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SchifffahrtDas sind die wichtigsten Flaggen der Schiffe auf den Weltmeeren

Auf den Weltmeeren kreuzen derzeit 157 Flaggen. Allerdings fällt ihr Zeugnis im Sicherheitsranking unterschiedlich gut wie schlecht aus. Welche Staaten auf der Weißen, Grauen oder Schwarzen Liste stehen – die wichtigsten Flaggen im Überblick.Christoph Schlautmann 18.10.2015 - 15:19 Uhr
Foto: dapd

Die Deutsche Flagge

Nur noch 350 Schiffe sind derzeit unter der deutschen Flagge registriert, davon 150 Behördenschiffe und Fähren, denen ein Ausflaggen faktisch verwehrt ist. Einen Großteil der restlichen Handelsschiffe stellt die Containerreederei Hapag-Lloyd, die immer noch 40 ihrer 188 Dampfer unter deutschem Hoheitszeichen betreibt. Im Sicherheitsranking der europäischen Hafenstaatskontrollen (Paris Memorandum of Understanding) belegt die Flagge Platz 15 hinter China und Griechenland.

Foto: dpa

Die Schwarze Liste

Im Register der amerikanischen US Coast Guard landete die deutsche Flagge aber 2014 wegen entdeckter Sicherheitsmängel auf der Schwarzen Liste. Wer die deutsche Flagge führt, muss an Bord mindestens vier Europäer beschäftigen und einen gelernten Schiffsmechaniker. Anders als in anderen europäischen Ländern kann der Reeder nur 40 Prozent der Lohnsteuer einbehalten, was die Kosten nach oben treibt.

Foto: dpa

Die Ausbildung an Bord

Für die Ausbildung an Bord gibt es zwar Bundeszuschüsse von jährlich 30 Millionen Euro, die Beantragung ist aber aufwendig und bürokratisch. Das gilt auch für die Registrierung. Zuständig sind neben den Amtsgerichten das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrologie, die See-Berufsgenossenschaft und zahlreiche weitere Behörden.

Foto: dpa

Flagge zeigen

Billig-Flaggen liegen im Trend: Nur noch 350 der 3.100 deutschen Handelsschiffe fahren deshalb unter Schwarz-Rot-Gold zur See.

Foto: AP

Die Flagge von Panama

Auch das Register von Panama bauten die USA aus. Schon 1919 nutzten sie es während der Prohibition für ihre Schiffe, später dann zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, um US-Gesetze zu umschiffen. Nach schweren Korruptionsfällen – im Jahr 2000 kaufte ein Gewerkschafter ohne Seemannserfahrung für 4000 Dollar ein Kapitänspatent – mühen sich die Behörden in Panama, das Image ihrer Flagge zu verbessern. Seit 2008 gelang es ihnen, von der „Schwarzen Liste“ auf die „Weiße“ zu wechseln. Dem Staat spülen die Gebühren, Steuern und Dienstleistungen des Schiffsregisters jährlich eine halbe Milliarden Euro in die Kasse. Immerhin sind dort 8600 Schiffe gemeldet. Heute ist Panama das größte Register der Welt, gilt aber immer noch als mit Sicherheitsmängeln behaftete Billigflagge. Vor allem japanische Reedereien nutzen das Hoheitsabzeichen.

Foto: AP

Die Flagge von Zypern

Die Flagge des Inselstaates gilt bei Reedereien als attraktiv, weil Zypern Teil der Europäischen Union ist. Allerdings bekommen Schiffe, die unter zypriotischer Flagge fahren, in türkischen Häfen Probleme.

Foto: AP

Die Flagge von Malta

Auch Malta profitiert von der Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Die Billigflagge kann aber mitunter recht teuer werden. Treten Probleme mit Behörden auf, können sie nur über eine eingeschaltete Rechtsanwaltskanzlei gelöst werden.

Foto: dpa

Die Flagge von Rumänien

Ende 2012 kündigte die Romanian International Flag Administration (Rifa) an, offensiv die rumänische Flagge an europäische Reeder vermarkten zu wollen. Reeder mit mehreren Hundert Schiffen zeigten schriftlich Interesse an der Umflaggung. Doch das von Albrecht Gundermann geleitete Hamburger Vermarktungsbüro stellte die Geschäftsbeziehungen ein, nachdem Bukarest mehrfach Abmachungen gebrochen hatte. Inzwischen streiten die Parteien vor Gericht.

Foto: AP

Die Flagge von Portugal

Seit 2013 vermarktet Gundermann die Flagge von Portugal – genauer gesagt: das auf Madeira beheimatete internationale Register des Landes. Wegen der Insolvenz einer großen portugiesischen Reederei 2012 steht die Flagge noch immer auf der Grauen Liste, dürfte aber schon in diesem Jahr den Sprung in die „White List“ schaffen. Als EU-Mitglied genießt Portugal Privilegien in der Europäischen Union – und in China. Zudem verzichtet die ehemalige Kolonie Brasilien komplett auf Hafengebühren. Knapp 300 Schiffe sind bereits in diesem Register gemeldet.

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