche Bericht der Bundesbank zur Situation der deutschen Bankenbranche nennt die Folgen für Kunden und Beschäftigte.

Kreditbanken Alle deutschen Privatbanken – sowohl die Großbanken, Regionalbanken wie auch die Zweigstellen ausländischer Banken – haben die Zahl ihrer Beschäftigten drastisch verringert. Von 171.200 Beschäftigten im Jahr 2014 waren Ende 2016 noch 166.050 übrig: Das ist ein Abbau von rund 5.000 Beschäftigten in drei Jahren. Bei der Entwicklung der Institutszahlen und der Zweigstellen ergibt sich jedoch kein einheitliches Bild. Quelle: Deutsche Bundesbank Quelle: dpa
GroßbankenDeutschlands Großbanken, zu denen die Bundesbank die Commerzbank, die Deutsche Bank, die Deutsche Postbank und Hypovereinsbank zählt, haben die Zahl der Zweigstellen rapide verringert. 7.443 Zweigstellen gab es noch 2014, im vergangenen Jahr waren es nur noch 7.005. Quelle: REUTERS
RegionalbankenDie Zahl der deutschen Regionalbanken – private Kreditinstitute, die mit oder ohne Zweigstellennetz nur in einer bestimmten Region Geschäfte betreiben – verringerte sich von 176 Instituten im Jahr 2014 auf 166 Institute. Im selben Zeitraum wurden 118 Zweigstellen geschlossen, damit gibt es 2016 noch 2.245 Filialen deutscher Regionalbanken. Quelle: dpa
Zweigstellen ausländischer Banken Besser sieht die Bilanz ausländischer Banken aus. Zwar hat sich auch bei ihnen die Zahl der in Deutschland tätigen Institute in den letzten drei Jahren von 115 auf 110 verringert. Gleichzeitig wurde jedoch das Zweigstellennetz ausgebaut. Nun haben ausländische Banken 156 Niederlassungen in Deutschland. 2014 waren es nur 148. Quelle: REUTERS
LandesbankenAuch bei den deutschen Landesbanken ist vieles in Bewegung: Die Institute, die gemeinsam vom jeweiligen Bundesland und den regionalen Sparkassen- und Giroverbänden getragen werden, reduzierten die Zahl der Zweigstellen von 408 auf 384. Knapp 2.000 Beschäftigte mussten in den letzten drei Jahren gehen. Ende 2016 zählte die Bundesbank noch 31.800 Stellen. Quelle: dpa
SparkassenAufmerksam verfolgt wurde in den letzten zwei Jahren der Rückbau des Zweigstellennetzes bei den Sparkassen. Wo früher in jedem noch so kleinen Ortsteil eine Sparkassenfiliale zu finden war, müssen Kunden für eine persönliche Beratung nun häufig bis ins Stadtzentrum fahren. Kein Wunder: Von ehemals 11.951 Zweigstellen sind 2016 nur noch 10.555 vorhanden, also rund 1.500 weniger. Das hatte auch Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl: Knapp 15.000 Sparkassenmitarbeiter mussten gehen, Ende 2016 waren noch 224.700 Menschen in Voll- oder Teilzeit bei einem öffentlich-rechtlichen Geldinstitut beschäftigt. Quelle: dpa
KreditgenossenschaftenAuch die Zahl der genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken ist leicht gesunken. Die noch 975 Institute (2015: 1.050) bauten gut 100 Zweigstellen ab. Fast 7.000 der ehemals 158.700 Mitarbeiter mussten gehen. Auf den Sparkassen und Kreditgenossenschaften, deren Geschäftsmodelle auf das traditionelle Kreditgeschäft ausgerichtet sind, lastet ein zunehmender Margendruck. Dieser fällt im Vergleich zu den meisten anderen Bankengruppen höher aus, wofür die hohen Anteile der Sichteinlagen von inländischen privaten Haushalten sowie zahlreiche langfristige Wohnungsbaukredite verantwortlich sind, schreibt die Bundesbank in ihrem Bericht. Quelle: dpa
ImmobilienbankenWeniger Bewegung gab es bei den Realkreditinstituten, wie die Bundesbank jene Institute nennt, die sich auf die Finanzierung von Immobilien spezialisiert haben. Die Zahl der Pfandbriefbanken verringerte sich von 17 auf 15, zwölf der 48 Filialen schlossen. Quelle: dpa
BausparkassenÄhnlich sieht es bei den Bausparkassen aus. Eines von 21 Instituten wurde aufgegeben und 198 von 1.598 Zweigstellen geschlossen. Dafür fällt der Abbau der Beschäftigtenzahl noch relativ glimpflich aus: Von den 14.000 Beschäftigten im Jahr 2014 sind heute nur 450 nicht mehr bei den Bausparkassen beschäftigt. Quelle: dpa
Banken mit Sonder-, Förder- und sonstigen zentralen UnterstützungsaufgabenBanken mit Sonder-, Förder- und sonstigen zentralen Unterstützungsaufgaben sind Kreditinstitute, die sich keiner Bankenform eindeutig zuordnen lassen, wie unter anderem etwa die NRW Bank. Im Gegensatz zu allen anderen Kreditinstituten haben die Banken mit Sonderaufgaben in den letzten drei Jahren ihr Zweigstellennetz ausgebaut: 2016 kam eine Filiale hinzu, so dass sie nun mit 37 Zweigstellen und 22 Instituten vertreten sind. Aber auch hier sank die Zahl der Beschäftigten von 21.550 auf 21.249. Quelle: dpa
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